Wintersport

Slalom der Damen in Flachau: Hunderte Helfer kämpfen um das Rennen

Bei allen Weltcup-Slaloms lautete heuer der Endstand Shiffrin vor Vlhová. Doch die Schneemassen könnten heute in Flachau vieles durcheinanderwürfeln - darauf hoffen die Österreicherinnen.

Bernadette Schild schloss mit Rang zwei im Vorjahr Frieden mit ihrem Heimrennen. SN/gepa pictures/ christian walgram
Bernadette Schild schloss mit Rang zwei im Vorjahr Frieden mit ihrem Heimrennen.

Schnee, Schnee, Schnee - was für die Touristiker meist ein Grund zur Freude ist, ist für die Organisatoren von Weltcuprennen der blanke Horror: Bis zu 400 Mann kämpfen seit dem Wochenende in Flachau im Dauereinsatz darum, den heutigen Nachtslalom der Damen (17.45 und 20.45) zu retten. Nachdem man mit Maschinen den Schnee hinausgefräst hatte, wurde die Strecke mit dem Sprühbalken vereist - Wasser wird in die Schneedecke injiziert und soll damit das Schneeband von unten her kompakt machen. Doch auch dazu würde es einige Stunden ohne Niederschläge brauchen.

Egal wie es kommt: Die "Hermann-Maier-Strecke" wird sich heute in einem ganz anderen Zustand präsentieren als die Jahre zuvor. Die für Flachau so signifikanten Wellen werden gänzlich fehlen, die verschwanden einfach unter der dicken Schneedecke. Eine gute Nachricht für die Hausherrin: Bernadette Schild hatte jahrelang ihr Heimrennen nicht sehr gemocht, was vor allem mit diesen Wellen zu tun hatte. "Da habe ich eigentlich nie gewusst, wie ich da drüberkommen soll", sagte sie am Montag im Teamquartier mit Blick auf den dichten Schneefall. "Es ist für alle gleich, alle werden sich auf diese Bedingungen einstellen müssen." Das betrifft vermutlich weniger die Materialabstimmung als die Fahrweise. "Man kann bei Neuschnee nicht auf den Punkt Druck geben."

Nach den zuletzt recht eisigen Bedingungen in Oslo und Zagreb wird es tatsächlich ganz anders werden - und das steigert die Hoffnung, dass man heute einen der spannenderen Slaloms der jüngsten Zeit sehen wird. Denn bei den bisherigen Bedingungen waren die obersten zwei Plätze auf dem Podium fix vergeben: Alle fünf Weltcup-Slaloms in der Saison gewann Mikaela Shiffrin vor Petra Vlhová. Beide Läuferinnen stehen vor Rekordmarken: Shiffrin kann den bisherigen Rekord mit ihrem achten Erfolg hintereinander einstellen, im Gegenzug würde Vlhová mit dem sechsten zweiten Platz in einer Disziplin hintereinander auch einen (für sie wohl weniger erfreulichen) Rekord aufstellen.

Dass es nicht so weit kommt, darauf hofft auch Katharina Liensberger. Die 21-jährige Vorarlbergerin nimmt den Dauer-Schneefall in Flachau als gutes Omen: "2016 habe ich in Flachau bei ähnlichen Bedingungen mein Weltcupdebüt gefeiert und es war ein richtig wilder Ritt." Seitdem ist viel passiert in ihrer Karriere, einschließlich Olympiasilber im Teambewerb 2018. Drei Jahre nach ihrem Debüt zählt sie zur Speerspitze des österreichischen Slalomteams, zusammen mit Schild und der Kärntnerin Katharina Truppe. Die Überlegenheit des Duos Shiffrin/Vlhová nimmt sie eher als Ansporn denn als Druck wahr: "Da sieht man, dass im Skisport sehr viel zusammenkommt, was zusammenpassen muss. Das alles stimmt bei den beiden eben perfekt und es muss mein Ziel sein, dass ich da auch hinkomme", meinte Liensberger, die auf dem Weg dorthin Ende Dezember auf dem Semmering einen recht ungewöhnlichen Schritt gesetzt hat: Sie hat nach Rücksprache mit ihrer Skifirma (Rossignol) ihren Servicemann gewechselt, weil das Vertrauen gefehlt hat.

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