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August Prinzinger (junior)

Dr. August Prinzinger (* 20. März 1851 in Salzburg; † 6. Dezember 1918 ebenda) war Jurist, Volkskundler, Naturschützer und stellvertretender Landeshauptmann von Salzburg. Er legte den Grundstein für den Nationalpark Hohe Tauern.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Geboren wurde er als Sohn des August Prinzinger (senior) und seiner Frau Josefine, der Tochter des Münchener Obermedizinalrates Karl von Loe.[1] Nach dem Besuch der Volksschule und des k.k. Staatsgymnasiums Salzburg studierte er ab 1869 an den Universitäten Heidelberg, München und Wien wie sein Vater Rechtswissenschaften und promovierte 1875 zum Dr. iur. Anschließend war er bis 1876 am Landgericht Saalfelden, dann am Bezirksgericht Salzburg und in Wien tätig. Von 1880 bis 1897 leitete Prinzinger die vom Vater übernommene Rechtsanwaltskanzlei in Salzburg.

Am 26. Jänner 1897 wurde Prinzinger als Vertreter des Großgrundbesitzes für die Deutsch-Konservative Volkspartei in den Salzburger Landtag gewählt.

Am 29. Dezember 1908 schied er als Abgeordneter aus dem Landtag aus, blieb jedoch bis zum 16. September 1909 Mitglied des Landesausschusses sowie vom 7. April 1907 bis zum 21. Juli 1909 Landeshauptmann-Stellvertreter. 1909/10 studierte er an der Universität München Volkskunde, Germanistik und Altgotik.

Auf zwei Reisen nach Nordamerika (1880 und 1893) und verschiedenen Reisen nach Skandinavien lernte er in dortigen Schutzgebieten auch die frühen Ideen und Ziele der Naturschutzbewegung kennen. Als Bergsteiger war er auch im Zentralausschusses des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereines tätig.

Bei der zehnten Generalversammlung des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins in Passau am 28. August 1883 war Prinzinger erster Schriftführer und schrieb den Jahresbericht des Zentralausschusses[2].

Seine herausragende Bedeutung war es vor allem, dass er als österreichischer Vertreter des Vereines Naturschutzpark (mit Sitz in Stuttgart) in einer ersten Verwirklichung der Idee der Schaffung von vier großen und repräsentativen Nationalparken zwischen den Alpen und der Nordsee 1912 die Pacht von Flächen bei Schladming und 1913 den Kauf von elf Quadratkilometern im Salzburger Stubachtal und dem Amertal verwirklichte und damit den Grundstein für den späteren Nationalpark Hohe Tauern legte. Weitere vorgesehene Ankäufe verhinderte damals der Erste Weltkrieg und die folgende Weltwirtschaftskrise, eine langfristige Pacht angrenzender Gebiete im Eigentum der Bundesforste war vor dem Ersten Weltkrieg unmittelbar vor dem Abschluss gestanden.

1918, nach seinem unvermuteten Tod (Wundvergiftung), übernahm Dr. Heinrich Medicus die Verwaltungsgeschäfte für den zukünftigen Alpenpark.

Seit 1883 war August Prinzinger verheiratet mit Berta, geborene Zinner (* 1848; † 26. Jänner 1929), der Tochter eines Wiener Oberforstrates.

Ehrungen

Nach August Prinzinger (junior) wurde 1928 im Salzburger Stadtteil Nonntal die Prinzingerstraße benannt. Auch das 1925 erbaute Vereinshaus des Naturschutzparkes im Stubachtal (heute Privathaus) ist bis heute zu Ehren Prinzingers als „Prinzingerhaus“ bekannt.

Literatur

Quellen

Einzelnachweise