Die Vierschanzentournee - ein deutscher (Alb)Traum

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Tournee-Journal Michael Unverdorben
Markus Eisenbichler ist im Aufwind. SN/ap
Markus Eisenbichler ist im Aufwind.

"Wars das schon wieder für die Deutschen?", fragte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Montag vor Beginn der zweiten Tourneehälfte provokant. Seit 20 Jahren wartet der Deutsche Skiverband sehnsüchtig auf einen Gesamtsieger bei der Vierschanzentournee. Zwischendurch war die schwarz-rot-goldene Skisprung-Euphorie nach dem historischen "Grand Slam" von Sven Hannawald wieder ziemlich abgeflacht. Diesmal schien Karl Geiger als Weltcupführender reif für den Triumph, doch für ihn wurde das Neujahrsspringen zum Verhängnis. Umgerechnet sind es schon knapp 18 Meter, die Geiger auf den souveränen Japaner Ryōyū Kobayashi aufholen müsste. "Für mich ist das Ding gesamtwertungstechnisch gelaufen. Da muss jetzt schon ein vogelwilder Wettkampf passieren", meinte der frustrierte Geiger vor der dritten Tourneestation in Innsbruck. "Wenn alles normal läuft, ist das für mich nicht mehr schaffbar."

Vielleicht aber für seinen Zimmerkollegen Markus Eisenbichler? Der Siegsdorfer liegt als Vierter der Gesamtwertung 21,1 Punkte oder rund zwölf Meter hinter Kobayashi - und hat einen ganz eigenen Umgang mit dem deutschen Tournee-Traum. Nach Rang zwei (mit 0,2 Punkten Rückstand) in Garmisch-Partenkirchen legt Eisenbichler die Mir-egal-Platte auf. "Das Gesamtklassement ist mir extrem wurscht grad mal. Ich muss mich auf meine Sprünge konzentrieren", betonte er immer wieder. Wohlwissend, dass die Tournee in den letzten 20 Jahren stets zum deutschen Albtraum wurde.

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