Wintersport

Sportlich sucht Bernhard Gruber noch sein Glück

Der Weltmeister läuft seiner Form derzeit hinterher. Messlatte in der nordischen Kombination ist ein junger Norweger.

So freudestrahlend hat man Bernhard Gruber schon lang nicht mehr gesehen. Privat läuft es für den 34-jährigen Kombinierer derzeit wie am Schnürchen. Nach der Hochzeit mit seiner Langzeitfreundin Margret hat Gruber ein Eigenheim in Bad Hofgastein erworben, und in den nächsten Tagen erwarten die beiden ihr erstes gemeinsames Kind.

Sportlich hingegen ist der Weltmeister von 2015 derzeit sehr weit weg von seiner Bestform. "Das Springen ist meine Achillesferse. Da wirbelt es mich ordentlich durcheinander", sagt Gruber und plötzlich weicht für einen Moment seine heitere Miene und der Kombinierer wird nachdenklich: "Momentan beißen wir uns an Riiber die Zähne aus." Der Norweger Jarl Magnus Riiber, 18 Jahre jung, gilt als Ausnahmetalent in der nordischen Kombination. Ein künftiger Weltmeister und Gesamtweltcupsieger. "Im Sommer-Grand-Prix ist die gesamte Konkurrenz von Startluke 24 losgefahren, er von Luke 20 und er ist zumindest gleich weit und sogar weiter gesprungen", erzählt Gruber, der zugibt: "Ich bin inzwischen ein wenig verzweifelt. Manchmal denke ich, dass ich das Skispringen völlig verlernt habe."

Dabei war das immer die stärkere Disziplin von Bernie, berühmt durch seine "Bernie-Bomben" weit über die Hillsize hinaus, doch seit der vergangenen Saison haben sich technische Mängel eingeschlichen. "Am Schanzentisch bin ich zu ungestüm", erklärt Gruber, der froh

ist über noch eineinhalb Monate Vorbereitungszeit. Der Weltcup beginnt am 26./27. November in Kuusamo. Von 27. bis 29. Jänner findet der Heimweltcup in Seefeld, dem WM-Ort von 2019, statt.

An die WM im Februar 2017 in Lahti will der Titelverteidiger noch gar nicht denken. "Das ist für mich noch so weit weg. Derzeit geht es darum, dass ich ein funktionierendes System finde. Erst wenn ich die nötige Konstanz habe, werde ich mich auch mit der WM gedanklich auseinandersetzen."

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