Wintersport

Verhaltener Start der ÖSV-Speeddamen in Lake Louise

Nicht nur Österreichs Speed-Herren, auch die alpinen Ski-Damen auf den langen Latten sind noch nicht richtig in Schwung gekommen. Auf der ersten Speed-Weltcupstation in Lake Louise gab es in drei Rennen nur insgesamt drei Top-Ten-Ergebnisse, allerdings herrschten bei den zwei Abfahrten keine fairen Bedingungen. Die Chance zur Revanche im Super-G wurde dann auch nur teilweise genützt.

Verhaltener Start der ÖSV-Speeddamen in Lake Louise SN/APA (AFP)/MARK RALSTON
Siebenhofer weiß, „dass ich schnell bin“.

Im vergangenen Winter errangen Österreichs Speed-Damen durch Cornelia Hütter, Tamara Tippler, Ramona Siebenhofer und Mirjam Puchner sieben Stockerlplätze im Super-G (1/1/5) und sechs in der Abfahrt (1/2/3). Bereits aus Lake Louise kehrte man mit den Rängen zwei und drei im Super-G durch Tamara Tippler und Cornelia Hütter, sowie zwei durch Hütter und jeweils drei durch Ramona Siebenhofer und Hütter heim und zeigte eindrucksvoll, dass man den Ausfall von Anna Veith (damals noch Fenninger) kurz vor Saisonbeginn weggesteckt hatte.

Mit Tippler muss der ÖSV eine der Trainingsstärksten derzeit vorgeben, die Steirerin hatte sich nach harter Landung im Abfahrtstraining von Lake Louise einen Teileinriss und eine Zerrung des vorderen Kreuzbandes im linken Knie zugezogen. Das bedeutet eine Pause von bis zu vier Wochen.

Siebenhofer (15. und Ausfall in Abfahrt, 27. im Super-G) hofft schon bald, ihre Form auch auf die Piste zu bringen. "Ich weiß, dass ich schnell bin. Ich muss es nur einmal runterbringen." Zur Gesamtsituation der Mannschaft nach dem verhaltenen Start meinte sie: "Das kommt schon. Wenn wir im Jänner zu den Speedrennen und im Februar zur WM in Form sind, dann reicht es auch. Wir werden weiterarbeiten und Gas geben, wir wissen, dass wir schnell sind. Geduldig bleiben, nicht die Nerven wegschmeißen, es kommen noch viele Rennen."

Hütter war nach ausgeheilten Schuhrandprellung zuversichtlich nach Kanada gereist, dann stürzte sie im Training und schien in den Abfahrten nicht angriffslustig genug (17.,32.). Nach dem elften Super-G-Rang schnaufte sie durch. "Das war definitiv ein versöhnlicher Abschluss, aber klar hätte ich es mir ganz anders vorgestellt. Es war sicher kein Vorteil, wenn man sich im Training zweimal überschlägt und im Netz liegt. Jetzt habe ich Zeit zum Nachdenken und zum Trainieren bis Val d'Isere. Ich weiß, wie es geht, ich brauche nur noch den Speed finden."

Mit Mirjam Puchner (Sechste) und Stephanie Venier (Siebente) kam in jeder der beiden Abfahrten nur eine Österreicherin in die Top Ten, jeweils allerdings auch begünstigt durch die Bedingungen. Im Super-G sah es mit den Rängen acht durch Nicole Schmidhofer, die in Kanada ihr Comeback nach einem Kreuzbandriss gab, sowie eben elf durch Hütter und zwölf durch Puchner mannschaftlich besser aus. "Nach ganz vorne ist noch ein weiter Weg, aber bis Val d'Isere will ich den nächsten Schritt machen", erklärte Schmidhofer.

Auf der Fahrt zu ihrem sechsten Abfahrtsrang hatte Puchner noch Sonnenschein, weshalb sie dieses Ergebnis nicht zu gut bewerten wollte. "Ich könnte mich recht glücklich schätzen, ich weiß aber, dass ich noch einiges zu arbeiten habe", meinte die Salzburgerin, die im März beim Weltcupfinale in St. Moritz mit der Abfahrt erstmal ein Weltcuprennen gewonnen hatte und im Sommertraining wegen eines Knochenmarksödem am rechten Hüftkopf sechs Wochen pausieren musste.

Über Lake-Louise-Abfahrts-Doublegewinnerin Ilka Stuhec aus Slowenien meinte Puchner. "Sie hat einen Schritt gemacht vom letzten Jahr auf heuer. Für uns heißt es auch, dass wir hart arbeiten müssen, weil geschenkt wird einem auf diesem Niveau einfach nichts mehr. Ich glaube, wir haben das auch drauf." Zuletzt beim Training hatte man den direkten Vergleich mit Stuhec, da habe nach Angaben der ÖSV-Damen alles gepasst.

Elisabeth Görgl nahm aus den beiden Abfahrten gerade einmal einen Punkt mit, kam als 30. und 35. ins Ziel, im Super-G lief es als 32. nicht besser. "Ich habe nicht die Form, die ich brauche. Ich spüre die Ski nicht richtig, es läuft noch nicht so rund und leicht, ich muss noch ein bisserl denken während des Fahrens, was ich zu tun habe und das ist nicht gut. So kann man nicht richtig schnell fahren." Aber es könne schnell gehen, zeigte sich die mit 35 Jahren Teamälteste zuversichtlich.

Zu gefallen wusste die 22-jährige Christine Scheyer, die mit durchwegs hohen Nummern in ihren Weltcuprennen Nummer sechs bis acht als 18. und 23. in den Abfahrten sowie 15. im Super-G punktete. "Die Bedingungen sind egal, man muss trotzdem Vollgas geben. Ich habe mich von dem nicht beeinflussen lassen", verriet die Dame aus Götzis in Vorarlberg ihre Herangehensweise.

Die Bilanz des ersten Speed-Wochenendes fiel bei Damenchef Jürgen Kriechbaum zweigeteilt aus. "Es war ein Auf und Ab. Nach den guten Trainingsleistungen von Christina Ager und Ramona Siebenhofer mit jeweils Bestzeiten folgten sehr schwere Stürze wie jener von Cornelia Hütter oder die Verletzung von Tamara Tippler. Insoferne hat sich in Lake Louise kein Lauf entwickelt", bedauerte Kriechbaum.

Für die ÖSV-Damen geht es kommendes Wochenende mit Technikrennen in Sestriere weiter, die Speed-Damen sehen einander nächste Woche (16. bis 18. Dezember) in Val d'Isere wieder. Die Skistation in Frankreich wird damit drei Wochen in Folge Gastgeber von insgesamt gleich acht Weltcuprennen gewesen sein, nachdem man diesmal dort die abgesagten drei Rennen von Beaver Creek übernommen hatte und die Herren auch kommendes Wochenende dort Riesentorlauf und Slalom bestreiten.

Bis zu den kommenden drei Damenrennen in Hochsavoyen wollen auch Hütter und Co wieder fit sein. Die Steirerin habe trotz ihres erneut schweren Sturzes in Kanada nach und nach zurück gefunden, betonte Kriechbaum. "Letztlich hat aber im Super-G in der Zielkurve die letzte Sicherheit gefehlt, damit war die Chance auf einen Stockerplatz dahin." Der Ausfall von Siebenhofer in der zweiten Abfahrt sei bitter gewesen. "Sie war dort schon eine unserer Favoritinnen."

Quelle: APA

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