Kompliment den Wagemutigen

Standpunkt

Schön langsam kriegt man richtig Erfahrung in der Rolle des Vorreiters: Die Formel 1 wagte ihren Neustart in Österreich, ebenso die MotoGP. Die heimische Eishockey-Liga spielt, während man im Nachbarland Deutschland noch über einen möglichen Saisonbeginn streitet, auch das Fußball-Nationalteam spielt vor Fans im Stadion und jetzt hat der Ski-Weltcup in seiner Blase einen sportlich spektakulären Neustart mit Traumbildern geschafft. In einem Land wie Österreich, in dem es im Sport keine Grautöne, sondern prinzipiell nur Schwarz und Weiß, Triumph und Tragödie, Held und Versager gibt, darf angefügt werden: ein großartiger Erfolg für viele Enthusiasten und Funktionäre, die wochenlang auf juristisch schwierigem Terrain dafür gekämpft haben. Chapeau!

Dass die gnadenlose Schwarz-Weiß-Trennung in
Zeiten von Corona etwas aufbricht und man sich schon an einer Sportveranstaltung per se erfreut, das muss sich langsam der ÖSV wünschen. Der Auftakt 2020 brachte jeweils bei Damen und Herren das schlechteste Ergebnis auf dem Rettenbachferner - und da wird seit 1993 gefahren. Nein, zum Abschluss wollen nicht auch noch wir in Schwarz-Weiß-Denken verfallen, sondern differenzieren: Denn die aktuellen und oft neuen Trainerteams haben geringen Anteil an der Pleite.

Aber dass ein Verband mit solchen Ressourcen und derartigen finanziellen Mitteln über viele Jahre hinweg in so eine Situation schlittert, das ist schlichtweg weder nachvollziehbar noch argumentierbar.

Michael Smejkal

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Aufgerufen am 20.10.2020 um 12:16 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/standpunkt-kompliment-den-wagemutigen-94388455

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