Großglockner Hochalpenstraße auf der offiziellen Liste für UNESCO-Welterbeverfahren

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Blick von der Edelweißspitze über die Fuscher Lacke zum Mittertörltunnel
eine historische Aufnahme entlang der Gletscherstraße

Die Großglockner Hochalpenstraße steht auf der offiziellen Liste für UNESCO-Welterbeverfahren.

Einleitung

Mit 3. Juli 2015 wurde die Großglockner Hochalpenstraße unter Denkmalschutz gestellt und befindet sich auf dem Weg als UNESCO Welterbe anerkannt zu werden.

Der heutige Tag ist damit auch der offizielle Startschuss für die Beantragung des Welterbe-Prädikates für die Großglockner Hochalpenstraße!“ so Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Univ.-Prof. Dr. Kurt Luger, UNESCO-Lehrstuhl „Kulturelles Erbe und Tourismus“ an der Universität Salzburg, erläuterte den Ablauf des Ansuchen. Die Vorschlagsliste muss jeweils ein Jahr vor einer möglichen Ernennung fertig eingereicht werden. Das entscheidende Treffen der UNESCO-Kommission findet alle Jahre im Februar statt. Bis Sommer 2016 soll das entsprechende Dokument von der Großglockner Hochalpenstraßen AG (GROHAG) ausgearbeitet sein und im Februar 2017 eingereicht werden. Dann könnte eine mögliche Ernennung zum Welterbe im Sommer 2018 möglich sein.

Dr. Johannes Hörl, der Vorstand der (GROHAG), teilte mit, dass neben den erforderlichen Beschlüssen der Gesellschaft die Unterstützungserklärungen der beiden beteiligten Länder Kärnten und Salzburg schriftlich vorliegen und auch die UNESCO-Kommission in Österreich, sowie die zuständigen Ministerien und die Anrainergemeinden auf höchster Ebene persönlich kontaktiert wurden. Allesamt haben ihre Unterstützung und unumschränkt positive Begleitung zugesagt.

Mag. Bernd Paulowitz, ein gebürtiger Salzburger, Geschäftsführer von „insitu World Heritage Consulting“ aus Paris, Frankreich, wurde mit der wissenschaftlichen Gesamtdokumentation und Erstellung des Antrags-Dossiers, welches voraussichtlich schon Ende 2016 in Paris der UNESCO offiziell übergeben wird, beauftragt. „Die Chancen für die Großglockner Hochalpenstraße als Einzelstätte die erste Straße Europas und eine der ganz wenigen Straßen weltweit mit Welterbe-Status zu werden stehen sehr gut!“, so Paulowitz.

Dr. Kurt Luger sieht in der Bewerbung und im folgenden Welterbetourismus eine für die Gesellschaft bzw. das Objekt Großglockner Hochalpenstraße, welche mit knapp 800 000 bis 900 000 Besuchern in den Sommermonaten bereits jetzt eine der wichtigsten Tourismus-Attraktionen in Österreich darstellt und das „Alpine Österreich“ umfassend repräsentiert, große Chance.

Großglockner Hochalpenstraße auf der offiziellen Liste für UNESCO-Welterbeverfahren eingetragen

Mit 25. Jänner 2016 ist die Großglockner Hochalpenstraße auf Antrag des Bundeskanzleramtes vom 21. Dezember 2015[1] in die offizielle Vorschlagsliste der Welterbekonvention aufgenommen worden.

Dieser wichtige Schritt auf dem Weg zur Nominierung als Welterbe sowie die offizielle Beschreibung (in englischer Sprache) sind öffentlich über die Webseite des Welterbezentrums der UNESCO in Paris einsehbar[2].

Damit steht einer Einreichung der Österreichischen Welterbe-Nominierung „Großglockner Hochalpenstraße“ zum 1. Februar 2017 (Evaluierung) und möglicher Eintragung auf der Welterbeliste im Sommer 2018 nichts mehr im Wege“, so Dr. Johannes Hörl, GROHAG.

Gibt es ähnliche Sehenswürdigkeiten die bereits Welterbe sind?

Sofern eine Beantragung des Weltkulturerbes für die Großglockner Hochalpenstraße erfolgreich verläuft, wäre dies die erste Straße, die das UNESCO-Prädikat erhält. Es gibt auf der Liste keine Straßen, die wegen ihrer Anlage des Landschaftserlebens bzw. –erfahrens aufgenommen wurden. Bei den auf der Welterbeliste vorkommenden Straßen handelt es sich entweder um Teile von Stadtensembles, archäologische Stätten oder Handelsrouten, z. B. in Hochgebirgen oder Wüstenregionen. Diese sind mit der Großglockner Hochalpenstraße im Sinne der Welterbekonvention und dem dort festgelegten Beurteilungsschema (Kriterien, außergewöhnlicher universeller Wert) nicht vergleichbar“, so GF Bernd Paulowitz, insitu World Heritage Consulting, Berater der GROHAG.

Unterlagen werden dem UNESCO-Welterbezentrum in Paris übergeben

Übergabe der Unterlagen in Paris im Jänner 2017

Der Festakt fand in der österreichischen Botschaft in Paris unter Beisein zahlreicher Experten, Ehrengästen und höchsten Vertretern aus Politik und Wirtschaft statt. Die Großglockner Hochalpenstraße, die seit 2015 unter Denkmalschutz steht, könnte die erste Aussichtsstraße weltweit werden, die dieses Prädikat erlangt.

Am Abend des 18. Jänner 2017 überreichte der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Großglockner Hochalpenstraßen AG Wilfried Haslauer (Salzburger Landeshauptmann) gemeinsam mit dem Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser sowie den Kultur-Landesräten Christian Benger (Kärnten) und Heinrich Schellhorn (Salzburg) das 600 Seiten umfassende UNESCO-Welterbe-Dossier an die Direktorin des UNESCO-Welterbezentrums in Paris, Dr. Mechtild Rössler.

Zuvor wurden die (in englischer und deutscher Sprache) vorgelegten Dossiers in einem formellen Akt vom österreichischen UNESCO-Botschafter in Paris, Dr. Harald Stranzl, den oben genannten politischen Repräsentanten und dem Vorstand der GROHAG unterzeichnet. In seiner Rede lobte Botschafter Stranzl, der als Bevollmächtigter das Kulturministerium (BKA) und das Außenministerium (BMEIA) vertritt, die professionelle Abwicklung: „Der Prozess der Antragstellung hat gezeigt, wie wichtig das Welterbe für Österreich ist. Ich wünsche der Großglockner Hochalpenstraße und all ihren Fürsprechern und Unterstützern im Namen der Republik von Herzen viel Glück.

Ein bewegender Moment in einer bewegten Straßengeschichte

Vier Jahre lang hatten bis zu zwanzig Experten an dem umfassenden UNESCO-Welterbe-Dossier gearbeitet. Die Übergabe war auch für Landeshauptmann Wilfried Haslauer ein wichtiger Moment in der über 80-jährigen Geschichte der Straße: „Die Aufnahme in die UNESCO-Welterbe-Liste würde der Großglockner Hochalpenstraße, die als nationales österreichisches Monumente gilt, international noch mehr Anerkennung verleihen und Aufmerksamkeit bringen. Die Bedeutung der Straße und die Generationen überdauernde Meisterleistung österreichischer Ingenieurskunst würde in besonderem Maße weltweit gewürdigt.

Großglockner Hochalpenstraße als Ankerpunkt österreichischer Identität

Die Republik Österreich setzte mit dieser Reise von bedeutenden politischen Repräsentanten und Wirtschaftsvertreten nach Paris ein deutliches Zeichen und unterstrich die Wichtigkeit des Welterbe-Antrages und die Zustimmung von allen Seiten.

Neben der Repräsentantin des Österreichischen Kulturministeriums, Ruth Pröckl (BKA, Abtlg. Denkmalschutz & Welterbe) waren mit dabei: Bürgermeister Heinz Schaden von der UNESCO-Welterbe-Stadt Salzburg, von den Wirtschaftskammern Präsident Jürgen Mandl (WKK) und Vizepräsidentin Andrea Stifter (WKS), Anrainerbürgermeister Hannes Schernthaner (Fusch an der Großglocknerstraße, Salzburger Seite), Anrainerbürgermeister Sepp Schachner (Heiligenblut am Großglockner, Kärntner Seite), Vorstandsdirektor Johannes Hörl vom Eigentümer und Betreiber (GROHAG), Christian Kresse (Kärnten Werbung), Leo Bauernberger (SalzburgerLand Tourismus), Christian Wörister (Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern) und Dir. Peter Ruptisch (Vorsitzender des Nationalpark Hohe Tauern) sowie zahlreiche weitere Ehrengäste wie z. B. der weltbekannte deutsche Maler Anselm Kiefer.

Sie alle zeigten sich von der hervorragenden Kommunikations- und Informationsarbeit im Vorfeld sowie der engagierten Vorbereitung des Dossiers beeindruckt und sind positiv erwartungsvoll im Hinblick auf das bei der UNESCO-Weltkonferenz im Sommer 2018 verkündete Ergebnis.

Die Großglockner Hochalpenstraße ist nicht nur für die Kärntner und die Salzburger Bevölkerung, sondern für alle Österreicherinnen und Österreicher ein zentraler Ankerpunkt ihrer Identität“, betonte LH Peter Kaiser. „Entscheidend für eine Aufnahme in das UNESCO-Welterbe ist der ‚Außergewöhnliche universelle Wert‘, also die Bedeutung einer Stätte für die gesamte Menschheit. Meines Erachtens ist das bei der Großglockner Hochalpenstraße gegeben. Ich bin fest davon überzeugt, dass die begutachtenden Experten von ICOMOS (International Council on Monuments and Sites) und das Welterbekomitee dies genauso sehen. In jedem Fall werden Kärnten und Salzburg, wird ganz Österreich, international in ein positives Rampenlicht gestellt.

Vom Denkmal zum UNESCO-Welterbe

Auch für Vorstand Johannes Hörl bildeten die Unterzeichnung des Antrages und die persönliche Übergabe des Dossiers an die Direktorin des Welterbezentrum in Paris den vorläufigen Höhepunkt der mehrjährigen Bemühungen. „Mit der Unterschutzstellung der Großglockner Hochalpenstraße durch das Bundesdenkmalalmt wurde die historische Bedeutung der Straße national gewürdigt. Der Schritt zum UNESCO-Welterbe würde der Großglockner Hochalpenstraße und der Republik Österreich internationales und weltweites Ansehen verleihen.

UNESCO-Welterbe: WELTKultur mit Perspektiven im Tourismus

Die Vertreter der Wirtschaft der die Großglockner Hochalpenstraße verbindenden Länder Salzburg und Kärnten sehen in der Aufnahme der 48 Km langen Großglockner Hochalpenstraße auch tourismuswirtschaftliches Potenzial.

Die Aufnahme der Großglockner Hochalpenstraße in die Liste der UNESCO als bereits zweites Weltkulturerbe im SalzburgerLand wäre ein echter Motor für den heimischen Tourismus. Man weiß inzwischen, dass es vor allem aus den asiatischen Märkten einen regelrechten Welterbe-Tourismus gibt. Davon würde man in den angrenzenden Gemeinden und Regionen des Pinzgaus ganz wesentlich profitieren“, sagte Leo Bauernberger von SalzburgerLand Tourismus.

Christian Kresse von der Kärnten Werbung ergänzte: „Für das Land Kärnten wäre es nach den Pfahlbauten am Keutschacher See die zweite UNESCO-Welterbestätte. Die Erfahrungen zeigen, dass der Welterbe-Tourismus einen sehr positiven Imageeffekt hat.

UNESCO-Welterbe im Herzen des Nationalpark Hohe Tauern

Peter Rupitsch, Vorsitzender des Direktoriums des Nationalpark Hohe Tauern, verwies auf die hervorragende Zusammenarbeit mit der GROHAG: „Die Großglockner Hochalpenstraße gewährt Besuchern einen ständigen Blick auf das Schutzgebiet des Nationalparks Hohe Tauern, dem größten Naturschutzgebiet in den Alpen. Die GROHAG verbindet somit vorbildlich das Spannungsfeld zwischen Natur und Technik.

Christian Wörister, Geschäftsführer der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern, sieht im UNESCO-Welterbe eine Stärkung des Images und des Bewusstseins in der Bevölkerung: „Schon die Kommunikations- und Informationsveranstaltungen im Vorfeld haben gezeigt, dass die Einheimischen sehr interessiert sind und der Antrag zum UNESCO-Welterbe auf hohe Akzeptanz trifft. Die Besucher und Gäste in den Hohen Tauern lieben ihre Glocknerstraße und das internationale Ansehen durch die UNESCO wird uns bei unseren Aktivitäten neuen Schwung verleihen

Weitere Schritte

Im Jänner 2017 wurden alle Unterlagen in Paris bei der ICOMOS eingereicht, die seither prüft. Eine im Prüfverfahren vorgesehene Kommission war jedoch bislang (Dezember 2018) nicht vor Ort erschienen. Trotzdem glaubt Dr. Hörl, dass die formelle Entscheidung beim UNESCO-Weltkongress in Baku, Aserbaidschan, vom 28. Juni bis 2. Juli 2019 fallen wird.[3]

Quellen

Fußnoten

  1. GZ-BKA-KU24.621/0333-II/4/2015
  2. Nominierung als Welterbe
  3. Salzburger Nachrichten, 21. Dezember 2018