Wintersport

Sölden bot Vorgeschmack auf Kugel-Duell Gut gegen Shiffrin

Im letzten Moment hat sich Lara Gut aufs Skifahren besonnen, den Kampf gegen ihren Kopf und den Riesentorlauf in Sölden gewonnen. Die Titelverteidigerin im Gesamtweltcup führt die neue Wertung mit 100 Punkten an, dahinter liegt die Gletscher-Zweite Mikaela Shiffrin mit 80. Die US-Amerikanerin kann im Levi-Slalom die Führung übernehmen und im Roten Trikot zu den Heimrennen nach Killington reisen.

Sölden bot Vorgeschmack auf Kugel-Duell Gut gegen Shiffrin SN/APA (KEYSTONE)/GIAN EHRENZELLER

Die Weltcup-Ouvertüre brachte möglicherweise einen Vorgeschmack darauf, was die Skifans im Winter erwarten könnte: ein heißes Duell zwischen Gut und Shiffrin. "Das heute war ein Duell mit meinem Kopf", winkte die Schweizerin eine entsprechende Frage allerdings erst einmal ab. "Ich weiß nicht, warum ich mich so unter Druck gesetzt habe. Anstatt ans Skifahren zu denken, habe ich gesagt, 'ich will'. Aber mit 'ich will' kommt man nirgendwo hin", erzählte Gut und berichtete, dass ihr von Marcel Hirscher, ihren Eltern, dem Bruder und dem ganzen Team gut zugeredet worden sei.

Den ganzen Sommer sei es immer nur darum gegangen, dass sie die Gejagte sei. Und dann habe sie sich in den 24 Stunden vor dem Rennen stark unter Druck gesetzt. Wenige Sekunden vor dem Startsignal machte es klick. "Ich habe mir gesagt, ich fahre einfach nur runter. Und nach dem ersten Lauf war es eigentlich schon gewonnen. Das Rennen gegen den Kopf."

1,42 Sekunden Vorsprung auf Shiffrin zur Halbzeit, 1,44 am Ende - kein Grund für Gut, abzuheben. "Sölden ist auch ein Startnummernrennen. Du musst die erste Gruppe nützen, pushen und versuchen, schnell zu sein. Denn du weißt nie, was im zweiten ist."

Shiffrin kam erst mit Startnummer 16, anerkannte Guts Leistung ("Wirklich eindrucksvoll"), stellte aber gleich ihre Ziele klar. "Mein Fokus liegt auf den Kristallkugeln im Slalom und Riesentorlauf. Ich möchte wirklich, wirklich Riesentorläufe gewinnen. Vielleicht mehr, als ich den Gesamtweltcup gewinnen will."

Sie habe mehr Risiko genommen als jemals zuvor in dieser Disziplin. "Aber ich kann mehr. Ich freue mich sehr auf den nächsten in Killington. Vielleicht wird das mein nächster Sieg, wer weiß." Mit einem Podium aus Sölden abzureisen, sei eine große Erleichterung. "Zu gewinnen ist immer großartig, aber ich bin auf dem richtigen Fuß gestartet und kann damit glücklich sein. Auch wenn ich weiß, dass ich es besser kann."

Was den Gesamtweltcup betrifft, will die 21-jährige Shiffrin zur Saisonmitte einen Check machen. "Falls es danach aussieht, dass ich dabei bin, könnte es sein, dass ich darauf einen größeren Fokus lege. Aber jetzt liegt der Fokus auf den Kugeln für Slalom und Riesentorlauf. Wenn das gut geht und ich noch ein paar Punkte in den Speedbewerben hinzufüge, dann bin ich wahrscheinlich fähig, um die Gesamtwertung mitzukämpfen. Lara ist wirklich stark. Und ich nehme nichts als selbstverständlich."

Weiter geht es mit dem Damen-Weltcup am 12. November in Levi. Gut wird nicht am Start sein. Kugelverteidigerin, Olympiasiegerin und Weltmeisterin Shiffrin bietet sich damit die Chance, die Führung im Gesamtweltcup zu übernehmen. Und in dieser Position nach Killington zu den Technikbewerben an die US-Ostküste zu reisen.

Quelle: APA

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