Kitzbühel darf sich die Hände reiben

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Standpunkt Michael Smejkal

Sechs Rennen, sechs Siege - die Auftaktbilanz der ÖSV-Herren 2019 stellt auch die Tage von Maier, Schifferer und Co. in den Schatten. Erstaunlich aber, dass zwei relativ neue Gesichter darunter sind: Marco Schwarz und Vincent Kriechmayr haben wesentlich zu dieser Bilanz beigetragen. Was beide verbindet: Bei beiden haben sich die Erfolge lange angekündigt - und nach einigen Wellentälern sind sie nun da.

Dabei hätte man gerade bei Vincent Kriechmayr zu Saisonbeginn noch denken könne, er würde an seinem neuen Markenkollegen Max Franz regelrecht verzweifeln. Bei Max Franz lief alles ganz einfach, er begann die Saison mit zwei Siegen in Übersee und mit jedem Erfolg seines Markenkollegen schien Kriechmayr noch mehr zu verkrampfen. Bis Gröden - da ging gar nichts mehr.

Es hat gedauert, bis Kriechmayr seine Lockerheit wiedergefunden hat. Jetzt hat er sie. In Wengen lieferte er ein perfektes Wochenende ab: In der Kombi-Abfahrt am Freitag hat er noch eine andere Linie probiert, am Samstag hat er einen völlig neuen Ski gewählt. "Riskieren musst du", sagte er danach schmunzelnd. Das hat wohl jeder am Samstag getan, aufgegangen ist es ihm. Er hat seinen ersten ganz großen Klassiker gewonnen - und es wird angesichts seines zarten Alters für einen Abfahrer nicht sein letzter gewesen sein.

Mit diesen sechs Siegen in sechs Rennen 2019 haben Kriechmayr und Co. die Euphorieschraube für Kitzbühel in der kommenden Woche noch eine Stufe nach oben gedreht. Für sie alle wird es nicht leichter, aber Kitzbühel darf sich die Hände reiben.

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Aufgerufen am 18.09.2019 um 05:26 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/standpunkt-kitzbuehel-darf-sich-die-haende-reiben-64357495

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