Wintersport

Vierschanzentournee: Kobayashi siegt in Oberstdorf vor drei Norwegern, Huber Achter

Beim Auftaktspringen in Oberstdorf landete mit Daniel Huber als Achtem nur ein Österreicher in den Top 10. Den Sieg sicherte sich der Japaner Ryoyu Kobayashi vor drei Norwegern.

Österreichs Skispringer müssen ihre Hoffnungen auf den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee schon nach dem ersten Bewerb begraben. Als bester ÖSV-Springer landete Daniel Huber beim Tourneeauftakt am Mittwoch in Oberstdorf auf Rang acht. An der Spitze verhinderte Ryōyū Kobayashi einen norwegischen Dreifacherfolg. Der Japaner (302 Punkte) setzte sich bei widrigen Bedingungen hauchdünn vor Halvor Egner Granerud (299,2) und Robert Johansson (298,6) durch.

Huber hatte als Achter bereits 33 Punkte Rückstand. "Vielleicht bin ich im zweiten Durchgang um einen Sprung zu früh dran gewesen, danach war der Wind besser", meinte der Seekirchner, der mit seiner Leistung aber zufrieden war. "Im zweiten Durchgang habe ich nicht mehr gezögert. Ich merke, dass ich noch Potenzial habe, habe mich aber auch wirklich stabilisiert."

Stefan Kraft verpatzte gleich den ersten Sprung. Seine Weite von 126,5 m reichte aber, um trotz der Niederlage im K.-o.-Duell noch als Lucky Loser ins Finale aufzusteigen. Dort machte der Salzburger mit einem Satz auf 123 m ein paar Plätze gut und verpasste als Zwölfter nur knapp die Top 10. "Der zweite Sprung war sehr okay, aber davon hätte ich halt zwei gebraucht", meinte der Tourneesieger von 2015.

Daniel Tschofenig, der wie Kraft zur Halbzeit auf Platz 17 gelegen war, rutschte noch auf Rang 21 ab. Philipp Aschenwald, der sich ebenfalls nur als Lucky Loser für den Finaldurchgang qualifiziert hatte, landete unmittelbar hinter ihm. Der Bischofshofner Jan Hörl verbesserte sich im zweiten Durchgang noch vom 23. auf den 17. Rang. Manuel Fettner (39.) und Ulrich Wohlgenannt (35.) scheiterten bereits in ihren K.-o.-Duellen.

Mittlerweile nehmen die Pläne für eine Skisprungtournee der Frauen langsam Gestalt an. Bestrebungen der vier Männer-Schauplätze für eine Parallel-Veranstaltung für Sara Marita Kramer und Co. erteilte der Österreichische Skiverband aber erst einmal eine Absage. Laut Mario Stecher, dem Sportlichen Leiter für Skispringen und nordische Kombination, wird ein Projekt mit Villach favorisiert. Die Schanze in der Alpenarena soll dabei mit Ljubno einen neuen Weltcupschwerpunkt bilden.

Das bewährte Weltcup-Doppel in Slowenien ist heuer auf den Jahreswechsel übersiedelt und bringt zu Silvester und Neujahr mit einem K.-o.-Modus wie bei der Vierschanzentournee der Männer eine Neuerung für die Damen. In den zwei Wochen seit dem Weltcup in Ramsau haben die Österreicherinnen noch vor Weihnachten zwei Trainingstage eingelegt. Nach individuellen Einheiten wurde am Dienstag in Villach geübt und am Mittwoch nach Slowenien angereist.

Als größte Konkurrentinnen für das ÖSV-Skiteam schätzt Cheftrainer Harald Rodlauer die Gastgeberinnen ein: "Die haben da sicher trainiert und sind auf ihrer Heimschanze so motiviert wie von Bienen gestochen." Aber auch sonst rechnet er mit einem engen Wettkampf. "Es werden da alle bei so 85 bis 92 m eng beisammen sein. Wir wollen aber an unsere Leistungen vor Weihnachten anschließen", erklärt Rodlauer. Da feierte Kramer in Ramsau ihren fünften Saisonsieg. Chiara Kreuzer fehlt in Ljubno und soll im Training zur Form finden.

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