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Gottfried Plohovich (senior)

Hofrat Gottfried Plohovich (* 10. März 1926 in Korneuburg, .; † 5. März 2011 in Saalfelden am Steinernen Meer) war ein österreichischer Komponist, Musiklehrer, Dirigent und Organist.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ausbildung

Nach Absolvierung der Technischen Versuchs- und Lehranstalt für die Textilindustrie in Wien, Kriegseinsatz an der Ostfront und Kriegsgefangenschaft legte Plohovich im Jahr 1946 die Matura ab. Dann jedoch studierte er, der bereits im Alter von vier Jahren Klavierunterricht genossen hatte, von 1946 bis 1950 Kirchenmusik an der Wiener Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, an welcher Anton Heiller, Ernst Tittel und Hans Gillesberger zu seinen Lehrern zählten.

Musikalisches Wirken in und für Saalfelden

Im Herbst 1950 trat Plohovich in Saalfelden die Stelle des Chorleiters und Organisten an, verbunden mit der Aufgabe, hier die Pinzgauer Zweigstelle des Salzburger Musikschulwerkes aufzubauen. Die von ihm ins Leben gerufene Musikschule leitete er bis zum Jahr 1980. Von 1956 bis 1981 wirkte er als Musikerzieher, Chor- und Orchesterleiter an der Höheren Internatsschule des Bundes in Saalfelden. Der spätere Direktor des Bundesoberstufenrealgymnasiums Gastein, Gottfried Plohovich (junior), ist sein Sohn.

Das örtliche Musikleben belebte er in vielfältiger Weise. Im Jahr 1952 gründete er den Männerchor Saalfelden, den er bis zum Jahr 1977 leitete. Von 1952 bis 1962 stand er auch der Bürgermusik Saalfelden vor. Im Jahr 1978 rief er den Volksliedchor Saalfelden ins Leben. Auch war er Mitgründer und Obmann des Saalachtaler Volksliedchores.

Sonstige Lehrtätigkeit

Später war Plohovich als Direktor der Abteilung für Musikausbildung der Universität Mozarteum und als Lehrer am Institut für Musikpädagogik der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz tätig.

Werk

Als Komponist schuf Plohovich mehr als 250 Werke aus verschiedenen Musikgattungen.

Orchesterwerke

  • Feste in Valencia, Ouvertüre (1961)
  • Südliche Reise, Ouvertüre (1969)
  • Dachstein-Fanfare (1980)
  • Schützengruß – Wallner-Schützenmarsch (1980)
  • Heimat am Steinernen Meer, Suite in vier Teilen (1982)
  • Schelmenstreiche, Ouvertüre (1982)
  • Ewige Tauern, sinfonische Dichtung (1983)
  • Klingendes Fest, Ouvertüre für gemischten Chor und Orchester (1989)
  • Salzburger Lehrerhaus, Marsch (1997)
  • Mississippi-Melody, Ouvertüre
  • Saalfeldner Schützenmarsch

Geistliche Musik

  • Es ist eine Ros'n aufgangen, für gemischten Chor und Orgel
  • Ist finsta drausst, Adventslieder für gemischten Chor, Instrumente und Orgel
  • Lass dein Wort uns recht verstehen, für gemischten Chor
  • Marien-Messe, für Frauen-, Männer- oder dreistimmigen gemischten Chor
  • Musikantenmesse, für gemischten Chor und Bläser

Chorwerke

  • Feierabendbüchl, für Frauenchor
  • Ist finsta draußt, für gemischten Chor
  • Klinga und Singa, für gemischten Chor
  • Wir wollen immer Freunde bleiben

Schriften

  • zusammen mit Alois Eder: Ein halbes Jahrhundert Saalfeldner Musikkultur: 1950 – 2000, in Ritzenpost, Band 17. Saalfelden (Saalfeldner Museumsverein) 2005. 125 S.

Literatur

  • Suppan, Wolfgang; Suppan, Armin: Das Neue Lexikon des Blasmusikwesens, 4. Auflage, Freiburg-Tiengen, Blasmusikverlag Schulz GmbH, 1994, ISBN 3-923058-07-1
  • Bierley, Paul E.; Rehrig, William H.: The heritage encyclopedia of band music. composers and their music, Westerville, Ohio: Integrity Press, 1991, ISBN 0-918048-08-7
  • Lang, Siegfried: Lexikon Österreichischer U-Musik-Komponisten im 20. Jahrhundert, Wien, Österreichischen Komponistenbundes (OKB)/Arbeitskreis U-Musik, 1987, 248 S.
  • Birsak, Kurt: Das große Salzburger Blasmusikbuch – Mit Ehrentafel der Salzburger Blasmusikkappellen, Wien, Verlag Christian Brandstätter, 1983
  • Deutsch, Walter: Das große Niederösterreichische Blasmusikbuch – Mit Ehrentafel der Niederösterreichischen Blasmusikkapellen, Wien: Verlag Christian Brandstätter, 1982. 431 S.
  • Frank, Paul; Bulling, Burchard; Noetzel, Florian; Rosner, Helmut: Kurzgefasstes Tonkünstler Lexikon – Zweiter Teil: Ergänzungen und Erweiterungen seit 1937, 15. Aufl., Wilhelmshaven, Heinrichshofen, Band 1, A-K, 1974, ISBN 3-7959-0083-2; Band 2: L-Z, 1976, ISBN 3-7959-0087-5

Ehrungen

  • 2002: „Ambrosius-Medaille“ des Allgemeinen Cäcilien-Verbandes
  • 2010: Berufstitel „Hofrat“

Quellen