Wintersport

Anna Gasser schwebt übers Wasser

Nicht nur auf Schnee steht die Snowboard-Olympiasiegerin Anna Gasser sicher auf dem Brett. Die Kärntnerin zeigt auch beim e-Foiling auf dem Wasser Standfestigkeit.

Snowboard-Olympiasiegerin Anna Gasser steht und fährt buchstäblich auf Elektromobilität ab. Die Kärntnerin, die weder mit ihrer Standhaftigkeit noch mit ihrem Fluggefühl geizt, verrät, was sie von Fortschritt hält, ihren Umgang mit Niederlagen und ihre Definition von Freiheit. Außerdem spricht das 30-jährige Energiebündel über die Tokio-Spiele und ihren persönlichen Klima-Fußabdruck.


Als Wintersportlerin gehören deine Sommermonate dem Ausgleich - wie und wobei kannst du am besten abschalten, was bringt dir nach einer harten Saison frische Energie?
Anna Gasser: Am besten entspannen kann ich bei mir daheim im wunderschönen Kärnten. Ich wohne einen Steinwurf vom Millstätter See entfernt, bin oft mit Freunden am Wasser draußen oder verbringe viel Zeit mit meiner Familie. Diese gemeinsamen Momente geben mir viel Energie und sind mir sehr wichtig.

Du bist privat wie beruflich viel in der Natur, hast du ob des Klimawandels Zukunftsängste und was löst das Thema Nachhaltigkeit bei dir aus?
Da unsere Wettkämpfe über die ganze Welt verstreut sind, muss ich zwangsläufig viel reisen. Natürlich mache ich mir darüber Gedanken und weiß, dass mein Klima-Fußabdruck nicht optimal ist. Den Umstieg auf E-Mobilität sehe ich persönlich als ersten wichtigen Schritt, die Reisen, die mit dem Auto machbar sind, werden damit ökologischer. Darüber hinaus versuche ich nach Möglichkeit bewusst einzukaufen und beispielsweise auf Plastik zu verzichten.


Auf Schnee oder am Wasser, ohne Brett unter deinen Füßen geht es bei dir offenbar nicht. Was begeistert dich am e-Foiling, steckt nur Spaß, oder doch auch der Trainingsgedanke dahinter?
In erster Linie geht es um den Fun-Faktor und die Abwechslung, zudem suche ich gerne die Herausforderung. Wenn die Moves passen und man das Brett im Griff hat, ist es dem Snowboarden sehr ähnlich.

Wie lang braucht ein ambitionierter Anfänger, bis er das Foil standhaft in den Griff bekommt? Worauf kommt es an, hast du Tipps für die ersten Versuche?
Schwer zu sagen. Es fühlt sich anders an, wenn man über das Wasser schwebt, und braucht entsprechend Geduld. Ich gehe auch gerne Wakesurfen, das hat mir beim Einstieg ins Foilen definitiv geholfen.

Wie lang reicht der Akku und wie lang musst du dich gedulden, ehe es wieder aufs Wasser geht?
Dadurch, dass man am Wasser quasi schwebt, braucht man sehr wenig Energie. Ich kann mit nur einer Akkuladung eine Stunde surfen gehen, schaffe knapp 30 Kilometer. Das Laden nimmt zwei Stunden in Anspruch. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, einen Wechselakku zu verwenden, so verliert man gar keine Zeit und kann gleich wieder loslegen.

Bei deinem Audi Q4 e-tron sehen die Dimensionen anders aus, wie sieht es hier mit der Reichweite aus und auf welche Details fährst du besonders ab?
Der Q4 e-tron ist kompakt und trotzdem sehr geräumig. Ich kann mein gesamtes Snowboard-Equipment ohne Probleme verstauen, das Auto spricht mich auch optisch absolut an. Hinzu kommt die Reichweite von 450 bis 500 Kilometern, das ist einfach sensationell.

Wie stehst du dem Fortschritt gegenüber, bist du offen für Neues?
Natürlich! Ich denke, man muss immer offen für Neues sein, sonst verpasst man oft die besten Momente. Auch im Snowboarden will ich mich permanent weiterentwickeln, ein neuer Trick bedeutet für mich immer einen Fortschritt.

Wie definierst du Freiheit und wie lebst du sie aus?
Freiheit ist, wenn man seine Leidenschaft zum Beruf macht und somit jeden Tag genau das tun kann, was man am liebsten macht. Dadurch fühlt sich das Leben selbstbestimmt an.

Wie gehst du mit Niederlagen um?
Man tritt an, um zu gewinnen, so gesehen haben Niederlagen immer einen bitteren Beigeschmack. Manchmal geht die Rechnung auf, manchmal eben nicht, ich habe über die Jahre gelernt, damit umzugehen. Entscheidend ist, ein Mal öfter aufzustehen, als man hingefallen ist.

Im kommenden Februar geht es wieder um Olympiamedaillen. Wie oft denkst du noch an deine Goldmedaille von 2018 und was ist dir von den Sommerspielen in Tokio in Erinnerung geblieben?
Der Tag, an dem ich Olympiasiegerin geworden bin, wird mir immer im Gedächtnis bleiben. Zudem werde ich auch regelmäßig daran erinnert - ob von den Medien oder Fans - und von Tokio sind mir natürlich die vielen rot-weiß-roten Medaillen und tollen Emotionen in Erinnerung geblieben. Die Goldfahrt von Anna Kiesenhofer war einfach ein Wahnsinn. Sie ist als absolute Außenseiterin ins Rennen gegangen und hat es allen gezeigt. Ihre Leistung hat mich sehr beeindruckend.

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