Aufatmen, nicht nur bei Kraft

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Standpunkt Richard Oberndorfer

"Es kann so schnell gehen im Skispringen", meinte ORF-Experte Andreas Goldberger nach dem zweiten Sprung von Stefan Kraft in Oberstdorf. Und die entschlossene Handbewegung nach der Landung zeigte, welche Last dem Salzburger von den Schultern gefallen war. Wie oft waren die sonst erfolgsverwöhnten ÖSV-Adler zuletzt gescholten worden. Der samstägige Sieg von Kraft in der Qualifikation wurde dankbar als Hoffnungsschimmer aufgenommen. Vorerst aber nur als Hoffnungsschimmer für einen Ausnahmeathleten, bei dem die Form zurückkam. Wieder einmal war es ein Beweis, dass die Sportart Skispringen zu den unberechenbarsten zählt. Es geht um Nuancen und um Fertigkeiten, die von heute auf morgen verloren gehen können. Auch bei Spitzenspringern. Das mussten am Sonntag die deutschen Hoffnungen Andreas Wellinger und Severin Freund vor eigenem Publikum akzeptieren - für sie ist die Gesamtwertung der Tournee nach einem Sprung schon gelaufen.

Dem österreichischen Team wird dieser dritte Platz von Stefan Kraft zum Auftakt der Tournee guttun und er könnte sogar eine Initialzündung sein. Vielleicht auch für Krafts Zimmerkollegen Michael Hayböck oder für seinen Salzburger Landsmann Daniel Huber.

Eine kleine Euphorie sei zum Auftakt der Tournee erlaubt, aber es sei nicht vergessen, dass bei den meisten ÖSV-Kollegen des Leithammels Kraft Ratlosigkeit ob der konstant verpatzten Sprünge vorherrscht. Der Erfolgsdruck bleibt.

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