Wintersport

Weltcup-RTL der Damen in Courchevel abgesagt

Eine Sturmfront über den französischen Alpen hat die Austragung des letzten Damen-Weltcup-Skirennens vor Weihnachten verhindert. Starke Böen, die keine gleichen Bedingungen für die Läuferinnen zuließen, machten auch den vom Reservestart geplanten zweiten Versuch für den Riesentorlauf unmöglich. Kurz davor entschied die Jury auf Absage. Wo der Bewerb nachgetragen wird, stand vorerst nicht fest.

Sturm und Nebel: Kein RTL in Courchevel . SN/GEPA pictures
Sturm und Nebel: Kein RTL in Courchevel .

Für FIS-Renndirektor Atle Skaardal ist die Nachtragung des in Courchevel abgebrochenen Riesentorlaufs auf dem Semmering eine Option. "Zwischen Weihnachten und Silvester ist es nicht so leicht, aber ich werde jedenfalls den ÖSV und das OK Semmering fragen, ob die Möglichkeit besteht. Wenn nicht, müssen wir weiterschauen", sagte Skaardal im ORF-Interview.

Der dortige OK-Chef Franz Steiner gab sich skeptisch. "Für die Piste wäre es glaube ich kein Problem. Aber das ganze Rundherum, Verkehrskonzept und so weiter, wenn es soweit ist, müssen wir uns das ganz genau durchdenken", meinte Steiner. Die Entscheidung über ein mögliches dritten Rennen am Hirschenkogel soll bereits am Mittwoch fallen.

Eine Verschiebung auf Mittwoch war in Courchevel, in der Olympia-Region von 1992 gelegen, nicht möglich, u.a. aus Quartiergründen. Als nächste Damen-Rennen stehen Riesentorlauf und Slalom auf dem Semmering am 28. und 29. Dezember in Österreich auf dem Programm.

Der erste Durchgang, der in 2.145 m Seehöhe gestartet wurde, war nach 16 Läuferinnen unterbrochen und nach 19 Fahrten annulliert worden. Die Italienerin Sofia Goggia hatte vor ihrer Landsfrau Federica Brignone geführt, Stephanie Brunner war als beste ÖSV-Läuferin Sechste. Die Rennleitung entschied, dass nach Mittag vom tiefer gelegenen Reservestart neu begonnen werden sollte. Doch dazu kam es nach einem Beschluss der Jury mit FIS-Renndirektor Atle Skaardal nicht mehr, die Böen hatten nicht nachgelassen.

Sogar Spitzenreiterin Goggia sprach von "etwas unfairen Bedingungungen". Manche Läuferinnen hätten Windböen erwischt, andere nicht, sagte die RTL-Zweite von Sestriere. Weltcupsiegerin Lara Gut teilte ihren Unmut noch während des ersten Laufs via Twitter mit. "Geschätzte FIS... Wir lieben das Rennfahren, aber wir sind keine Windsurfer und wir haben keine Flügel", schrieb die Schweizerin.

Stephanie Brunner nahm die Bedingungen im ORF-TV-Interview nach ihrem Lauf als gegeben hin. "Es geht der Wind, aber es ist ein Freiluftsport, das gehört dazu", meinte die Tirolerin. Die schlechte Bodensicht (durch aufgewirbelten Schnee, Anm.) habe sie freilich behindert. Michaela Kirchgasser, die hinter Weltcup-Spitzenreiterin Mikaela Shiffrin (USA) Elfte war, meinte, man dürfe sich durch die Böen nicht zu sehr beeinflussen lassen. "Ich habe versucht, mich möglichst klein zu machen."

Die Absage sei okay, meinte das ÖSV-Damen-Duo nach dem Jury-Beschluss jedoch unisono. "Es war sicher nicht hundertprozentig fair, aber es ist schade, denn die Strecke war perfekt", meinte Brunner. ÖSV-Damen-Chef Jürgen Kriechbaum sprach von schwierigen und nicht für alle gleichen Verhältnissen. "Es ist schade, aber die Absage geht in Ordnung", erklärte der Coach.

Quelle: APA

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