Vierschanzentournee

Kobayashi flog in Bischofshofen zum Grand Slam, Kraft beim Finale Dritter

Der japanische Dominator Ryoyu Kobayashi holte beim Dreikönigsspringen in Bischofshofen souverän den Tourneesieg. Erneut gelang der lange Zeit als unerreichbar geltende "Grand Slam".

Wenn Ryoyu Kobayashi etwas nervös machte, dann war es am Sonntag mehr das Wetter als die Konkurrenz. Zu eindrucksvoll war der 22-jährige Japaner bisher durch die Vierschanzentournee gesegelt. Und auch beim Finale vor 15.000 Zuschauern in Bischofshofen wusste Kobayashi zu überzeugen. Der Saisondominator holte mit dem vierten Sieg im vierten Tourneespringen den "Grand Slam". Das war in 67 Jahren Vierschanzentournee vor ihm nur dem Deutschen Sven Hannawald 2001 und dem Polen Kamil Stoch 2018 geglückt.

Dabei waren die Bedingungen im dichten Schneetreiben alles andere als einfach. Vor seinem ersten Sprung musste Kobayashi minutenlang zuwarten, zu viel Wind ließ die Ampel am Ablauf auf Rot springen. Und der Neuschnee war Gift für die Anlaufspur. Dennoch holte der Japaner, der auf seiner erklärten Lieblingsschanze in Bischofshofen bisher nicht über die Plätze 42. und 20. hinauskam, mit 135 und 137,5 Metern den Tagessieg. Auf den Plätzen zwei und drei landeten der Pole Dawid Kubacki und ÖSV-Adler Stefan Kraft. Der Deutsche Markus Eisenbichler wurde nur Fünfter, weshalb sich Kobayashi mit sage und schreibe 62,1 Punkten Vorsprung auf Eisenbichler die Tourneekrone aufsetzte. Der 22-jährige Seriensieger ist der erste Japaner seit Kazuyoshi Funaki, der vor 21 Jahren bei dem prestigeträchtigen Schanzen-Spektakel triumphiert hatte.

Das Podest in Bischofshofen: Kubacki, Kobayashi, Kraft. SN/AP
Das Podest in Bischofshofen: Kubacki, Kobayashi, Kraft.

Es scheint, als könnte den "Überflieger" in diesem Winter nichts aufhalten. Den Saisonrekord hält der Slowene Peter Prevc mit 15 Siegen (2015/16). "Warum soll ich das nicht schaffen?", meinte er vollmundig. Die Flüge des 1,73 Meter großen Athleten wirken nie riskant, er ist beim Gewicht im Gegensatz zu manchem Konkurrenten nicht am unteren Limit. Seine Technik ruft Bewunderung hervor. Kobayashi nütze den Radius optimal aus, er sei nach dem Absprung so früh in perfekter Position wie kaum ein anderer, sagen die Trainer. "Mein System ist sehr stabil, ich kann es immer wiederholen", erklärte Kobayashi und nannte seine mentale Stärke als weiteren Trumpf.

Ein versöhnliches Ende der für den ÖSV so turbulenten Vierschanzentournee gab es für Stefan Kraft. Der Salzburger, Tourneesieger 2015, freute sich über seinen Aufwärtstrend: "Es ist nicht einfach gewesen bei diesen Bedingungen. Im Anlauf fühlte es sich durch den Schneefall an, als würde es stoppen. Dadurch fehlte ein bisschen die Balance. Aber mit meinen Sprüngen kann ich zufrieden sein, das ist schon sehr stabil." Als bester Österreicher landete Daniel Huber, Tageselfter in Bischofshofen, in der Tourneewertung auf Rang neun.

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Quelle: SN

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