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Würdiges Ende der Kombi - oder kommt doch alles anders?

Wenn es die letzte große Alpine Kombination gewesen sein soll, dann hat sie mit Alexis Pinturault als WM-Goldmedaillengewinner in Aare jedoch einen würdigen Schlusspunkt gesetzt. Passenderweise folgt am Dienstag nach den Weltmeisterschaften ein City Event in Stockholm - die Parallelrennen sind die Herausforderer der klassischen Disziplin, für beides zugleich wird es kaum eine Zukunft geben.

Pinturault mit der allerletzten Kombi-Goldenen? SN/APA (AFP)/JONATHAN NACKSTRAND
Pinturault mit der allerletzten Kombi-Goldenen?

Am Mittwoch treffen sich in Aare Council-Mitglieder des Internationalen Skiverbands (FIS), um ein nächstes und vielleicht letztes Mal über die Zukunft der Alpinen Kombination zu diskutieren. Vergangenen November konnte keine Entscheidung erzielt werden. Möglich ist auch eine Vertagung der Entscheidung und neuerliche Diskussion beim FIS-Kongress im Frühling. Für Kombination und Einzel-Parallelbewerb ist bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften kein Platz.

WM-Bronzemedaillengewinner Marco Schwarz hat in diesem Winter bewiesen, dass er alles kann. Er gewann den City Event im Parallel-Format in Oslo und die Kombination auf dem Lauberhorn. "Ich finde, die Kombi ist ein cooler Event, wie man heute auch gesehen hat. Sie ist spannend, und wenn die Piste in beiden Durchgängen passt, ist sie noch spannender. Ich bin voll für den Bewerb", sagte der Kärntner, der seine erste Einzelmedaille bei einem Großereignis gewann.

Derzeit werden im Weltcup drei Parallel-Formate getestet (City Event, Parallel-Riesentorlauf, Parallel-Slalom), aber sie überzeugen noch nicht. Auch das Zurechnen zum Slalom- oder Riesentorlauf-Weltcup wird kritisch betrachtet, zumal am City Event nur 16 Athleten teilnehmen dürfen. Man müsse nichts Neues kreieren, was man derzeit im Sinn habe, sei kein gutes Produkt, sagte Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher in Hinblick auf die City Events.

Seine Meinung zur Kombination "inzwischen ein bisschen geändert" hat ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. "Ich war eigentlich eher der Meinung, sie ist langweilig und man sollte sie verändern. Aber wenn ich mir so die Parallel-Bewerbe im Weltcup anschaue, dann sind die Formate nicht so, dass mich die überzeugen. Ich denke, da ist es sicher schlauer, die Kombination weiterzuführen, als einen Bewerb, wo man nicht weiß, ob man den in das olympische Programm bekommt."

Die Kombination sei bei geschaffenen guten Voraussetzungen eine spannende Geschichte. Er würde den Slalom aber vor der Abfahrt ansetzen, um zu verhindern, dass wie beispielsweise bei den Damen in Aare passiert, einige die Abfahrt als weiteres Training für den Spezialbewerb nützen. "Das ist unfair", sagte Schröcksnadel. Er würde die Abfahrt auch eher in den Abend verlegen, Schröcksnadel träumt ja seit längerem von Speedbewerben unter Flutlicht.

Der französische Weltmeister Pinturault - 2018 Olympiazweiter hinter dem diesmal fehlenden Marcel Hirscher - war in den vergangenen Jahren bei der Hälfte der Kombinationen voran, insgesamt sieben Rennen hat er in seiner Karriere in diesem Bewerb gewonnen. "Die Kombi ist ein schöner Bewerb, weil Abfahrer und Techniker zusammenkommen", sagte der Franzose, der sich aber auch eine Verbesserung wünscht.

Erst kürzlich bei den Hahnenkammrennen hat "Mister Kombination" Ivica Kostelic, in Kitzbühel je zweimal Gewinner der Klassischen und der Super-Kombination, noch einmal den Bewerb mit Leidenschaft verteidigt. "Im Sport geht es um die Herausforderung, darum, das Unmögliche zu erreichen. Es ist der schwierigste aller Bewerbe." Viele Athleten sprechen sich grundsätzlich für die Kombi aus, allerdings wünschen sie sich mehrere Bewerbe pro Saison, um den Stellenwert zu erhöhen.

Quelle: APA

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