Wintersport

Stefan Kraft auch bei Heim-WM ein Medaillenhamster

Wenn WM-Edelmetall lockt, dann ist Stefan Kraft zur Stelle. Der Salzburger Doppel-Weltmeister hat sich am Freitag in Seefeld einmal mehr als Spezialist für Nordische Titelkämpfe erwiesen und mit Bronze zum dritten Mal in Folge angeschrieben.

Kraft eroberte zum dritten Mal in Folge Bronze SN/APA/BARBARA GINDL
Kraft eroberte zum dritten Mal in Folge Bronze

Kraft war in der Saison 2014/15 aus dem Schatten von Thomas Morgenstern und Co. getreten, mit 25 Jahren hat der Doppel-Weltmeister von Lahti neben seinen nun acht WM-Medaillen auch schon Edelmetall bei der Skiflug-WM (Bronze 2016) geholt, ist Skiflug-Weltrekordler (253,5 m), war 2016/17 Weltcup-Gesamtsieger und Gewinner der Vierschanzen-Tournee 2014/15, der norwegischen Raw-Air-Serie 2017 und hält bei 15 Weltcupsiegen.

Der Pongauer ist ein Wettkampftyp. Wenn es um etwas geht, wächst das 1,70 Meter große Leichtgewicht über sich hinaus. "Stefans Sprung ist ziemlich am Limit, aber das zeichnet auch die Springer aus, die dann in der Lage sind, sich mit einem sehr guten Sprung von den anderen abzusetzen", sagte ÖSV-Cheftrainer Andreas Felder über seine Nummer 1.

Fröhlichkeit und Lachen Krafts sind ansteckend und so freuen sich auch alle im ÖSV-Springerteam mit ihm. Doch Kraft hat auch schon schwierige Momente erlebt. Die Olympia-Saison 2017/18 mit ihren Enttäuschungen und dem lange Zeit vergeblichen Suchen hat bei nachgewirkt.

Der vergangene Sommer und die Vorbereitung seien die schwierigste Zeit seiner Karriere gewesen, gab Kraft zu. Probleme mit einem Oberschenkel und dem Material bremsten den Weitenjäger. "Ich habe mich überhaupt nicht mehr gespürt", sagte Kraft rückblickend. "Ich war vom Gefühl her von einer Medaille weiter entfernt als die Sonne vom Mond."

Sein systemischer Coach Patrick Murnig und die Trainer unterstützten die zweifelnde Nummer 1 des Teams auf dem Weg aus der Krise. Nach Lichtblicken bei der Tournee gelangen im Jänner drei Weltcupsiege, das Selbstvertrauen kam zurück. Bei der Heim-WM präsentierte sich Kraft in Topform, Einzel-Bronze am Freitag war nach Team-Silber seine zweite Medaille der 52. Titelkämpfe.

"Das war schon sehr emotional. Daheim zwei Medaillen, das ist echt perfekt. Ich bin zur WM richtig gut in Schuss gekommen, das hat mich mega-happy gemacht und dass ich schon wieder zwei Medaillen habe, ist ein Wahnsinn."

Kraft hatte sich als Schüler zunächst im Alpinskisport engagiert, bis Christian Wallner vom SV Schwarzach das Skisprung-Talent des Zehnjährigen auffiel. Der Schüler der Sporthauptschule Bischofshofen und später von der Stamser Spitzensport-Schmiede bestaunte zunächst seine Idole an der Paul-Außerleitner-Schanze. Am Dreikönigstag 2012 gab er dort sein Weltcup-Debüt (54.), ein Jahr später wurde er an gleicher Stelle in seinem erst dritten Weltcup-Bewerb Dritter, im Schatten des Siegers Gregor Schlierenzauer.

Nach dem Karriereende von Thomas Morgenstern und während der Auszeit bzw. Verletzungspause von Gregor Schlierenzauer wuchsen Kraft und sein Zimmerkollege Michael Hayböck unter Neo-Cheftrainer Kuttin rasch in die Führungsrolle hinein. Das Duo versteht sich auch abseits der Schanzen blendend. Die sportliche Heimat ist das Trainingszentrum in Rif bei Hallein, am dortigen ÖSV-Stützpunkt sorgen nun Alexander Diess und ÖSV-Co-Trainer Florian Schabereiter für Top-Kondition der Athleten.

Privat ist der am 13. Mai 1993 in Schwarzach geborene Kraft bodenständig geblieben. Er lebt mit seiner langjährigen Partnerin Marisa in einer Wohnung in Oberalm.

Quelle: APA

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