Wintersport

Stefan Kraft mausert sich zum Medaillenkandidaten

Stefan Kraft hat sich im letzten Training für den Normalschanzen-WM-Bewerb in Lahti endgültig zum Medaillenanwärter aufgeschwungen. Mit einem auf mehr Höhe ausgelegten Absprung kam der Salzburger am Freitag auf 99,5 m, die zweitgrößte Weite hinter Kamil Stoch. Der polnische Olympiasieger fixierte mit 103,5 m in der Qualifikation neuen Schanzenrekord.

Starkes Training des Salzburgers.  SN/APA (AFP)/CHRISTOF STACHE
Starkes Training des Salzburgers.

"Dieser Tag war sehr wichtig", resümierte Kraft, der WM-Dritte von 2015. Man müsse auf dieser Schanze viel Höhe mitnehmen, um große Weiten zu erreichen. Das hätten die Beispiele von Stoch und Andreas Wellinger gezeigt, sagte der 23-Jährige. "Das ist mir heute gelungen und das gibt viel Selbstvertrauen", betonte Kraft gegenüber der APA. Jetzt sei das nötige Gefühl für die Schanze vorhanden, um am Samstag (16.30 Uhr im SN-Liveticker) den Kampf um die Medaillen aufzunehmen.

Gregor Schlierenzauer vermisste hingegen noch den Aha-Effekt. Der 27-Jährige, der nach einer Sturzverletzung gerade noch rechtzeitig für seine sechste Nordische Ski-WM fit geworden war, kam in der Qualifikation als 16. auf 92,5 Meter. "Ich habe noch einiges probiert, das müssen wir analysieren", sagte der Tiroler. "Ich muss geduldig bleiben."

Schlierenzauer hat seit dem Comeback und bis zum Sturz am 5. Februar in Oberstdorf nur fünf Bewerbe bestritten. "Natürlich fehlt der Wettkampfrhythmus", merkte der Rekord-Gewinner im Weltcup an. Bei der WM setzt er auf seine Wettkampfstärke. "Es fehlt nur der letzte Schritt, damit es zu laufen beginnt."

Michael Hayböck und Manuel Fettner waren wie Schlierenzauer fix für die erste Konkurrenz qualifiziert. Hayböck gab sich optimistisch, nachdem er vor den Augen seiner Eltern - die Freundin blieb wegen einer kommenden Diplomprüfung zuhause - bei 95 m gelandet war. "Ich bin knapp dabei, ich traue mir alles zu", sagte der Oberösterreicher. Man brauche aber auch Glück, denn bereits geringe Windänderungen wirkten sich aus, stellte der 25-Jährige fest. "Wenn man unten etwas mehr Aufwind erwischt, bringt das gleich einige Meter."

Fettner war nach einem 95,5-m-Sprung zufrieden. Der Tiroler Routinier möchte in Lahti den Traum von seiner ersten Einzelmedaille verwirklichen. Nach den Trainingssprüngen sah er sich auf einem guten Weg. "Ich bin absolut konkurrenzfähig."

Quelle: APA

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