Wintersport

"Snowboarderin" Ledecka peilt am Arlberg 2. Abfahrtssieg an

Ester Ledecka wird im Ski-Weltcup immer stärker. In St. Anton gelang der Tschechin am Freitag die Bestzeit im Abschlusstraining, was sie zur Abfahrts-Mitfavoritin am Samstag machte. Es wäre der zweite Weltcup-Abfahrtssieg für die Snowboard- und Ski-Olympiasiegerin, die im Dezember im Snowboard den PGS in Cortina und kurz vor Weihnachten auf Ski den Super-G in Val d'Isere gewonnen hat. Im Dezember 2019 hatte Ledecka bei der Abfahrt in Lake Louise ihren Premierensieg gefeiert.

Ester Ledecka auf der Fahrt zur Bestzeit in St. Anton SN/APA/EXPA/JOHANN GRODER
Ester Ledecka auf der Fahrt zur Bestzeit in St. Anton

Ledecka ist ein Sportphänomen. Mehrmals hatte die talentierte Windsurferin den Snowboard-Weltcup gewonnen, ehe sie sich aufmachte, die Wintersportwelt auch auf Skiern zu erobern. 2018 gelang ihr in Südkorea mit Olympiagold im Snowboard-Parallelriesentorlauf sowie dem Ski-Super-G (1 Hundertstel vor der Österreicherin Anna Veith) der ganz große Coup. Obwohl sie sich nach wie vor bei ihren Trainings und der Saisonplanung aufgrund ihrer Doppeltätigkeit "zersprageln" muss, gehört die Red-Bull-Sportlerin mit einem und zwei Brettern weiterhin zu den Besten der Welt.

"Eine Bestzeit ist immer ein gutes Zeichen", kommentierte Ledecka ihre Abfahrtsbestzeit in St. Anton, machte sofort aber auch klar, dass das noch nicht alles war. "Ich habe heute andere Linien probiert und bin happy weil ich das Gefühl hatte, viele Fehler gemacht zu haben. Ich hoffe, ich kann es Samstag besser machen und schneller fahren", lautete ihre Kampfansage.

Auch Ledecka lobte den "amazing job", den die für St. Anton unter dem als stellvertretenden Pistenchef abgestellten ÖSV-Coach Meinhard Tatschl arbeitende Pistencrew hingelegt hat. "Es ist einfach super, hier zu fahren", sagte die Pragerin über den "Abfahrtsteppich" vom Kapall.

Am bemerkenswertesten war aber, dass Ledecka vor der vielfach gefürchteten Strecke kaum Respekt zeigt. Selbst der 78 Prozent steile "Eisfall" jage ihr keine Angst ein, versicherte sie. Im Gegenteil. "Das dort ist eher Spaß für mich, der lustigste Teil der ganzen Strecke", verblüffte sie und erklärte. "Als ich klein war, so mit fünf Jahren, gab es bei uns daheim in Tschechien auch so eine supersteilen Hang. Das war meine Lieblingspiste und ich bin dort immer Schuss runtergefahren", fühlt sie sich in St. Anton an ihre Kindheit erinnert.

Die Schwierigkeiten auf der Strecke vom Kapall seien für sie eher anderer Natur, so Ledecka. "Man muss sehr genau fahren, um schnell zu sein."

Quelle: APA

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