Wintersport

Super-G nach Verschiebung als Kitz-Abschluss

Die 79. Hahnenkammrennen werden am Sonntag (13.30 Uhr/live ORF eins) ungeplanterweise nach wetterbedingter Verschiebung mit dem Super-G beendet. Der steht in Kitzbühel einigermaßen im Schatten der Abfahrt, obwohl es sich um den vielleicht schwierigsten im Weltcup handelt, betonten die ÖSV-Asse im Vorfeld. "Der Super-G da ist weniger Super-G, sondern mehr Abfahrt", urteilte Hannes Reichelt.

Der Super-G ist laut Reichelt nicht zu unterschätzen SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Der Super-G ist laut Reichelt nicht zu unterschätzen

Super-G-Olympiasieger Matthias Mayer empfindet es ähnlich. Natürlich seien beim Super-G nicht die Zuschauermassen wie während der Abfahrt. Der Super-G sei aber trotzdem für alle Sportler sehr wichtig, meinte Mayer. "Es ist einer der schwierigsten Super-G", bemerkte auch Kriechmayr.

Der selektiven Strecke über die Streifalm fehlen zwar die Schlüsselstellen im oberen Abfahrtsteil, allen voran Mausefalle, aber auch Karussell, Steilhang und das Gleitstück bis zur Alten Schneise, dennoch sei der Schwierigkeitsgrad vergleichbar. Zumal ab dem Seidlalmsprung die klassische Abfahrtsstrecke befahren wird. "Der Start ist ein bisserl anders, aber trotzdem hast du lange Kurven, wo es dahingeht", sagte Max Franz.

"Super-G oder Abfahrt hier, da muss man einfach voll Gas geben und ein wilder Hund sein. Da ist es oft so, dass teilweise egal ist, wie man am Ski steht - Hauptsache, man lässt es laufen", erklärte Reichelt. "Der Super-G da herunter kann richtig, richtig schwierig sein. Es kommt halt immer darauf an, wie es gesetzt ist, und auch darauf, wie die Piste ist", betonte Franz. Was die Abfahrt an Super-G-Teilen habe, habe der Super-G wieder an extrem schnellen Passagen. "Vor zwei Jahren waren wir im Super-G sogar schneller als in der Abfahrt!"

Für Reichelt ist die enorm unruhige Piste ein wesentliches Kriterium. "Es schlagt dir da die Ski so um die Ohren, dass du dich nur schlecht fühlst", sagte der Salzburger. Durch die Super-G-Kurssetzung sei die Querfahrt fast schwerer wie in der Abfahrt zu bewältigen. Ähnlich durchgebeutelt würden die Ski-Athleten in einem Super-G nur in Bormio, wie Mayer erläuterte.

Statistisch betrachtet hat der Kitzbüheler Super-G seit der ersten Ausgabe 1995 jedes zweite Jahr einen rot-weiß-roten Sieger hervorgebracht. Von den bisher 18 Ausgaben gewannen Österreicher neun, also genau 50 Prozent der Rennen. Rekordmann ist Hermann Maier mit fünf Siegen, Günther Mader (1995), Stephan Eberharter (2002), Klaus Kröll (2009) und Mayer trugen sich dazu in die Liste ein.

Aktuell ist Mayer dank seines Triumphs vor zwei Jahren sowie zwei zweiten (2013, 2015) und eines dritten Platzes (2018) der Spezialist. "Der Super-G taugt mir, weil es sehr unrhythmisch ist", sagte der Kärntner. "Ich fahre es auf jeden Fall sehr gerne. Von den Ergebnissen her ist es eines meiner Lieblingsrennen." Reichelt stand zweimal als Dritter (2006, 2016) auf dem Podest, Max Franz erreichte 2014 den dritten Rang.

Kriechmayr hingegen hat als bestes Ergebnis einen 10. Platz aus dem Vorjahr stehen . "Ich war hier noch nie recht gut im Super-G, das ist nicht das, was ich mir vorstelle", erzählte er. "Das möchte ich auf alle Fälle besser machen", so der Oberösterreicher, der sich auch für den Super-G-Weltcup etwas ausrechnet. "Da darf ich mir natürlich keinen Ausrutscher leisten." Aktuell steht er in der Disziplinwertung auf dem fünften Platz.

Am Mittwoch absolvierten die Österreicher in Hinterreit noch ein Super-G-Training. "Wir haben eine super Piste gehabt, auch wenn vielleicht nicht so eisig wie da, aber trotzdem sehr hart", erläuterte Mayer, der dem Organisationskomitee ein großes Kompliment aussprach. "Die Piste haben sie wieder gewaltig hergerichtet. Wir als Rennläufer können das genießen."

Der Norweger Aksel Lund Svindal wird indes auf einen Start bei der Hahnenkammabfahrt verzichten. Beim Abfahrts-Olympiasieger hatten sich nach dem ersten Training auf der Streif am Dienstag wieder Knieschmerzen bemerkbar gemacht. Svindal hatte bereits den zweiten Trainingslauf am Donnerstag ausgelassen, einen Start im Rennen zunächst aber offen gelassen.

Quelle: APA

SPORT-NEWSLETTER

Jetzt anmelden und wöchentlich die wichtigsten Sportmeldungen kompakt per E-Mail erhalten.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 05.12.2020 um 07:00 auf https://www.sn.at/sport/wintersport/super-g-nach-verschiebung-als-kitz-abschluss-64617904

Kommentare

Schlagzeilen