Wintersport

Vanessa Herzog holt WM-Silber über 1000 m

Nach Gold über 500 Meter gab es erneut Edelmetall für die Österreicherin Vanessa Herzog bei der Eisschnelllauf-WM in Inzell. Sie wurde über 1000 Meter Zweite hinter Brittany Bowe (USA).

Brittany Bowe (USA) war in 1:13:41 Min. in dem Rennen am Samstag nicht zu schlagen. Doch Herzog kam der Bahnrekordhalterin am nächsten. Sie lief im letzten Paar und lag bis 200 Meter vor dem Ziel noch gleichauf mit Bowe. Am Ende fehlten ihr in 1:14:38 knapp eine Sekunde. Bronze ging an Nao Kodaira (JAP), die damit ein weiteres Mal knapp hinter Herzog blieb.

"Ein Traum - eine Medaille bei der WM war mein Ziel, jetzt sind es zwei geworden", jubelte die 23-jährige Wahl-Kärntnerin. Silber sei über 1000 Meter das Maximum gewesen: "Ich habe von den Konkurrentinnen nur Brittany beobachtet. Ihre Zeit war besser als meine Bestleistung. Daher wusste ich, dass sie kaum zu übertreffen sein wird."

Am Freitag hatte Herzog in Inzell WM-Gold über 500 Meter gewonnen. Sie besiegte dabei in Bahnrekordzeit von 37,12 Sekunden Nao Kodaira, die zuvor in 37 Rennen nie verloren hatte. Kodaira holte mit 0,08 Sekunden Rückstand Silber.

Den Feiertrubel am Freitag hatte Herzog rasch abgehakt. "Diesmal war es ein Achterl Rot", verriet Trainer-Ehemann Thomas Herzog, dass es bei dem bei ihnen vor großen Rennen üblichen Ritual - als Belohnung für WM-Gold - diesmal die doppelte Wein-Menge gegeben habe. Vanessa Herzog: "Ich habe den Erfolg gut ,vergessen' können und neu auf den 1000er fokussiert."

Plan ging perfekt auf

"Mein Plan war, sehr, sehr schnelle erste 600 Meter zu laufen", erklärte Vanessa Herzog. "Das habe ich gut hingekriegt. Und in der zweiten Runde bin ich nicht so ,gestorben' wie die letzten Male."

Die 23-jährige Tirolerin, die in Kärnten lebt, war zuvor zwei Mal Europameisterin über 500 m (2018) und im Sprint-Vierkampf (2019). Sie ist außerdem erfolgreich als Inlineskaterin unterwegs, wo sie ebenfalls bereits einen Weltmeistertitel feierte.

Niederländer feierten mit Herzog

Nach Siegerehrung und Interviews war für Vanessa Herzog am Samstag noch kein Entkommen aus der Max-Aicher-Arena. Zuerst gab es Gratulationen von ihrer vollzählig angereisten Familie. Dann stellten sich zahlreiche, vor allem niederländische Fans, für ein Selfie mit der Österreicherin an. "Das gibt es bei uns noch nicht, aber in den Niederlanden werde ich auf der Straße erkannt." Ihre Leistungen werden anerkannt, denn: "Die Niederländer mögen außer ihren eigenen Athleten vor allem die Einzelkämpfer." Die Eislauf-verrückten Fans in Orange beherrschen auch das Bild an diesem Wochenende in Inzell. Kurz vor Herzogs Silber-Lauf gab es für sie Grund zum Feiern: Beim 1000-Meter-Lauf der Herren holten die Niederländer alle drei Medaillen.

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