Dekanatskirche St. Georg

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dekanatskirche St. Georg

Die Dekanatskirche St. Georg in der Flachgauer Gemeinde St. Georgen bei Salzburg ist eine römisch-katholische Pfarrkirche und seit 16. Februar 2016 auch ein Europaschutzgebiet.

Geschichte

Die Kirche wurde vermutlich 1211 von den Edelfreien von Haunsperg und deren Schwester Mechtild gestiftet. Bis 1620 war die Kirche eine Hofmark, das bedeutete, sie verfügte (bis 1803) über die Niedere Gerichtsbarkeit sowie andere Rechte. Dazu gehörte auch das Recht, eine Gastwirtschaft zu betreiben (Taverngerechtsame). Dieses Recht für den Pfarrhof wurde erst 1938 aufgehoben.

Bei der Restaurierung der Kirche im Jahre 1976 wurden Reste dreier Vorgängerkirchen ergraben, ein Steinbau von 788, ein romanischer Saalbau von 1297 und ein einschiffiger gotischer Bau von 1499. Der heutige Kirchenbau wurde von 1749 bis 1754 nach den Plänen des Architekten Johann Kleber mit dem Baumeister Tobias Kendler erbaut.

Ausstattung

Der Hochaltar aus dem Jahr 1843 zeigt das Altarblatt hl. Georg und trägt seitlich die Konsolfiguren der Heiligen Rupert und Virgil vom Bildhauer Georg Itzlfeldner (1755). Die Seitenaltäre aus 1763 zeigen Bilder vom Maler Pietro Antonio Lorenzoni, links hll. Leonhard und Florian vor Maria Immaculata und das Oberbild Erzengel Michael, rechts hl. Joseph. Die Seitenaltäre tragen seitlich die Konsolfiguren, links hll. Katharina und Barbara, und die seitlichen Aufsatzfiguren hll. Nikolaus und Stephanus, rechts seitlichen Konsolfiguren hll. Joachim und Anna. Es gibt einen kleinen Tragaltar mit der Figur Maria mit Kind aus 1755.

Die Kanzel stammt aus dem Jahr 1755. Es gibt eine Kreuzigungsgruppe mit den Konsolfiguren Immaculata und Joseph die aus der Bauzeit der Kirche stammen. Das Bild Geißelung Christi aus 1650 hängt in einem bemerkenswerten Rahmen mit Knorpelwerkornament aus 1670. Ein ehemaliges Seitenaltarbild hll. Leonhard und Florian vor Maria mit Kind malte der Maler Franz Ebner. Ein ehemaliges Seitenaltarbild hl. Joseph malte der Maler Peter Paul Perwanger.

Der spätgotische oktogonale Taufstein aus dem 15. Jahrhundert mit einem Deckel aus der Mitte des 18. Jahrhunderts hatte eine Figurengruppe Taufe Christi, die jedoch gestohlen wurde. Die Kirche barockes Abschlussgitter schließt die Kirche ab.

Kirche als Europaschutzgebiet

Die Pfarrkirche in St. Georgen ist Österreichs erste "Europa-Kirche". In ihrem Dachgebälk befinden sich alljährlich große Wochenstuben zweier Fledermausarten, der "Mausohren" und der "Kleinen Hufeisennase". Der Standort in St. Georgen ist deren nördlichste Wochenstube im Alpenvorland.Nahrungsquellen der Fledermäuse liegen im benachbarten Europaschutzgebiet Salzach-Auen.

Bildergalerie

weitere Bilder

 Dekanatskirche St. Georg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen