Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee der Universität Innsbruck

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Limnologisches Institut in Mondsee, mit Seeblick

Das Forschungsinstitut für Limnologie befindet sich in Mondsee am Nordufer des Mondsees in Oberösterreich.

Allgemeines

Das Institut für Limnologie wurde 1972 in Wien gegründet und übersiedelte im Jahr 1981 in ein neues Institutsgebäude im oberösterreichischen Salzkammergut – an den Mondsee. Das Grundstück, auf dem das Gebäude errichtet wurde, liegt zum Teil in den Gemeinden Tiefgraben und in Mondsee. Die international renommierte Forschungseinrichtung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) wurde 2012 in einer internationalen Evaluierung als exzellent begutachtet. Am 1. September 2012 wurde das Institut für Limnologie als Forschungsinstitut in die Universität Innsbruck integriert. Das Institut ist nun Teil der Fakultät für Biologie.

Sieben Arbeitsgruppen widmen sich in Mondsee der Erforschung von See-Ökosystemen und der Evolution von Organismen in einer sich ändernden Umwelt. Ihr übergeordnetes Ziel ist es, die Struktur, Funktionsweise und Dynamik der Süßwasser-Ökosysteme zu verstehen. Dabei reicht der Fokus von Bakterien bis zu Fischen um Muster und Prozesse ökologischer und evolutionsbiologischer Relevanz zu untersuchen. Beispielsweise ist über die spezifische ökologische Funktionen von Bakterien und Einzellern im Süßwasser noch wenig bekannt, und das, obwohl sie für den größten Teil der stofflichen Umsetzungen in Seen verantwortlich sind. Die Untersuchung der Entstehung und Erhaltung der Diversität und Komplexität aquatischer Organismen und Gemeinschaften passiert in Mondsee auf verschiedenen Ebenen: beginnend bei Molekülen (Gene und Proteine) über Organismen und Populationen bis zu Gemeinschaften. Das bildet das gemeinsame Forschungsziel für die nähere Zukunft. Dieser ganzheitliche Ansatz, die evolutionäre Ökologie von Seen in einer sich ändernden Umwelt zu erforschen, unterscheidet das Institut von allen anderen Einrichtungen, die in Europa Gewässerforschung betreiben.

Um möglichst umfassende Erkenntnisse über die Entwicklung der Süßwasserökologie bis hin zu möglichen Zukunftsszenarien zu erhalten, bedienen sich die acht Wissenschafter am Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee verschiedener, etablierter Methoden. Hinzu kommen Studenten und Gastwissenschaftler, die in verschiedenen nationalen und internationalen Forschungsprojekten mitarbeiten. Die Auswertung von Langzeitdaten, Laborexperimente und Feldversuche im Mondsee sowie weiteren Seen in verschiedenen Höhenlagen sollen ein vollständiges Bild der Ökologie der heimischen Seen ergeben – wichtige Erkenntnisse für die Grundlagenforschung, die aber auch für den Schutz der heimischen Gewässer und das Gewässer-Management von großer Bedeutung sind.

Die Eingliederung des Instituts für Limnologie in die Universität Innsbruck stellt eine optimale Ergänzung zur Forschungsarbeit an der Fakultät für Biologie dar, wo die hochalpine Limnologie und die Einflüsse des globalen Wandels auf die Biodiversität in diesem Bereich erforscht werden.

Im Zuge der Übernahme durch die Universität Innsbruck werden die, 2007 begonnenen, Umbauarbeiten wieder aufgenommen und sollen zügig abgeschlossen werden. Die MitarbeiterInnen wurden in mehrere Ausweichquartiere in den Mondseelandgemeinden ausgesiedelt. Nach Fertigstellung der Bauarbeiten wird der Forschungsbetrieb wieder in das Institutsgebäude am See zurückkehren.

Bildergalerie

Weblinks

Quellen

  • Flachgauer Nachrichten, 16. April 2009
  • Institut für Limnologie Mondsee, ÖAW, 27. Mai 2009 und 13. Februar 2013