100 Tage, 1 000 Stunden Betreuung für Kinder auf der Flucht

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Salzburger Pfadfinder in der Bahnhofsgarage bei der Kinderbetreuung
Salzburger Pfadfinder in der Autobahnmeisterei Salzburg-Liefering bei der Kinderbetreuung

100 Tage, 1 000 Stunden Betreuung für Kinder auf der Flucht sind seit dem 16. September 2015 vergangen, an dem die Salzburger Pfadfinder, die Mitglieder des Salzburger Landesjugendbeirates, Verein Spektrum, Kinderfreunde Salzburg und das Jugendrotkreuz rasch eine Betreuungsstelle für geflüchtete Kinder am Bahnhof Salzburg eingerichtet hatten.

Rückblick nach 100 Tage: 5 000 Flüchtlingskinder wurden betreut

100 Tage sind seit damals vergangen. Am 23. Dezember 2015 zogen die Organisationen Bilanz: Seit dem Start im September wurde ein buntes Spielangebot für insgesamt 5 000 Kinder in den Transitquartieren Bahnhofsgarage, Asfinag und an der Grenze zu Freilassing geboten. Täglich waren die Betreuerinnen und Betreuer von 10:00 bis 21:00 Uhr in den "Children's Areas" an Ort und Stelle.

500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisteten hier mehr als 1 000 Stunden Betreuungsarbeit. Unterstützt wurden sie dabei vom Salzburger Hilfswerk, der Katholischen Jugend und Jungschar, der Schule für Kindergartenpädagogik (BAKIP), dem Team Österreich sowie Privatpersonen und einigen ehrenamtlich arbeitenden Kindergartenpädagogen. Die Koordination übernahmen die Pfadfinder.

Salzburgs Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer bedankte sich bei "allen Menschen, die im Einsatz für die Kinder waren. Ihnen eine Stunde Freude und ein Lächeln zu schenken, hat ihre schweren Herzen sicher ein bisschen leichter gemacht. Kinder im Krieg und auf der Flucht müssen Dinge erleben und sehen, die man niemandem zumuten möchte. In ihren Monaten und Wochen der Flucht, haben sie durch den Einsatz verschiedener Organisationen in Salzburg ein paar unbeschwerte Momente Kind sein dürfen. Das ist unbezahlbar."

"Die Helferinnen und Helfer haben nicht gezögert, sondern angepackt und sich voll und ganz den Kindern auf der Flucht gewidmet, mit ihnen gespielt, gebastelt und gelacht", betonte Landesrätin Martina Berthold, die sich mit Hochachtung und Freude bei den Salzburger Pfadfindern, den Kinderfreunden, dem Verein Spektrum, dem Jugendrotkreuz und den unzähligen Freiwilligen bedankte. "Von September bis Dezember haben sie alle schnell und unbürokratisch geholfen. Jetzt geht es darum, die Kinderbetreuung auch im kommenden Jahr zu ermöglichen. Das ist ein gemeinsames Anliegen von Stadt und Land."

Viele positive Erfahrungen

Malen, Basteln, Ball spielen, Familienski und Pedalos fahren, Jonglieren – so wurde den geflüchteten Kindern eine Freude bereitet. Die "Children's Areas" boten Zeitvertreib und Unterstützung bei Problemen und trugen zu einer positiveren Stimmung in den Quartieren bei.

Die Kinderbetreuung war schnell umgesetzt und angenommen. "Die Zusammenarbeit mit den Einsatzorganisationen Polizei, Rotes Kreuz, Feuerwehr, Bundesheer und den Einsatzleitungen von Stadt und Land lief zumeist sehr gut", berichtete Thomas Gefahrt von den Pfadfindern. "Äußerst positiv bemerkt wurde die Bereitschaft in der Salzburger Bevölkerung zu helfen – entweder in Form von aktiver Zeit oder durch Sachspenden. Auch jugendliche Asylwerberinnen und Asylwerber, die bereits Deutsch sprachen, unterstützten die Teams in der Kommunikation."

Große Herausforderungen

Provisorische Strukturen und ungewohnte Rahmenbedingungen an Ort und Stelle, Koordinationsbedarf mit den anderen Einsatzgruppen und Sprachbarrieren, die Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg und den persönlichen Schicksalen, aber auch die generelle Ungewissheit zählten zu den größten Herausforderungen für die Kinderbetreuer in den Transitquartieren.

Quelle