Benediktinerstift St. Lamprecht

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Stift Sankt Lambrecht.jpg

Das Benediktinerstift St. Lambrecht ist ein Kloster in Sankt Lambrecht in der Steiermark, das einmal auch zur Erzdiözese Salzburg gehört hatte.

Geschichte

Es wurde 1076 vom Kärntner Markgrafen Markwart von Eppenstein gegründet. Bedeutend wurde es durch seine Klosterbibliothek, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht.

Am 4. Jänner 1786 wurde das Stift im Zug der josephinischen Kirchenreform durch kaiserliches Dekret aufgehoben, die Bibliotheksbestände kamen in die Universitätsbibliothek Graz. Bereits Kaiser Franz II. machte die Auflösung 1802 rückgängig, in der Folge kam die Bibliothek nach St. Lambrecht zurück. Die wertvollen Handschriften blieben in Graz.

1835 wurde im Stift ein Landgymnasium mit fünf Klassen eingerichtet; die Schule bestand bis 1932.

Nach dem Anschluss im Mai 1938 wurde das Kloster durch die Nationalsozialisten beschlagnahmt. Am 13. Mai 1942 traf ein erster Transport von ca. 90 KZ-Häftlingen aus Dachau ein, das Stift wurde zum Außenlager des KZ Dachau. Ungefähr ein Jahr später trafen dann 30 Bibelforscherinnen (Zeugen Jehovas) aus Ravensbrück ein, für die ein zweites Außenlager eingerichtet wurde. Ab dem 20. November 1942 bis zur Befreiung im Mai 1945 unterstand das Männerlager dem KZ Mauthausen.

1946 kehrten die Mönche zurück. Heute verwaltet und bewirtschaftet das Kloster insgesamt rund 4000 Hektar land- und forstwirtschaftlichen Besitz und betreibt eine Hackschnitzelanlage, die den ganzen Ort versorgt.

Salzburgbezug

Aus dem Stift St. Lamprecht kamen, wie aus vielen anderen Benediktinerklöstern Österreichs, Schüler und Professoren an die Benediktineruniversität Salzburg.

Quelle