Josef Brunauer

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Josef Brunauer (* 4. August 1921 in Salzburg; † 9. September 1999 ebenda) war ein Politiker der Salzburger SPÖ und Präsident der Salzburger Arbeiterkammer.

Leben

Sein Vater war der Postbeamte Josef Brunauer, der in den 1930er-Jahren als Sozialdemokrat unter die politischen Maßregelungen fiel und nach 1945 maßgeblich am Wiederaufbau des Postwesens im Land Salzburg beteiligt war. Nach dem Besuch der Volks- und Hauptschule begann Brunauer 1937 als Lehrling in einem Salzburger Tischlereibetrieb. Seine Ausbildung schloss er mit der Gesellenprüfung ab und arbeitete als Geselle, bis er nach Kriegsbeginn zur Deutschen Wehrmacht eingezogen wurde.

Nach Kriegsdienst und kurzer Kriegsgefangenschaft begann für Brunauer seine Karriere als Gewerkschafter und Politiker. 1948 wurde er Sekretär der Bau- und Holzarbeitergewerkschaft, bereits 1954 in die Kammer für Arbeiter und Angestellte (AK) gewählt. Zwei Jahre später sandte ihn die SPÖ als Nachfolger für Josef Kaut, der Landesrat wurde, in den Salzburger Landtag. Dieses Mandat, dem er sich immer mit großem Ernst verpflichtet fühlte, legte er am 18. Oktober 1983 zurück.

In seiner Tätigkeit als Sekretär der Gewerkschaft der Bau- und Holzarbeiter trug er maßgeblich zur Beseitigung der Winterarbeitslosigkeit im Baugewerbe bei und wirkte an der Verbesserung des Arbeitsmarktes in den strukturell benachteiligten Landesteilen maßgeblich mit.

Im November 1966 wurde Josef Brunauer zum Präsidenten der Arbeiterkammer gewählt. Auch hier nutzte Brunauer seine langjährige Erfahrung als Gewerkschafter, um mit einem Terminplan für Bauvorhaben der öffentlichen Hand die Beschäftigungslage im Land Salzburg nachhaltig positiv zu beeinflussen. Die wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Initiativen Brunauers haben vielfach ihren Niederschlag gefunden, wie überhaupt das Wort des Arbeiterkammerpräsidenten Brunauer im Landtag, bei der Landesregierung und beim Sozialpartner immer Gewicht hatte.

In seiner Eigenschaft als AK-Präsident förderte er vor allem jene Einrichtungen, die von den Arbeitnehmern unmittelbar in Anspruch genommen werden konnten. Als Beispiel ist die Konsumenteninformation zu erwähnen, die neben individueller Beratung auch umfangreiche Preis- und Qualitätstests vornimmt und dadurch in vielen Fällen Verbesserungen für den Konsumenten erreicht.

Die von Brunauer angestrebte stärkere persönliche Betreuung von Arbeitnehmern − schon früh wurde er von den Arbeitern freundschaftlich „unser Joschi“ genannt − führte ferner zur Erweiterung der Beratungsangebote im arbeitsrechtlichen und sozialpolitischen Bereich sowie in Steuerangelegenheiten.

Seit 1978 war Präsident Josef Brunauer Vizepräsident des Roten Kreuzes und hat neben Präsident Dr. Karl Margreiter wesentliche Impulse für das Österreichische Rote Kreuz, Landesverband Salzburg, gesetzt.

Ehrungen

1983 wurde Brunauer das Großes Ehrenzeichen des Landes Salzburg verliehen.

Am 4. Februar 1997 erhielt er von Bürgermeister Dr. Josef Dechant den Bürgerbrief der Stadt Salzburg.

Quelle

Zeitfolge