Wintersport

Vlhova bezwingt Shiffrin im Flachau-Slalom - Liensberger Dritte

Die Slowakin Petra Vlhova hat in Flachau ihre Dauerrivalin Mikaela Shiffrin (USA) geschlagen. Die Siegerin hatte in einem spannenden Slalom 0,15 Sekunden Vorsprung. Die Österreicherin Katharina Liensberger wurde Dritte.

Petra Vlhova konnte nicht mehr hinsehen: Wieder einmal lag sie in Führung, wieder einmal kam Mikaela Shiffrin als letzte Läuferin und wieder schien sich die Geschichte zu wiederholen - die Geschichte der ewigen Siegerin Shiffrin und der ewigen Zweiten Vlhova. Doch diesmal kam alles anders: Eine ungewöhnlich verhalten fahrende Mikaela Shiffrin konnte nicht mehr zusetzen, mit einem entfesselten zweiten Lauf samt Bestzeit holte sich Vlhova ihren ersten Slalom-Sieg in diesem Winter. Die Slowakin sank danach in den Neuschnee im Zielraum, Shiffrin blieb regungslos daneben stehen, beide warfen sich keinen Blick zu. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit rang sich Shiffrin doch noch zu einer Gratulation an Vlhova zu - man merkt, dass dieses verbissene Duell an beiden nicht spurlos vorüber gegangen ist.

"Es ist ein unglaublicher Tag für mich, die Emotionen sind überwältigend. Ich wusste, dass ich einen guten zweiten Lauf gemacht habe, aber ich dachte nicht, dass es sich ausgehen würde", meinte Vlhova, die erstaunlich viele Fans aus der Slowakei zum Nachtslalom gelockt hat. Und sie machte ihrer ewigen Konkurrentin ein großes Kompliment: "Sie hat mich gepusht und an mein Limit gebracht."

Seriensiegerin Shiffrin nahm die Niederlage zumindest nach außen gelassen hin. "Ich wusste, dass irgendwann dieser Tag kommen wird und jetzt ist er da", meinte die US-Amerikanerin, die sich nach dem dichten Programm der letzten Wochen etwas müde gefühlt hat. Das erklärt vielleicht auch, warum sie bei den für sie nicht ganz so idealen weichen Bedingungen nicht ganz an das Limit gegen konnte. "Ich freue mich jetzt auf eine Pause und werde dann hoffentlich stark zurückkommen." Auf die Frage, was sie denn von Vlhova halte, meinte Shiffrin vielsagend: "Wenn wir nicht Konkurrentinnen wären, könnten wir vielleicht sogar beste Freundinnen sein."

Das Podest: Shiffrin, Vlhove, Liensberger. SN/GEPA pictures
Das Podest: Shiffrin, Vlhove, Liensberger.

Erste Reihe fußfrei durfte die Vorarlbergerin Katharina Liensberger das Duell verfolgen - und plötzlich wurde sie selbst noch zur Siegerehrung gebeten. Die vermeintlich drittplatzierte Schwedin Anna Swenn-Larsson hat eingefädelt und wurde disqualifiziert, so "erbte" Liesnberger ihren ersten Podestplatz. Es ist eine unglaubliche Entwicklung, aber eine mit Ansage: Sie gab erst vor drei Jahren in Flachau ihr Debüt, entwickelte sich Stück für Stück nach vorne und holte zuletzt am Semmering mit Rang vier ihr bis dato bestes Weltcup-Resultat. Nun folgte das erste Podest. "Es ist ein tolles Gefühl, ich freue mich riesig", meinte Liensberger, die wegen einer Darmgrippe und Erbrechen zuvor noch gar nicht gewusst hatte, ob sie antreten könne. "Aber es war die richtige Entscheidung."

Das Gegenteil zu Liensberger ist derzeit allerdings Bernadette Schild. Die Salzburgerin schied bereits zum dritten Mal in dem Winter aus - und das, nachdem sie im zweiten Lauf endlich richtig auf Zug gekommen ist. Schild war so frustriert, dass sie aus dem Zielraum davon gestürmt ist.

Dahinter schafften es noch Katharina Truppe (8.), Katharina Huber (18.) und Stephanie Brunner (19.) in die Punkteränge. Kritik an der Strecke wollte dennoch keine üben. "Für die Bedingungen war die Strecke eigentlich sensationell", lobte Shiffrin.

Das Rennen im Liveticker:

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