Bad Gastein

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Ortsbild
Badgastein01.jpg
Karte
Karte 5640.png
Basisdaten
Politischer Bezirk: St. Johann im Pongau (JO)
Fläche: 170,73 km²
Geografische Koordinaten: 47° 06' 52" N
13° 08' 07" O
Höhe: 1 002 m ü. A.
Einwohner: 4 152 (1. Jänner 2016)
Postleitzahl: 5640
Vorwahl: 0 64 34
Gemeindekennziffer: 50 403
Gliederung Gemeindegebiet: 3 Katastralgemeinden
Gemeindeamt: Karl-Heinrich-Waggerl-Straße 29
5640 Bad Gastein
Offizielle Website: www.bad-gastein.at
Geografische Karte:
Politik
Bürgermeister: Gerhard Steinbauer(ÖVP)
Gemeindevertretung (2014): 21 Mitglieder:
12 ÖVP
5 SPÖ
4 FPÖ
Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 922
1880 1 126
1890 1 394
1900 1 659
1910 2 350
1923 2 668
1934 3 493
1939 4 367
1951 5 048
1961 5 742
1971 5 301
1981 5 580
1991 5 662
2001 5 838
2011 4 390
2015 4 171
2016 4 152
Karte
Ortsansicht mit Pfarrkirche
Badgastein um ca. 1920
Unterer Bockhartsee
Aussichtsplattform am Stubnerkogel
Ruine am Radhausberg

Bad Gastein ist eine Gemeinde im südlichen Pongau.

Geografie

Geografische Lage

Der berühmte und viel besuchte (Welt-)Kurort liegt im Süden des Salzburger Landes auf einer Anhöhe im südlichen Gasteinertal. Seinen besonderen Reiz verdankt das ehemals schwer zugängliche Gebirgsdorf den aus der "Belle Époque"[1] stammenden Hotelpalästen, die dem Ort ein großstädtisches Flair inmitten einer pittoresken und spektakulären Gebirgskulisse verleihen.

Die Gemeinde liegt fast am südlichen Ende des Gasteinertals auf einer Anhöhe, unterhalb des westlich gelegenen Stubnerkogels. Im Gemeindegebiet teilt sich das Gasteinertal bei Badbruck (875 m ü. A.) in das südöstlich führende Kötschachtal (1 062 m ü. A.) und den weiteren Verlaufs des Gasteintals nach Böckstein (1 118 m ü. A.). Das Gemeindezentrum liegt auf einer Höhe zwischen 1 100 und 1 100 m ü. A..

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über 170,73 km² und die Länge der Gemeindegrenze liegt bei 74,76 km. Die Bevölkerungsdichte beträgt 26 Einwohner/km². Bad Gastein ist flächenmäßig die größte Gemeinde des Pongaus.

Seit 1. Jänner 1991 ist Bad Gastein bei den Nationalpark-Hohe-Tauern-Gemeinden dabei. Bad Gastein gehört mit seinem Böcksteiner Anteil mit 95,71 Quadratkilometern zum Nationalpark Hohe Tauern, aus welchem der Bereich von Sportgastein ausgenommen ist. Im Zentrum Sportgasteins (dieses ohne Dauersiedlung) befindet sich die große Naßfeldalm im Naßfeldtal, die unter strengstem Landschaftsschutz steht.

Neben dem Stubnerkogel im Westen erhebt sich der Graukogel im Westen.

Durch den Ort fließt die Gasteiner Ache, die im Ortsgebiet den Gasteiner Wasserfall bildet. Aus dem Kötschachtal mündet im Ortsteil Badbruck der Kötschachbach.

Ortsgliederung

Die politische Gemeinde Bad Gastein besteht aus den drei Katastralgemeinden Badgastein, Böckstein und Remsach, wobei nach Fläche und Einwohner gerechnet Böckstein mit seinem gebirgigen "Hinterland" (bis zur Landesgrenze an den Hohen Tauern) die größte Katastralgemeinde darstellt.

Seit dem 18. Jahrhundert bildet die Gasteiner Ache am "Plateau" eine Trennlinie, deren südlich anschließender Teil mit dem "Comini-Viertel" und der Patschgsiedlung zu Hinterbaden, heute Böckstein, gehört. In diesem Bereich gehen etliche heutige Ortsnamen auf karantanisch-frühsüdslawische Sprachwurzeln zurück.

Die politische Gemeinde Bad Gastein gliedert sich in folgende Ortsteile: Böckstein 2 765, Patschgsiedlung, Bad Gastein 1 920, Badberg, Badbruck 372, Hinterschneeberg 211, Kötschachdorf 299, Kötschachtal (Bad Gastein) 155, Remsach 116; in kursiver Schrift wird die Einwohnerzahl der Ortsteile nach dem Stand der Volkszählung aus dem Jahr 2001 angegeben.

Straßen und Plätze

Hauptartikel Straßen und Plätze der Gemeinde Bad Gastein

Nachbargemeinden

Im Süden grenzt die Gemeinde an die Kärntner Gemeinden Mallnitz und Flattach, im Westen an die Pinzgauer Marktgemeinde Rauris, im Norden an die Pongauer Marktgemeinde Bad Hofgastein, im Osten an die Gemeinde Hüttschlag und im Nordosten an die Marktgemeinde Großarl.

Geschichte

Die älteste Darstellung Bad Gasteins ist mit 1690 datiert. Südwestlich der Gemeinde lag eines der ergiebigsten Tauerngold-Abbaureviere des Erzbistums Salzburg im Radhausberg-Massiv. Seine höchste Blütezeit erlebte der nunmehrige Kurort im 19. Jahrhundert. Persönlichkeiten wie Erzherzog Johann, Kaiser Franz Joseph I., der deutsche Kaiser Wilhelm I. und König Leopold II. von Belgien kurten regelmäßig in Bad Gastein. Zahlreiche Hotels entstanden in dieser Zeit.

Im 20. Jahrhundert waren unter anderem Dirigent Arturo Toscanini (1937), Bundeskanzler Leopold Figl (1952), Schauspieler Georg Thomalla, Mohammad Reza Pahlavi, der Schah von Persien oder der saudische König Ibn Saud I. in Bad Gastein zu Besuch.

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte war die Ski-WM Badgastein 1958. Sie war das erste Sportgroßereignis in Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg und das erste, das im Fernsehen übertragen wurde.

Siehe auch Deutsche Geschichte auf Salzburger Boden.

Religionen

In Bad Gastein gibt es eine katholische und eine evangelische Pfarre. Die Kirchen sind die katholische Filialkirche hl. Nikolaus, die Preimskirche sowie die Pfarrkirche Maria, Mutter vom Guten Rat im Ortsteil Böckstein und die evangelische Christophoruskirche.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts bereitet der Gemeinde der fortschreitende Verfall einiger Denkmal geschützter Objekte im Zentrum der Gemeinde große Sorgen, die von Franz Duval erworben wurden. Entgegen der Zusage von Duval, diese zu revitalisieren, ist bis 2015 nichts geschehen und die Gebäude befinden sich teilweise in bereits sehr schlechtem Zustand. Siehe dazu den Salzburgwiki-Beitrag Gasteiner Hotelbauten.

Theater

Museen

Musik

Bauwerke

Der mehrstöckige Brunnen gilt als erster Gusseisenbrunnen Europas und wurde auf der Pariser Weltausstellung von 1878 als Sensation gepriesen. Kaiser Franz Joseph I. schenkte ihn 1881 der Gemeinde Bad Gastein und ließ ihn vor dem heutigen Kurhaus Rader im Ortszentrum von Altböckstein aufstellen. 1984 wurde der Brunnen restauriert und erstrahlt seither wieder im alten Glanz.

Naturdenkmäler

Die drei Wasserfälle verfügen gemeinsam über eine Fallhöhe von 341 m.
Die im Zuge des Eisenbahnbaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts freigelegten drei Gletschermühlen befinden sich beim Poserplatz, an der Gasteiner Straße oberhalb des ehemaligen Hotel Söntgens und direkt im Ortszentrum hinter der Parkgarage.

sonstige Sehenswürdigkeiten

Sport und Freizeit

Sportveranstaltungen

Im Februar 1958 war Bad Gastein Austragungsort der Alpinen Ski-WM. Seit 2007 ist der Damen Tenniszirkus mit den Gastein Ladies im Juli zu Gast.

Vereine

Gasteiner Kulturkreis, FC Bad Gastein (Fußball), Verein Montandenkmal Altböckstein, Rotary Club Bad Gastein, ...

Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur

"Ski & Thermal - Gasteinertal" - Dieser Slogan, geprägt in den 1970er, beschreibt auch heute zutreffend die wirtschaftlichen Grundlagen von Bad Gastein. Zunächst, die 19 Thermalquellen, die am "Badberg" (am Fuße des Graukogels) links neben dem Wasserfall gelegen, mit 40° C bis zu 46,4 ° C und einer täglichen Schüttung von ca. fünf Millionen Litern zu Tage treten. Die heilende Wirkung der Thermalquellen war seit historischer Zeit wohl bekannt; erst durch die Entdeckung des Edelgases Radon konnte die heilende Wirkung erklärt und in den 1950er Jahren wissenschaftlich untersucht und nachgewiesen werden. Die zweite wirtschaftliche Grundlage seit der Erschließung durch die Tauernbahn und insbesondere heute ist der ausgeprägte Fremdenverkehr, im Winter das Skifahren im alpinen Gebiet und im Sommer das Bergsteigen und Wandern.

Gasteiner Kur

Hauptartikel Gasteiner Kur
Hauptartikel Gasteiner Kur (Geschichte)

Kuranstalten und Kurbetriebe

Fremdenverkehr

2010 wurden im gesamten Gasteinertal 2,47 Millionen Nächtigungen gezählt. Mit 1,18 Millionen Übernachtungen liegt dabei Bad Gastein knapp vor Bad Hofgastein mit 1,10 Millionen. Die Gasteiner Bergbahnen AG investieren in mehreren Jahren (Stand Jänner 2011) rund 70 Millionen Euro in Aufstiegshilfen und Beschneiungsanlagen. Die zu Bad Gastein zählenden Wintersportgebiete sind das Skigebiet Schlossalm - Angertal - Stubnerkogel, der Graukogel und das Skigebiet in Sportgastein. Gespurte Winterwanderwege, Loipen zum Langlaufen und Schlittenhundefahrten im Naßfeld komplettieren das Wintersportangebot.

Die Felsentherme Gastein zieht seit ihrem Umbau im Jahr 2004 rund 200 000 Besucher jährlich an.

1996 zählte die Gemeinde 885 000 Übernachtungen, weniger als im Jahr zuvor. Dann wurde wieder investiert und 2001 konnten 1 112 000 Nächtigungen registriert werden. Für 2012 erwartete die Gemeinde 1 130 000 Nächtigungen.

Hotels und Beherberungsbetriebe

Residenz Gruber, Grand Hotel de l'Europe, Cesta Grand Aktivhotel & Spa, Hotel Grüner Baum, Hotel Salzburger Hof, Hotel Sonngastein, Hotel Reineke, Ski Lodge Reineke, Hotel Wildbad, Hotel Haus Hirt, Hotel Miramonte, u.a.

Verkehr

Bad Gastein liegt an der B 167, der Gasteiner Straße, die von Lend im Salzachtal durchs Gasteinertal zur Zugverladestelle der Tauernschleuse in Böckstein führt. Seit 20. September 1905 fährt die Tauernbahn durch das Gasteinertal und verbindet mit dem Tauerntunnel so Bad Gastein mit Salzburg und Kärnten.

Unternehmen

Öffentliche Einrichtungen

Bildung

Politik

Bürgermeister

Hauptartikel: Bürgermeister der Gemeinde Bad Gastein

Auszeichnungen der Gemeinde

Ehrenbürger der Gemeinde Bad Gastein

Hauptartikel: Ehrenbürger der Gemeinde Bad Gastein

Träger des Ehrenrings der Gemeinde Bad Gastein

Hauptartikel: Ehrenring der Gemeinde Bad Gastein
  • Hermann Greinwald, Arzt für Allgemeinmedizin (Praktischer Arzt), Kurarzt, Bergrettungsarzt und Sprengelarzt in Bad Gastein, verliehen am 3. Mai 1990

Kulturpreis der Gemeinde Bad Gastein

Hauptartikel: Kulturpreis der Gemeinde Bad Gastein

Gemeindepartnerschaften

Persönlichkeiten

Töchter und Söhne der Gemeinde

Hauptartikel: Töchter und Söhne der Gemeinde Bad Gastein
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Bilder

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Literatur

  • Greinwald, Hermann: Die Gasteiner Kur. Therme und Heilstollen. Ein Ratgeber für Heilungssuchende und Gesunde von Dr. Hermann Greinwald. (= Gasteiner Bücherei, Band 8). Verlag Bernhard Feichtner KG, Bad Gastein (2. Auflage)
  • Gruber, Fritz: Mosaiksteine zur Geschichte Gasteins und seiner Salzburger Umgebung, Bad Gastein 2012, 528 Seiten, 838 wissenschaftliche Anmerkungen, Eigenverlag des Rotary Clubs Bad Gastein: rb-badgastein@rotary.at, ISBN 978-3-200-02728-2.
  • Gruber, Fritz: Die Strochner-Stiftung anno 1489 und die ältere Geschichte des Armenbadspitals in Badgastein, in: Roland Floimair (Hrg.) "Salzburg Dokumentationen" Nr. 99, Salzburg 1989, S. 11 bis S. 80. heute "Kurtherme Badehospiz"
  • Gruber, Fritz: Aus der Vergangenheit der Pfarre Badgastein, in: Die Kirche St. Nikolaus in Badgastein, Bad Gastein 1989, S. 25 bis S. 88.
  • Gruber, Fritz: Das alte Gastein (Bildband mit ausführlichen Texten), 1993.
  • Gruber, Fritz: Hochalpine Straßenreste aus mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Sicht, in: Andreas Lippert (Hrg.): Hochalpine Altstraßen im Raum Badgastein-Mallnitz, Böcksteiner Montana 10, VWGÖ Wien 1993, S. 277 bis S. 312.
  • Gruber, Fritz: Altböckstein und die Jüngere Geschichte der Tauerngoldproduktion. (= Böcksteiner Montana; 1). 2., erweiterte Auflage 2005.
  • Gruber, Fritz: Wanderführer Graukogel und Wanderführer Stubnerkogel, Bad Hofgastein, o. J.,76 und 64 Seiten, hrg. von der Gasteiner Bergbahnen AG.
  • Krisch, Laurenz: Der Bad Gasteiner Karl Heinrich Waggerl. Gasteiner Museum, Bad Gastein 1996, 32 Seiten
  • Krisch, Laurenz: Angelo Comini, der bedeutendste Baumeister in der Geschichte Bad Gasteins. Gasteiner Museum, Bad Gastein 1997, 48 Seiten
  • Krisch, Laurenz: Der Salzburger Architekt Josef Wessicken und sein Wirken in Bad Gastein. Gasteiner Museum, Bad Gastein 2004, 48 Seiten
  • Krisch, Laurenz: Der Bad Gasteiner Baumeister Franz Xaver Franzmair und seine Architekten. Gasteiner Museum, Bad Gastein 2005, 64 Seiten
  • Krisch, Laurenz: Die Geschichte des Grand Hotel de l'Europe in Bad Gastein, Gasteiner Museum, Bad Gastein 2009, 80 Seiten.
  • Zimburg, Heinrich: Die Geschichte Gasteins und des Gasteiner Tales. Braumüller, Wien 1948, 384 Seiten mit 66 Abbildungen.
  • 525 Jahre Badehospiz Bad Gastein, Schriftenreihe des Landes-Medienzentrum Salzburg, Serie "Sonderpublikationen", Nr. 254, erschienen 06/2015 im Verlag Franz Hochwarter, , 5600 St.Johann i.Pg.

Weblinks

Quellen

  • die angeführte Literatur
  • Salzburgwiki-Beiträge
  • Salzburger Nachrichten, 5. Februar 2011 und 23. Oktober 2012
  • St. Johann, Großarltal, Kleinarltal, Kompass Wanderkarte 1:50.000

Fußnoten

Städte und Gemeinden im Pongau
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Über dieses Bild

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