Wintersport

Weltcup in Zauchensee: Endlich darf auch Ariane Rädler feiern

Nach vier Kreuzbandrissen ist Ariane Rädler in der Weltspitze angekommen. Die 26-Jährige fuhr wie Ramona Siebenhofer in Zauchensee auf das Podest - und damit ins Olympiateam.

Nur 17 Hundertstel fehlten Ariane Rädler (r.) auf die Sensation, auf Siegerin Federica Brignone. SN/apa
Nur 17 Hundertstel fehlten Ariane Rädler (r.) auf die Sensation, auf Siegerin Federica Brignone.

17 Hundertstel haben auf ihren Premierensieg gefehlt und dennoch fühlte man sich eine Woche zurückversetzt, als Johannes Strolz sensationell den Slalom in Adelboden gewinnen konnte. Ariane Rädler schaffte beim Super G in Zauchensee erstmals in ihrer Karriere als Dritte den Sprung auf das Podest. Wie ihr engerer Landsmann aus Vorarlberg war auch sie nach vier (!) Kreuzbandrissen dem Karriereende jahrelang näher als der Weltspitze. Gefragt nach ihren Gefühlen und dem Leidensweg bis dahin, flossen auch bei der 26-Jährigen Tränen: "Ein Wahnsinn, wenn man bedenkt, was ich alles habe durchmachen müssen."

Als die Topfavoritinnen Sofia Goggia und Lara Gut-Behrami an der Zeit von Rädler scheiterten, durfte man bereits mit der ganz großen Sensation spekulieren. Dass sie schließlich von Federica Brignone und Corinne Suter noch vom Sessel der Führenden verdrängt wurde, konnte Rädler leicht verschmerzen. "Von der zweiten zur dritten Zwischenzeit wäre sicher noch mehr möglich gewesen, aber heute will ich sicher nicht jammern." Dafür hätte sie in den vergangenen sechs Jahren Grund genug gehabt. Ans Aufgeben dachte sie in dieser langen Zeit nie. "Weil ich immer gespürt habe, dass ich schnell bin. Ich wollte immer zeigen, dass ich vorn mitfahren kann. Erst nach dem vierten Kreuzbandriss war ich knapp davor, den Hut draufzuhauen", sagte Rädler, die Anna Veith aufgrund ihrer Technik, ähnlichen körperlichen Statur und der Stehauf-Mentalität als ihr Vorbild bezeichnet.

"Jetzt ist ein Traum in Erfüllung gegangen", sagt sie. Und ein weiterer wird sich noch erfüllen. Denn ein Platz im Olympiateam scheint ihr nun sicher. Schließlich war vor dem Speed-Double in Zauchensee Mirjam Puchner als dreifache Dritte die einzige Österreicherin mit Podestplätzen in dieser Saison. Ramona Siebenhofer gelang dies nun in der Abfahrt am Samstag, sie musste sich nur Lara Gut-Behrami und Kira Weidle geschlagen geben. "Das tut der ganzen Mannschaft gut, mir umso mehr", sagt die ebenfalls für Peking qualifizierte Allrounderin. In die Karten spielte ihr freilich auch, dass Sofia Goggia auf dem Weg zum Sieg stürzte.

Nicht ganz nach Wunsch verlief das Wochenende für die Nummer eins im ÖSV-Team, Mirjam Puchner. Die Lokalmatadorin kam einmal mehr nicht mit der Kälberlochstrecke zurecht. "Hier will es einfach nicht klappen. Aber mir ist lieber, dass ich mit zwei großen Fehlern 17. bin, als dass ich nicht weiß, wo die Zeit liegen bleibt", sagte die St. Johannerin über die Abfahrt. Im Super G reichte es zu Rang 14. "Wieder nicht optimal, aber der Grundspeed passt."

Ein ereignisreiches Wochenende hat Sabrina Maier hinter sich. Im Training blieb sie bei einem brutalen Sturz zum Glück unverletzt. 24 Stunden später war sie dann auf dem Weg Richtung Top 10, zu ihrem besten Weltcupresultat, ehe abermals eine Schrecksekunde ihre Ambitionen beendete und sie an einem Tor vorbeifuhr. "Ich war echt gut unterwegs, sehr schade", sagte die 27-Jährige aus Saalbach. Der Ärger über den Ausfall war ebenso groß wie die Erleichterung, dass sie sich beim Sturz nicht abermals verletzt hatte. Im Super G landete Maier auf Rang 22. Sie erbte einen Startplatz, da Nicole Schmidhofer, Conny Hütter und Michaela Heider, die bei einem fatalen Sturz mit einem Seitenbandriss davonkam, allesamt für das Rennen passen mussten. Nun geht es weiter nach Cortina.

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