Snowboardweltcup

Olympia ohne ungeimpfte Riegler? ÖOC setzt eine Deadline

Das nationale Olympische Komitee nominiert nur geimpfte Sportler. Jubeln durften ihre Teamkollegen in Gastein.

Snowboarderin Claudia Riegler wird ihrer langen und erfolgreichen Karriere möglicherweise keinen Höhepunkt mehr hinzufügen. Die 48-jährige Salzburgerin ist (noch) nicht geimpft und wird daher die Olympischen Spiele laut aktuellem Stand verpassen. Denn: Laut Vorgaben der chinesischen Behörden gilt als Voraussetzung zur Teilnahme zwar die 2G-Regel, doch das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) nominiert nur geimpfte Sportlerinnen und Sportler. Diesen Beschluss hat das ÖOC nun gefasst.

Für Riegler, die Ende Dezember eine Coronainfektion überstanden hatte, ist somit der Genesenen-Status zu wenig. Laut ÖOC muss Riegler einen Antikörpertest absolvieren und bis Ende nächster Woche die erste Teilimpfung erhalten, um für die Winterspiele in Peking nominiert zu werden. Am 23. Jänner nominiert das ÖOC auf Vorschlag des ÖSV das Team für Peking. Ob sich die Ex-Weltmeisterin noch impfen lässt, ist offen.

Entgegen anders lautenden Meldungen hat Riegler den ÖSV, wie dieser den SN mitteilte, jedoch noch nicht über ihre Entscheidung in Kenntnis gesetzt. Riegler selbst gab dazu auch auf SN-Anfrage, ob sie sich noch impfen lässt, keinen Kommentar ab. Eine olympische Medaille fehlt Riegler noch, im Riesentorlauf wäre sie sportlich im vierköpfigen ÖSV-Team gesetzt.

Wäre auch der Teambewerb der Parallel-Snowboarder olympisch, hätte Österreich einen großen Goldfavoriten mehr. Dieser Rolle gerecht wurden am Mittwoch Julia Dujmovits und Arvid Auner. Sie setzten nach dem historischen Vierfachtriumph der Männer und dem Sieg von Daniela Ulbing beim Nachtslalom am Dienstag die rot-weiß-rote Erfolgsserie in Bad Gastein fort.

Zur großen Entdeckung avancierte Arvid Auner. Nach dem überraschenden Sieg im Einzel legte der 24-jährige Kärntner auch im "gemischten Doppel" den Grundstein für den sechsten ÖSV-Sieg im achten Teambewerb auf der Bucheben. "Ich kann es gar nicht in Worte fassen, was hier abgegangen ist. Es wird noch ein bisschen brauchen, bis ich das verarbeiten kann", sagte Auner, der seinem Premierenerfolg im Weltcup 18 Stunden später den zweiten folgen ließ. Weniger überraschend kam dies für Benjamin Karl: "Er ist uns hier schon im Training eineinhalb Sekunden um die Ohren gefahren und es freut mich, dass es jetzt auch im Rennen geklappt hat", sagte Karl. Geklappt hat es erstmals auch für Dujmovits. Die Olympiasiegerin von 2014 stand nach drei zweiten Plätzen erstmals in Gastein auf dem obersten Podest.

Davon entfernt waren, wie schon im Einzel, Andreas Prommegger und Claudia Riegler. Das Siegerduo von 2021 schied im Viertelfinale gegen Dujmovits/Auner aus, nachdem Riegler in den letzten Toren ein Fehler unterlaufen war. Vor allem bei der 48-Jährigen, die aller Voraussicht nach ihr letztes Gastein-Rennen bestritt, war die Enttäuschung groß. Doch schon in zwei Tagen gibt es die Chance zur Revanche. Auf der Kärntner Simonhöhe stehen am Freitag (Einzel) und Samstag (Team) zwei Riesentorläufe auf dem Programm. Es sind dies die letzten Rennen vor Peking. Dass Riegler dorthin reist, erscheint unwahrscheinlich.

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