Wintersport

Video: Im Eiskanal ist die Hoffnung weiblich

Skeleton-EM-Dritte Janine Flock und Bobpilotin Christina Hengster entwickeln sich zu Medaillentipps für Sotschi. Die SN besuchten Österreichs beste Bobfahrerin bereits vor der EM.



In rasendem Tempo den Eiskanal hinab, das verlangt Mut, egal ob im Bob oder auf dem Skeletonschlitten. In beiden Disziplinen werden Olympiamedaillen auch bei den Damen vergeben - zum Glück für Österreich, denn mit Christina Hengster im Zweierbob und Janine Flock im Skeleton nähern sich zwei Tirolerinnen stetig der Weltspitze.

Die 23-jährige Rumerin Janine Flock bestätigte den Aufwärtstrend am Freitag mit der Bronzemedaille bei der Europameisterschaft in Igls. Auch ein Erfolg zunehmender Routine, wie sie feststellt: "Man merkt Jahr für Jahr besser, was da unter einem passiert." In der parallelen Weltcupwertung holte sie Platz vier, ihr bislang bestes Resultat.

"Viel probiert, viele Stürze" - so fasst Flock ihre bisherige Saison zusammen. Angst spielt bei Tempo-Fan Janine ("ich fahre auch mit dem Auto eher schnell") keine Rolle mehr. Anders war das noch, als sie mit 14 Jahren begann: "Als es auf die Bahn ging, wollte ich plötzlich nicht mehr. Aber meine Mama hat gesagt: ,Jetzt bist du schon gemeldet, also fährst du auch mit."

Eher spätberufen war Christina Hengster im Bobsport. Talentespäher "casteten" sie bei der Leichtathletik. Inzwischen liefert die diplomierte Juristin und Polizeischülerin so gute Resultate, dass Platz sechs bei der EM (Weltcup-Zehnte) am Freitag schon als Enttäuschung zu werten war. Immerhin gab es heuer bereits Weltcupränge zwischen vier und sechs für Hengster, die abwechselnd mit Inga Versen und Alexandra Tüchi als Bremserin fährt.

Insgesamt geht die Leistungskurve des Bobteams Hengster steil nach oben: Weltcupplatz 16 war es vor zwei Jahren, Platz sieben im Vorjahr. "Die Rechnung geht auf", freut sich Hengster, dass sich hartes Training und konsequente Planung bezahlt machen. Im Sommer wurde der Bob gemeinsam mit der TU Graz weiterentwickelt.

Edelmetall in einem Jahr bei Olympia in Sotschi - es ist nicht mehr unrealistisch, und es wäre das erste für Österreichs Bobsport seit 20 Jahren. Zuvor aber hat Christina Hengster noch einem anderen wichtigen Termin im Kalender stehen: Im Mai absolviert sie bei ihrem sportfreundlichen Arbeitgeber, der Polizei, die Dienstprüfung.

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