Wintersport

Speed-Abschiedsparty für Frauen steigt in Garmisch

In Abwesenheit einiger Speed-Stars finden am Samstag und Sonntag mit der Abfahrt und dem Super G in Garmisch die letzten Weltcup-Rennen der alpinen Ski-Frauen vor Olympia in Peking statt. Die ÖSV-Hoffnungen ruhen gemäß der Trainingsergebnisse unter anderem auf Cornelia Hütter, Mirjam Puchner und Tamara Tippler. Ramona Siebenhofer wiederum will im Disziplinen-Weltcup Boden auf die Führende Sofia Goggia gut machen. Die Italienerin fehlt nach ihrem Sturz im Cortina-Super-G.

Mirjam Puchner war am Freitag schnell unterwegs SN/APA/AFP/CHRISTOF STACHE
Mirjam Puchner war am Freitag schnell unterwegs

Neben der verletzten vierfachen Saisonsiegerin Goggia sind auch die ebenfalls verletzte US-Amerikanerin Breezy Johnson und die Schweizerin Lara Gut-Behrami in Garmisch nicht am Start. Dieses Trio belegte in der bisherigen Saison acht von zehn ersten und zweiten Plätzen in der Abfahrt. Auch Marta Bassino oder Ragnhild Mowinckl sind nicht dabei. Eine Chance für Siebenhofer, die ihren Zeitplan für die Vorbereitung auf den Olympia-Riesentorlauf zugunsten ihrer Ambitionen im Abfahrtsweltcup extra umgeworfen hatte. "Im Nachhinein ist man dann gescheiter, das sehen wir dann morgen", meinte die Steirerin auf die Frage, ob das die richtige Entscheidung gewesen sei.

Im Training ist Siebenhofer, die auf den Super G verzichtet, noch nicht wie gewünscht in Fahrt gekommen, im Freitagstraining gab es auf der wegen Windes verkürzten Kandahar-I-Strecke nur Rang 16. "Mich hat es an einer aggressiven Stelle ziemlich verschnitten, mich hat es selber geschreckt. Ich habe Glück gehabt, dass ich nicht eingefädelt habe. Das kann man abhakeln, morgen ist das Rennen."

Im Training gut in Schuss gezeigt hat sich hingegen Hütter, nach Platz fünf am Donnerstag folgte Rang vier am Freitag. "Ich glaube, das Skifahren ist ganz gut, Grundspeed passt auch. Schauen wir, dass wir bis morgen noch etwas Zeit finden und dann wird es ein gutes Wochenende", sagte die Steirerin, die vor zwei Wochen noch mit einer Corona-Infektion zu kämpfen hatte. "Ich merke, dass es mir körperlich wieder besser geht und dass ich Gott sei Dank den ganzen Blödsinn hinter mir gelassen habe."

Puchner legte am Freitag die zweitschnellste Trainingszeit in den Schnee von Garmisch. "Gestern mit Startnummer eins war ich der Testpilot, heute hat es schon deutlich besser gepasst", meinte die Salzburgerin, die am Donnerstag nur 16. war, aber im Abfahrtsweltcup als Fünfte vielleicht auch noch ein Wörtchen mitreden kann. Gut trainiert hat auch Tippler: "Mir taugt Garmisch prinzipiell, jetzt muss ich mich nur mehr konsequenter in die richtige Position hineinzwingen, dann ist da sicher noch mehr drinnen."

Auf die Läuferinnen warten jedenfalls einige Tücken auf der Kandahar. "Garmisch ist sehr speziell vom Schnee her. Gestern waren es gefühlt fünf verschiedene Schneearten, heute sind es zehn. Man muss das Material wirklich gut anpassen, teilweise auch die Fahrweise. Oben muss man mit Gefühl fahren, weil es doch ein wenig aggressiv ist. Dann ist extrem viel Wasser drinnen. Und dann heißt es mutig durch die Hölle. Da wird es finster und unruhig. Da heißt es Zähne zusammenbeißen, Herz in die Hand nehmen und dann geht es", erklärte Hütter.

Ob so kurz vor Olympia auf einer solchen Strecke jeder ans Limit geht? "Es ist jedes Rennen gefährlich. Das ist ein schmaler Grat zwischen Sonne und Schatten. Man muss halt trotzdem immer riskieren, die anderen schlafen ja auch nicht. Und wenn man nicht riskiert, ist man langsam und hinten nach. Das will auch keiner", so die 29-jährige Steirerin. Elisabeth Reisinger will an ihre starke Leistung in Cortina anknüpfen, wo die 25-jährige Oberösterreicherin in der Abfahrt Siebente geworden ist. "Ich bin auf einem guten Level momentan. Ich hoffe, dass ich da anschließen kann."

Zu den Sieganwärterinnen in der Abfahrt gehört neben der Schweizerin Corinne Suter (Trainingsschnellste am Donnerstag) und der Französin Romane Miradoli (Schnellste am Freitag) beim Heimrennen auch die Deutsche Kira Weidle, die die Trainingsplätze zwei (Do) und fünf (Fr) belegte und die auch die Streckenverkürzung nicht störte. "Jetzt haben wir es einmal von oben probiert, einmal von unten. Also ich würde sagen, wir sind ganz gut gerüstet für morgen", so Weidle.

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