Wintersport

Tritscher hofft auf Top-Ten-Platz im WM-Sprint

In den Skilanglauf-Sprints der Damen und Herren werden am Donnerstag (14.00 Uhr MEZ) die ersten Medaillen der Nordischen Ski-WM in Lahti vergeben. Der Salzburger Bernhard Tritscher führt das ÖSV-Herren-Quartett an, Lisa Unterweger ist im Damenrennen (jeweils Skating) die einzige Österreicherin. Teresa Stadlober will ihre Qualitäten in den drei Distanzrennen ab Samstag zeigen.

Tritscher (re) ist der routinierteste ÖSV-Athlet.  SN/APA/EXPA/ JFK
Tritscher (re) ist der routinierteste ÖSV-Athlet.

Tritscher hat sich die Latte als Olympia-Siebenter von Sotschi selbst hoch gelegt. Doch für den 28-Jährigen verlief die Saison bisher nicht nach Wunsch. "Ich war vor der Tour de Ski krank, habe es dann übertrieben und bin in eine Art Übertraining gekommen", erklärte der Saalfeldener. Er trainierte daraufhin zwei Wochen gar nichts und baute danach die Form neu auf.

"Jetzt bin ich so weit, dass ich sagen kann, ich kann wieder attackieren", sagte Tritscher der APA im Vorfeld der WM. Der WM-Test in Otepää bestätigte ihm seine gute Form, Tritscher schied im Viertelfinale knapp aus. "Hier ist mehr möglich. Natürlich gehören etwas Glück und optimale Tagesform dazu. Aber ich bin gut vorbereitet und hoffe, dass ich um die Top Ten kämpfen kann", betonte der WM-Sechste von 2015 (15 km Skating) am Mittwoch in Vierumäki. Dort wohnen eine halbe Autostunde von Lahti entfernt alle Teams.

Die Strecke, die er am Mittwoch erstmals kennenlernte, stufte Tritscher als nicht allzu schwierig ein. Da seien die schweren Athleten im Vorteil, die zudem auf der flachen Abfahrt von ihrer Masse profitierten, meinte der eher leichtgewichtige Pinzgauer. Tritscher, der auch noch am WM-Schlusstag über 50 km antreten wird, ist der Leithammel im kleinen ÖSV-Team. Er macht kein Hehl daraus, dass mit stärkeren Trainingspartnern noch mehr möglich wäre.

Der ÖSV ist in Lahti zwar mit acht Aktiven vertreten, einige haben aber noch nicht einmal Weltcupluft geschnuppert. "Sie sollen im Hinblick auf die Heim-WM 2019 Erfahrung sammeln", sagte Koordinator Dietmar Miklautsch. Alexander Marent, Trainer und Skitechniker in Personalunion, gab zu, dass die Personaldecke sehr dünn sei. So wird auch diesmal keine Herren-Staffel gestellt.

"Langlauf ist ein schwieriges Geschäft", hatte Markus Gandler, der Sportliche Leiter für Langlauf und Biathlon, vor der WM gemeint. Die Entwicklung der Athleten brauche Zeit, doch insgesamt komme in Österreich wenig nach. "Richtig happy bin ich nicht", gab der Tiroler zu.

Im Sprint in Lahti starten neben Tritscher auch Dominik Baldauf, Luis Stadlober und Niklas Liederer sowie Lisa Unterweger. Sie alle haben sich das Erreichen der K.o.-Phase der besten 30 (16.30 Uhr MEZ) zum Ziel gesteckt. Zuvor muss die 1,6 bzw. 1,4-km-Strecke einzeln schnellstmöglich bewältigt werden.

Der Vorarlberger Baldauf hat das im Weltcup mehrfach und bei der WM 2015 als 19. geschafft. "Der Sprint ist mein Hauptrennen. Ich will die Quali schaffen, dann kommt ein neues Rennen, wo alles möglich ist", meinte der 24-Jährige. Der Salzburger Stadlober, der ältere Bruder der Top-10-Kandidatin Teresa, möchte in seinem wichtigsten Rennen als Debütant reüssieren. "Das primäre Ziel ist es, die Quali zu überstehen. Ich hoffe, dass es dann um den 20. Platz geht, vielleicht sogar darunter."

Dass der Norweger Petter Northug seinen Titel verteidigen kann, ist angesichts der bisherigen Saisonleistungen des 13-fachen Rekord-Weltmeisters mehr als fraglich. Ein Sieg des Russen Sergej Ustjugow wäre hingegen keine Überraschung. Bei den Damen könnten die Schwedinnen Stina Nilsson und Maiken Caspersen Falla (2. bzw. 3. in Falun 2015) den erfolgsverwöhnten Norwegerinnen den Titel wegschnappen. Titelverteidigerin Marit Björgen (NOR/36) sieht auf den längeren Distanzen diesmal bessere Chancen.

Quelle: APA

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