Birgit Maier

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Birgit Maier

Birgit Maier (* 1971 in Bramberg am Wildkogel, Pinzgau) ist seit 2000 geschäftsführende Gesellschafterin im Familienunternehmen Holzbau Maier in Bramberg am Wildkogel.

Leben

Birgit Maier absolvierte die HTL für Hochbau in Saalfelden am Steinernen Meer und anschließend ihr Architekturstudium an der Universität Innsbruck. Nach einigen Praxisjahren legte sie 2001 die Ziviltechnikerprüfung ab. Seit 1997 arbeitet Maier im elterlichen Betrieb. Die Geschäfte führt sie gemeinsam mit ihrer Schwester Gundi Maier in zweiter Generation. Aufgebaut haben das Unternehmen ihre Eltern, Hilde und Herbert Maier.

Sie ist auch im Vorstand des Tourismusverbands Bramberg am Wildkogel.

Vorgestellt

Ihre Frau hält ihnen den Rücken frei. Das sagen Manager oft. Bei der Chefin von Holzbau Maier in Bramberg am Wildkogelist es umgekehrt. Birgit Maier sagt: "Ohne die Unterstützung meines Partners wäre es nicht möglich, in leitender Funktion tätig zu sein." Maier arbeitete einige Wochen nach der Geburt ihres Sohnes Melvin wieder, in Karenz ging ihr Lebensgefährte Christian. Er ist auch heute derjenige, der nur am Vormittag arbeitet, um am Nachmittag Zeit für den siebenjährigen Sohn zu haben. "Das war uns wichtig, dass ein Elternteil bei ihm zuhause ist."

Frauen sind in der Holzbranche eine Minderheit, als Chefinnen sowieso. Holzbau Maier ist ein Betrieb mit 140 Mitarbeitern, der immer wieder Schlagzeilen macht, zuletzt mit einem Holzhausexport in die USA. Frauen sind in dem Familienunternehmen auch an zwei Händen abzuzählen. "Tischlerei und Zimmerei sind männerdominierte Berufe, die anstrengende körperliche Arbeit ist für Frauen schwierig", sagt Birgit Maier. Bei der Planung würden Frauen mitarbeiten – "sie haben einen anderen Zugang, andere Ideen". Der Mix tue gut.

Über ihre Führungsrolle sagt die Pinzgauerin: "Es ist etwas anderes, in ein Familienunternehmen hineinzuwachsen, als extern in einen Betrieb einzusteigen." Sie sei damals neugierig gewesen, wie die "Herrenmannschaft" reagieren werde, erzählt sie. "Ich hab mir gedacht, sie werden sich denken, jetzt ist sie studieren gegangen, kommt dann zurück und redet gscheit." Aber sie sei positiv überrascht worden, nicht nur im eigenen Betrieb. "Die Pinzgauer sind ja ein ganz eigenes Völkchen, manchmal ein bisschen schwierig, aber wenn sie dich akzeptieren, ist es kein Problem."

Maier ist aber auch eine, die unkompliziert wirkt, sehr sympathisch ist und dazu noch Schmäh hat. Sie scheint kein Problem damit zu haben, sich als Frau unter Männern durchzusetzen. "Aber man muss immer wieder sein Wissen beweisen und braucht Durchsetzungskraft", sagt sie.

Froh ist Birgit Maier, dass sie die Geschäfte gemeinsam mit ihrer Schwester Gundi führt. Die Aufgabenbereiche haben sich die beiden geteilt, sie ist für das Technische zuständig, ihre Schwester für das Kaufmännische und die Verwaltung. "Ich finde es gut, dass wir es gemeinsam machen. Die Arbeit ist so umfangreich, es ist angenehm, die Aufgaben teilen zu können. Das ist viel besser als allein." Auch ihr Lebensgefährte arbeitet mittlerweile im Familienbetrieb mit.

Seit Birgit Maier Chefin ist, wird sie oft gefragt, ob sie bei Holzprojekten mitarbeitet. "Da wird man schon ganz gern genommen, weil man Frauen auch dabeihaben will. Das macht ein gutes Bild, weil die Frauenquote so niedrig ist und das bei Fördergeschichten der EU von Vorteil ist."

Quelle

  • Salzburger Nachrichten (Daniele Pabinger)