Fellers großes Märchen

Er polarisiert wie kein anderer österreichischer Ski-Fahrer, er hat da Potenzial, um ganz nach vorn zu kommen - und doch hat er erst an diesem Samstag in Flachau in seinem 124. Weltcup-Rennen zum allerersten Mal gewonnen.

Autorenbild
Standpunkt Michael Smejkal

Die Umstände vor seinem ersten Sieg, die waren auch ganz Marke Manuel Feller. Sein Sager von der "Märchenwiese" in Flachau ging durch die Medien und hat ihm im letzten Moment richtig Druck gemacht. "Ich war selten so nervös vor einem Rennen wie heute, denn wenn ich da nach zwei Toren draußen liege, dann schaut das ja ganz blöd aus." Doch genau das braucht Feller offenbar: Unter Druck und Reibung funktioniert er am besten.

Die zweite Erkenntnis des Tages betrifft Österreichs Slalomteam: Alle acht Fahrer haben sich für das Finale der besten 30 qualifiziert, das gab es auch schon lange nicht mehr. Aber es zeigt: Auch der Skisport ist bis zu einem gewissen Grad ein Mannschaftsport. Und die heimische Slalom-Truppe ist offenbar ein echtes Team, das sich gegenseitig pusht, wie auch dessen Cheftrainer Marco Pfeifer nicht ohne Stolz erzählt. Wer sich im Training täglich mit Feller, Schwarz und Matt messen kann und auch das eine oder andere mal voran liegt, der weiß, dass es auch im Weltcup funktionieren kann. Was dies dann auslösen kann, das sieht man sowohl im Slalom als auch im heimischen Riesentorlaufteam, wo genau dieses Erfolgserlebnis seit langer Zeit fehlt.

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