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Shiffrin attackierte mit Spaß und Risiko die Siegerlinie

Kurz vor dem Start hat sie ein Trainer daran erinnert, dass Super-G auch Spaß bedeutet und sie das Rennen mit einer großen Portion davon in Angriff nehmen soll. Diese Einstellung und eine zuvor absolvierte perfekte Kursbesichtigung, sowie die richtige Balance zwischen Risiko, Aggressivität und Köpfchen haben Mikaela Shiffrin bei der Ski-WM in Aare die Goldmedaille im Super-G eingebracht.

Beste Fahrerin auch im Super G SN/APA (Keystone)/JEAN-CHRISTOPHE B
Beste Fahrerin auch im Super G

Die Voraussetzungen mit drei Super-G-Starts und drei Siegen in diesem Winter waren eigentlich bestens gewesen, doch in den vergangenen zwei Tagen lief einiges anders als geplant. Shiffrin war am Samstag mit einem Privatjet nach ihrem Maribor-Double nach Aare gereist, ihre Coaches hingen hingegen im Münchner Schneechaos fest und kamen erst Dienstag um 1 Uhr in der Früh im WM-Ort an.

Ihr Equipment hatte sie allerdings beieinander, dafür hatte auch ihr österreichischer Atomic-Servicemann Johann Strobl gesorgt, der mit dem Auto nach Schweden gefahren war. Das US-Speedteam freilich nahm sich der mit einem eigenen Team arbeitende Shiffrin an, das gab ihr das notwendige Wohlgefühl. "Sie waren so hilfreich", bedankte sich die 23-jährige Shiffrin, die sich in den letzten Tagen beim freien Skifahren auch wieder an die Geschwindigkeit gewöhnen musste.

"Ich bin seit Cortina nicht mehr Super-G gefahren. Das ist nicht so lange her, aber lange genug für mich, um zu vergessen, wie man schnell fährt." Die Coaches hätten ihr beim Besichtigen die schnellste Linie gezeigt. "Ich wusste also, was die Siegerlinie ist. Ich wusste aber nicht, ob ich es tun kann." Sie musste alles riskieren und wäre einmal fast auch aus dem Kurs geflogen, vermied aber einen Crash.

Am Ende war es ein sehr enger Rennausgang. "Das ist enttäuschend für viele, diese Mädchen hätten es sich auch verdient, das Rennen zu gewinnen", sagte Shiffrin zu ihren knappen Vorsprüngen auf Sofia Goggia (ITA/+0,02), Corinne Suter (SUI/0,05) und Viktoria Rebensburg (GER/0,07). "So ein kleiner Unterschied, das ist wie nichts." Und wenn die Sicht nicht schlechter geworden wäre, dann hätte man mit Vicky vielleicht eine andere Siegerin gehabt. "Ich bin unglaublich glücklich mit dieser Goldmedaille. Und ich war glücklich mit den Bedingungen heute."

Diese Goldmedaille nimmt der dreifachen Slalom-Weltmeisterin nun viel Druck für die weiteren Rennen. Das Antreten in Riesentorlauf und Slalom ist fix, die Abfahrt lässt sie aus, über ein Kombi-Antreten wird sie nach einer Nachdenkpause entscheiden.

"Wichtig ist, ich habe nun eine Goldmedaille", meinte sie, denn es könne auch passieren, dass man von einem Großereignis mit nichts wieder abreise. Das Ziel sei immer, auf die Goldmedaille loszugehen, für den Super-G hatte sie keinen Druck gehabt, erklärte sie, wollte aber natürlich ihr bestes Skifahren zeigen und "meinen Standard hochhalten".

2007 war Anja Pärson mit drei Titeln und insgesamt fünf Medaillen - darunter drei Titeln - der Superstar ihrer Heim-WM in Aare, Shiffrin legte am Dienstag in Schweden den ersten Stein für ihr Erfolgspuzzle. Als zweite Läuferin gewann sie nun wie Pärson WM-Gold im Super-G und Slalom.

Quelle: APA

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