Wintersport

Tournee-Spitzenreiter Tande: "Ich will der Beste sein"

Daniel Andre Tande steht bei der Vierschanzen-Tournee erstmals in seiner Karriere im Rampenlicht. Der 22-jährige Norweger fühlt sich in dieser ungewohnten Rolle sehr wohl. "Ich will der Beste sein. Dass ich in dieser Situation bin, macht mir extrem viel Spaß", sagte der Tournee- und Weltcup-Führende in Innsbruck der APA.

Daniel Andre Tande will ganz nach oben.  SN/APA (AFP)/MICHAL CIZEK
Daniel Andre Tande will ganz nach oben.

Bis zum Alter von zwölf Jahren schien Fußball für Tande eine Alternative zu sein. Doch er entschied sich für Skispringen und kletterte in diesem Alter in seinem Wohnort Kongsberg erstmals auf etwas größere Schanzen. Heute ist Tande begeisterter Fan des FC Liverpool, wegen einer früheren Knöchelblessur spielt er selbst gar nicht mehr Fußball.

Im Skispringen hat er es dafür an die Spitze geschafft. Nach den Erfahrungen eines "Lehrjahres" - im Vorjahr war er hinter seinem aktuellen Rivalen Kamil Stoch 24. der Tournee - schickt sich Tande nun an, den Tourneesieg zehn Jahre nach Anders Jacobsen wieder nach Norwegen zu holen. Dabei sei ihm die Unterstützung seiner Familie sehr wichtig, betonte Tande, dessen Mutter und Schwester in Bischofshofen die Daumen drücken.

Der locker wirkende Bursche aus Kongsberg füllt seit Saisonbeginn die Lücke, die sich durch das Fehlen der zuvor besten Springer im Team des Tiroler Trainers Alexander Stöckl ergeben hat. Kenneth Gangnes ist verletzt (Kreuzbandriss in Stams im Juni 2016), und Johann Andre Forfang sucht seine Form.

"Er ist ein ruhiger Typ, der sich auf seine Aufgaben konzentriert und sehr gut mit Druck umgehen kann", sagte Stöckl in Bischofshofen. Vor dem Finale der 65. Auflage hat Tande zwei Siege zu Buche stehen, zudem war er in dieser Saison je dreimal Zweiter und Vierter. In der Windlotterie am Bergisel hatte er das nötige Glück, doch auch ÖSV-Trainer Heinz Kuttin bezeichnete ihn als verdienten Gewinner.

Es wirkt fast spielerisch, wie der am 24. Jänner 1994 nördlich des Polarkreises in Narvik geborene Athlet zu seinen Erfolgen fliegt. Doch die Leichtigkeit täusche, betonte Tande. "Springen ist härter, als die Leute denken. Die Bewerbe sind mental sehr schwierig. Es fühlt sich danach so an, als ob man mehrere Stunden gelaufen wäre."

Wahrscheinlich liebt Tande deshalb bequemes Schuhwerk so sehr. Bei Terminen nach den Bewerben präsentiert er sich oft mit Badesandalen. In der Vorbereitung nützt der Norsker alle Möglichkeiten im Team von Coach Stöckl und Sportdirektor Clas Brede Braaten. "Bei Daniel passt derzeit alles. Mental, körperlich, technisch und beim Material", sagte Braaten.

Doch der 1,82 m große Athlet hat selbst schon früh viel für seine Entwicklung getan. "Seit ich 17 bin, arbeite ich mit einem Mentalcoach", verriet der Skiflug-Team-Weltmeister vom Kulm 2016. "Das ist extrem wichtig beim Skispringen. Denn am Ende entscheidet das Mentale."

Quelle: APA

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