Benutzer:Archiv/Alpenbergpreis Berchtesgaden

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Alfred Hartmann aus Berchtesgaden 1958 mit seinem Hartmann-Spyder
Edgar Barth 1964 mit Elva-Porsche

Der Alpenbergpreis Berchtesgaden war ein internationales Bergrennen für Automobile im Berchtesgadener Land, das zur Europabergmeisterschaft zählte (wie auch Rennen des Gaisbergrennens).

Geschichte

Zwischen 1925 und 1928 wurden die ersten Autorennen von Berchtesgaden zum Obersalzberg veranstaltet.

Nach einer Unterbrechung von 30 Jahren fand dann 1958 das erste Bergrennen zum Roßfeld auf der neuen Roßfeld-Panoramastraße statt. Das erste Rennen hieß noch Roßfeld-Berg-Wertungsfahrt, das zweite dann Roßfeld-Bergrennen, das dritte Internationales Roßfeld-Bergrennen und ab dem vierten dann Internationaler Alpen-Bergpreis Rennfahrer wie Hans Herrmann, Gerhard Mitter, Toni Fischaber, Rolf Stommelen und Sepp Greger sorgten Jahr für Jahr für steigende Beliebtheit dieser Rennveranstaltung.

Aber als 1973 die Energiekrise Europa erfasste, kam für die knapp sechs Kilometer lange Bergstrecke das endgültige Aus. 25 Jahre später eroberten die klassischen Automobile die historische Bergstrecke und sorgten für eine Renaissance dieser einst so hochkarätigen Veranstaltung. Es gab dann die Rossfeld Historic, die jedoch ab 2010 nicht mehr durchgeführt wurde. 2013 wird es aber eine neue Veranstaltung auf der Roßfeld-Panoramastraße geben, den Internationalen Edelweiß-Bergpreis Roßfeld Berchtesgaden.

Rennleiter, Funktionäre Mitarbeiter

Rennleiter aller Rennen war Hans Buchwinkler vom Autohaus Buchwinkler Berchtesgaden. Zumindest bei den Rennen 1958 und 1960 war Helmut Krackowizer Pressechef der Veranstaltung[1]. 1960 war der Salzburger Sportreporter Hans Klettner zusammen mit Krackowizer für Presse und Reportage zuständig. Weitere Funktionäre und Mitarbeiter waren, sowie bisher bekannt:

  • 1960: Dipl.-Optiker Hau aus Salzburg war Chefzeitnehmer des SAMTC, technische Kommissare waren Siegfried Langwieder (Berchtesgaden), Richard Felke und Toni Magnus (beide Salzburg)
  • zumindest beim letzten 1973 Rennen war der Salzburger Fritz Stengl Chefzeitnehmer des SAMTC

Streckenverlauf

Der Start befand sich beim Gasthof Obersalzberg in der Nähe der Abzweigung nach Bad Dürrnberg. Von dort ging es etwas mehr als drei Kilometer zur Mautstelle der Roßfeld-Panoramastraße und auf dieser dann zum Ziel. Die Streckenlänge betrug 5 890 m mit einem Höhenunterschied von 505 m, bei einer mittleren Steigung von neun Prozent und einer maximalen von 14,5 Prozent.

Die Veranstaltung

Jeweils am Samstag waren ab 7:30 Uhr bis nach 16 Uhr Trainingsläufe angesetzt. Am Sonntag startete der erste Lauf um 12 Uhr, der zweite Lauf nach 14 Uhr.

Beim letzten Rennen 1977 gab es folgende Rennklassen:

  • Serien-Tourenwagen bis 1 100 cm³, bis 1 100 cm³ bis 1 150 cm³, 1 150 bis 3 000, 1 300 cm³ bis 1 600 cm³, 1 600 cm³ bis 2 000 cm³, 2 000 cm³ bis 3 000 cm³ und eine über 3 000 cm³,
  • Serien-Grand-Tourisme-Fahrzeuge über 1 600 cm³ und eine Klasse über 3 000 cm³,
  • Tourenwagen bis 1 100 cm³, bis 1 100 cm³ bis 1 150 cm³, 1 150 cm³ bis 3 000, 1 300 cm³ bis 1 600 cm³, 1 600 cm³ bis 2 000 cm³, 2 00 cm³ bis 3 000 cm³ und eine über 3 000 cm³,
  • Grand-Tourisme-Fahrzeuge 1 300 cm³ bis 3 000 cm³ und eine Klasse über 3 000 cm³,
  • Spezial-Produktionswagen 1 300 cm³ bis 2 000 cm³, 2 000 cm³ bis 3 000 cm³ und über 3 000 cm³,
  • Zweisitzige Rennwagen bis 1 300 cm³, 1 300 cm³ bis 1 600 cm³, 1 600 cm³ bis 2 000 cm³, 2 00 cm³ bis 3 000 cm³ und eine über 3 000 cm³
  • Rennwagen der Klassen Formel 3, Formel 2, Formel V 1 300 cm³ und Formel V 1 600 cm³.

Die Schnellsten

  • 1958: Sepp Greger, München, Porsche Carrera, 4:26,7 min, 80,990 km/h Schnittgeschwindigkeit
  • 1959: Ernst Vogel, Österreich, Porsche RSK, 3:57,1 min, 91,101 km/h
  • 1960: Gerhard Mitter, Leonberg, Mitter-DKW, 3:49,8 min, 93,995 km/h
  • 1961: Gerhard Mitter, Leonberg, Mitter-DKW, 3:43,3 min, 100,793 km/h
  • 1963: Hans Herrmann, Stuttgart, Abarth-Sport, 3:20,4 min, 107,784 km/h
  • 1964: Egar Barth, Bietigheim, Porsche, 3:15,31 min, 108,565 km/h
  • 1965: Gerhard Mitter, Böblingen, Porsche, 3:07,59 min, 113,020 km/h
  • 1966: Gerhard Mitter, Böblingen, Porsche, 3:00,43 min, 117,519 km/h
  • 1967: Rolf Stommelen, Köln, Porsche, 2:59,37 min, 118,210 km/h
  • 1968, 1969 und 1970 wurde der bestehende Rekord nicht unterboten
  • 1970: der bestehende Rekord wurde nicht unterboten
  • 1971: Johannes Ortner, Italien, Abarth 1300, 2:56,04 min, 120.450 km/h
  • 1973: Reinhold Joest, Deutschland, Porsche 908/3, 1:35,70 min
  • 1977: Christian Debias, Luxemburg, Ralt RT 1, 2:23,99

Europabergmeisterschaft der Rennwagen

Dieses Rennen zählte zur Europabergmeisterschaft, die von folgenden Fahrern in dieser Zeit gewonnen wurden:

  • (1957: Willy Peter Daetwyler, Schweiz, Maserati)
  • 1958: Wolfgang Graf Berghe von Trips, Horrem, Porsche
  • 1959: Edgar Barth, Kornwestheim, Porsche
  • 1960: Heinrich Walter, Schweiz, Porsche
  • 1961: Heinrich Walter, Schweiz, Porsche
  • 1962: Lodovico Scarfiotti, Italien, Ferrari
  • 1963: Edgar Barth, Kornwestheim, Deutschland, Porsche
  • 1964: Edgar Barth, Kornwestheim, Porsche
  • 1965: Lodovico Scarfiotti, Italien, Ferrari
  • 1966: Gerhard Mitter, Böblingen, Deutschland, Porsche
  • 1967: Gerhard Mitter, Böblingen, Porsche
  • 1968: Gerhard Mitter, Böblingen, Porsche
  • 1969: Paul Schetty, Schweiz, Ferrari
  • 1970: Johannes Ortner, Italien, Abarth[2]
  • 1971: Johannes Ortner, Italien, Abarth[2]
  • 1972: Xaver Perrot, Schweiz, March

Tödliche Unfälle

Beim Rennen 1968 starb der Bergeuropameister von 1965, Lodovico Scarfiotti, nach einem Unfall beim Training, dessen Ursache nie geklärt werden konnte.

Quellen

Fußnoten

  1. Quelle Original Presseunterlagen sowie Originalausschreibung 1958 und 1960 mit Namensnennung
  2. 2,0 2,1 in der Klasse der Sportwagen, Rennwagen-Bergeuropameister gab es in diesem Jahr keinen