Ortsnamen im Land Salzburg

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Salzburger Stadtteile

Etymologie der Salzburger Stadtteil- und einiger umliegender Ortsnamen.

Stadt Salzburg

Hauptartikel: Salzburg

Während der römischen Besiedlung der Provinz Provincia Noricum, wahrscheinlich aber schon früher, trug die Stadt die Bezeichnung Iuvavum. Dieser Name blieb zunächst traditionsgemäß bis in das späte Mittelalter in Gebrauch. In offiziellen Urkunden erscheint Iuvavum und vor allem das Adjektiv Iuvavensis noch viel später. Die Etymologie von Iuvavum ist sehr kompliziert, es existieren dazu verschiedene Hypothesen. Hier sei dazu nur soviel gesagt, dass es sich bei Iuvavum um ein vorrömisches, eventuell alteuropäisches Substratwort handelt.

Seit dem 8. Jahrhundert jedoch, als allmählich auch althochdeutsche Sprachformen schriftlich fixiert wurden, trat das mit den Römern in Verbindung gebrachte Iuvavum in den Hintergrund zugunsten der auf dem Salzhandel basierenden deutschen Bezeichnung. Gerade das fast gleichzeitige Aufkommen der neuen Flussbezeichnung Salzach und des Stadtnamens Salzburg ist ein einzigartiges Phänomen der Namenskunde und scheint auf einen gewollten Bruch mit der römisch/romanischen Tradition abgezielt zu haben.

Die erste Bezeugung von Salzburg findet sich in der „Vita Bonifatii“, der Lebensbeschreibung des hl. Bonifatius, die bald nach dessen Tod im Jahre 754 von Willibald, einem angelsächsischen Priester, abgefasst wurde. In diesem wertvollen Dokument (erhalten in einer nur wenig jüngeren Abschrift des verlorenen Originals), die in der bayerischen Staatsbibliothek in München, Bayern, aufbewahrt wird, erscheint der Stadtname in seiner ältesten Gestalt: Salzpurch. Zum zweiten Mal taucht der Name in der Notitia Arnonis auf als salzburch, mit stimmhaftem 'b', was auf eine noch nicht gefestigte Schreibung hindeutet, die phonetische Unterschiede recht genau wiedergibt.

Betrachtet man die Wortbildung, so ist Salzburg eine Wortzusammensetzung, in der der zweite Bestandteil durch den ersten in seiner Bedeutung präzisiert wird - also, ganz allgemein formuliert, eine 'Stadt, in der Salz eine wesentliche Rolle spielte'. Die historischen Fakten, nämlich der Salzhandel und seine wesentlichen wirtschaftlichen Konsequenzen, vermögen diese Bezeichnung überzeugend zu motivieren. - Die Übertragung des bloßen Stadtnamens auf das Land setzt erst im Spätmittelalter ein und ist in Verbindung zu bringen mit den territorialen Verhältnissen des Erzbistums.

Stadtteile und Siedlungskerne von Salzburg

Hauptartikel Salzburger Stadtteile

Als Stadtteile Salzburgs werden 20 Gebiete aufgefasst, die zuletzt gut von einander abgegrenzt wurden, aber nicht mit der vermessungstechnischen Einteilung in Katastralgemeinden ident sind. Innerhalb der Stadtteile (etwa Aigen) können verschiedene Siedlungskerne (bei Aigen etwa Abfalter, Aigen-Mitte und Glas) von einander getrennt ausgewiesen werden

Aigen

Hauptartikel: Aigen

Aigen war ursprünglich nur der Name des 1402 zum ersten Mal urkundlich genannten hier gelegenen Ansitzes und wurde später auf die ganze Siedlung bzw. Gegend übertragen. Ein aigen (mittelhochdeutsch) eigen bedeutet „Eigentum, namentlich ererbtes Grundeigentum“, also einen freien Eigenbesitz im Gegensatz zum Lehen. Ein Aigner ist ein freier Bauer, der ein nicht abgabepflichtiges Gut („Aigen“) besitzt. – Am 1. Jänner 1939 nach Salzburg eingemeindet.

Abfalter

Hauptartikel: Abfalter

Der Name kommt vom Althochdeutschen Aphalter = Apfelbaum, der wohl einmal hier gewachsen sein muss.

Außerdem gibt es in der Sage einen Riesen namens Abfalter: Vor mehreren hundert Jahren hauste auch der Riese Abfalter auf dem Untersberge. Noch sieht man einen großen Felsgraben auf dem Rücken des Berges, der ihm zum Lager diente. Die Hügel von Wals, Liefering und Maxglan sowie die kleinen Erhebungen ("Golferhügel") da und dort, auf denen meistens Kirchen stehen, sollen von den Steinen herrühren, die er bisweilen zum Zeitvertreib herab warf. Am Fuße des Gaisberges soll er einst einer Riesenjungfrau begegnet sein, welche, vom Abersee kommend, Steine in der Schürze trug, um auf selben als Trittsteinen über die Salzach zu schreiten, selbe aber unterwegs unbemerkt bei Plainfeld verloren hatte, weil die Schürze ein Loch bekam. Abfalter soll sie dann über die Salzach getragen haben.

Glas

Hauptartikel: Aigen

Der Name der schon um 700 genannten Ortschaft lässt sich nach Hörburger mit althochdeutsch glas = „gläsern, glänzend“ in Verbindung bringen. Das Glas war allerdings den germanischen Stämmen fremd (bzw. dort nur Name des Bernsteinschmucks). Der Name ist, wie die Mehrzahl der Namen im Süden Salzburgs, mit hoher Wahrscheinlichkeit romanischen Ursprungs.

Altstadt

Linkes Salzachufer

Hauptartikel Altstadt

Rechtes Salzachufer

Hauptartikel Altstadt (rechtes Salzachufer)
Äußerer Stein
Hauptartikel: Äußerer Stein

So wird das Gebiet entlang der Arenbergstraße zwischen äußerem Steintor (heute Engelwirtsbrunnen) und dem heutigen Beginn der Pausingerstraße (früher äußere Steingasse) genannt. Später wurde im Inneren Stein am Fuß des Kapuzinerbergs vielleicht schon in der Römerzeit von Hochwässern der Salzach besser geschützte Häuser gebaut, die buchstäblich „auf dem Stein“ standen. Im 19. Jahrhundert wurde vorübergehend auch größere Teile des Inneren Parsch zum Äußeren Stein dazugezählt.

Elisabeth-Vorstadt

Hauptartikel: Elisabeth-Vorstadt

Dieser Stadtteil hieß früher Froschheim (nach den hier einst gelegenen Auen der Salzach mit ihren vielen Fröschen) und wurde auf Initiative von Sylvester Oberberger 1901 nach der Kaiserin Elisabeth von Österreich (* 1837, † 1898) benannt. Die Katastralgemeinde Elisabeth-Vorstadt wurde nach 1950 wieder in Froschheim rückbenannt, die so heute wieder den Namen Katastralgemeinde Salzburg, Abteilung Froschheim trägt. Davon unbeachtet trägt der Stadtteil an sich aber bis heute den Namen der einstigen Kaiserin.

Gaisberg

Hauptartikel: Gaisberg

Um 700 als „Keizperch“ und „Gaisloberch“ nachgewiesen; auf dem Berg hatten die Klöster St. Peter und Nonnberg die Weiden für ihre Geißen besessen.

Gneis

Hauptartikel: Gneis

Hörburger leitet es vom romanischen „canales“ = Wasserrinne ab. Für Gneis gibt es aber auch einen zweiten, wenn auch deutlich weniger schlüssigen Erklärungsversuch: Zillner sieht darin auf Grund der auch vorkommenden Schreibungen „Gnälls“ und „Gnäusel“ ein mundartlich entstelltes „Knaus“ oder „Knäuslein“, d. i. eine Kugel (vgl. "Knäuel"), gelegentlich aber auch ein halbkugeliges Endstück eines Brotlaibes. Angeblich - aber wenig wahrscheinlich wurde die leicht wellig verlaufende Terrassenkante der Friedhofsterrasse (des Kommunalfriedhofs) mit einer Kugel bzw. einem Brotlaibscherzel verglichen.

Gnigl

Hauptartikel: Gnigl

Gnigl ist vermutlich ursprünglich der Name des Guggenthaler oder Alterbachs, er wird 790 als „glanicle“ erstmals urkundlich genannt und ist möglicherweise eine Verkleinerungsform von „glan“ (siehe dort). Am 1. Juli 1935 nach Salzburg eingemeindet.

Sam

Hauptartikel: Sam

Nach dem Gut „Savme“, das schon 1250 urkundlich erwähnt wird und dem Erzstift St. Peter grunduntertänig war.

Samer waren die ersten Transporteure über die Alpen und durch den Bayerischen Wald. Jahrhunderte lang beförderten sie auf dem Rücken von Pferden oder Maultieren vor allem Salz und Wein über die Pässe.

Itzling

Hauptartikel: Itzling

Altdeutsch Uzilinga, gehört zu den Ortsnamen auf –ing. Die ing-Namen stellen eine sehr alte Namensschicht innerhalb des sich ab dem 7./8. Jahrhundert etablierenden althochdeutschen Namenkorpus dar. Wenn man die Funktion dieses wohl produktivsten germanischen Suffixes betrachtet, so bezeichnet es ganz allgemein gesagt die Zugehörigkeit entweder zu einer Person (vgl. ahd. edeling 'Edler') oder zu einer Sache. Einen sehr großen Teil der ahd. -ing-Bildungen in den Ortsnamen bildet die Ableitung zu Personennamen. Es handelt sich demnach um einen Insassennamentyp, der in Folge auf die Ortschaften übertragen wurde. Dieser Typus scheint in althochdeutscher Zeit neben mehreren Formen vor allem im Nominativ Plural mit der Endung -a auf (vgl. die Formen der Erstnennung in der Notitia Arnonis N. Pl. uzilinga und liueringa). Er bezeichnet die Personengruppe um die im Stamm genannte Person und ist dann auf die Siedlungsstelle, wo diese Personengruppe sesshaft gewesen war, übertragen worden. Eine Unmenge an weiteren ebenso gebildeten -ing-Namen lässt sich anführen (vgl. die alten Notitia Arnonis-Namen Aching/Eching, Pabing, Anthering u.v.a.), was die Produktivität dieses Ortsnamentyps augenfällig demonstriert.

Itzling bedeutet daher soviel wie Heim, Hof, Siedlung der Sippe Uzzo. Am 1. Juli 1935 nach Salzburg eingemeindet.

Kasern

Hauptartikel: Kasern

Kasern kommt aus der uralten indogermanischen Wortfamilie von lateinisch casa = Haus, Hof. Das Wort Käse hat demgegenüber eine andere Sprachwurzel und kommt von lateinisch "caseus" = Labkäse, was ebenso wie die Herkunft von „Sennerin“ aus lateinisch "seniora" belegt, dass die zugewanderten Bajuwaren vor rund 1 500 Jahren die Almwirtschaft von der romanisch-keltischen Bevölkerung übernahmen.

Langwied

Hauptartikel: Langwied

Das ist ein alter Flurname und enthält den altdeutschen Wortbestandteil wid = Holz, bzw Weidenbaum. An das Langwied schloss früher direkt das Langmoos an. Viele Weidenarten sind typische Gehölzsarten am Rand von Mooren (vor alle die Aschweide). Durch die langgestreckte Form von Langwied und Langmoos in der Talsenke zwischen Heuberg und Bergsam ist deren Name einleuchtend.

Esch

Hauptartikel: Esch

Siedlungsname nach den dort wachsenden Eschenwaldsam am Fuß des Heuberges.

Lehen

Hauptartikel: Lehen

Zillner leitet den Namen alternativ von „Loh“, „Löhen“ = nasse, sumpfige Stellen her, weil dieses nahe dem Zusammenfluss von Saalach und Salzach gelegene Gebiet ursprünglich sehr wasserreich und sumpfig war. Er nannte den Streifen zwischen Glan und Mühlbach das "salzburgische Mesopotamien“ (Zweistromland) und beschrieb das Gebiet in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts so:

"Weniger wahrscheinlich kommt der Name von früher hier gelegenen „Lehen“ = kleinen Bauerngütern, im Eigentum von Großgrundbesitzern. Das Gebiet zwischen heutiger Bahn, Glan und Glandurchstich sowie Salzach liegt im Bereich einer Alluvialterrasse, die im Gegensatz zu den höher gelegenen Stadtterrassen ständig von Überschwemmungen der Glan und der Salzach bedroht war. Zwischen der alten Vorstadt Mülln und dem uralten Bauern- und Fischerort Liefering gab es hier nur einige verstreut liegende Höfe nahe der Straße und eine kleine Gruppe von Anwesen, die neben Landbewirtschaftung die Wasserkraft des vermutlich im 14. Jahrhundert von der Glan abgezweigten Gailenbachs nutzten.

Wer nach starkem Sommerregen bei eintretender Abendkühle etwa von der Öde des einstigen Mönchsteinturmes gegen Liefering ausblickt, dem wird ohne Zweifel der stets auftretende Nebelstrich und die blinkenden, bandartigen, übervollen Wasserstreifen beider Bäche ins Auge fallen, an denen der Vorort Lehen liegt."

Leopoldskroner Moos

Hauptartikel Leopoldskroner Moos

An einem schon vorher bestehenden Weiher im Landschaftsraum von Riedenburg ließ Fürsterzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian 17361740 ein Schloss errichten. Zu diesem Schloss gehörte als Grundeigentum auch das Wildmoos, wodurch sich allmählich der neue Name Leopoldskroner Moos einbürgerte.

Moos

Moos ist ein Flurname für das im Süden der Stadt gelegene Moorgebiet. Das Moor südlich des Mönchsberges und der Riedenburg wurde ursprünglich "viltzmoos" oder "Wildmoos" genannt. Es wurde in ersten Teilen ab der Mitte des 18. Jahrhundert kultiviert. Eine tiefgreifende Trockenlegung des Moores war aber erst nach der Begradigung der Glan in den Jahren 1933 - 1947 möglich. Am 1. Jänner 1939 wurde die Gemeinde Leopoldskroner Moos nach Salzburg eingemeindet.

Liefering

Hauptartikel: Liefering

Urkundlicher Erstbeleg „Liueringa“ (in den Breves Notitiae, ca. 8. Jahrhundert). Dabei wurde das u und v damals als gleicher Buchstabe geschrieben. Ein weiterer Ortsname auf –ing (Beschreibung siehe Itzling) mit der Bedeutung „Heim, Hof, Siedlung der Sippe Liuphari oder Liupheri, was mit großer Wahrscheinlichkeit ein romanischer Personenname und von lateinisch „liber“ = 'frei(geboren)' abgeleitet ist. – Am 1. Jänner 1939 nach Salzburg eingemeindet.

Rott

Hauptartikel: Liefering

Rott ist ein uralter, aus der Zeit der bajuwarischen Landnahme stammender Siedlungsname aus der Familie der „reuth“ u.ä. und bedeutet „Rodung“.


Maxglan

Hauptartikel: Maxglan

Der Name 'Maxglan' leitet sich vom heiligen Maximilian (römischer Märtyrer) ab, dessen Gebeine nahe der Glan bestattet wurden. Der ursprüngliche Name „Maximilian an der Glan“ wurde im Lauf der Jahre zu "Maxlan" oder "Maxlon" verkürzt, und erst im 19. Jahrhundert zu Maxglan uminterpretiert. St. Maximilian ist auch der Kirchenpatron der hiesigen Pfarre. Am 1. Juli 1935 nach Salzburg eingemeindet.

Burgfried

Hauptartikel: Burgfried

Möglicherweise ein alter, aber schon im Mittelalter aufgelassener Siedlungskern Maxglans. Mit „Burgfried“ bezeichnete man im frühen Mittelalter den erhöhten rechtlichen Schutz befestigter Plätze, später auch allgemein das unmittelbare Stadtgebiet. Die Annahme eines stärker befestigten Ortskerns von Maxglan direkt im Überschwemmungsgebiet der Glan ist allerdings wenig glaubhaft. Denkbar ist aber ein Pallisadenwall im frühen Mittelalter im Raum des heutigen Kirchenviertels.

Glanhofen

von „Hof/Höfe an der Glan“: Der Flussname Glan, rivolus Glane, ist schon um 700 urkundlich belegt. Nach Hörburger kommt er aus dem keltischen „glan“, wo er „rein“, „lauter“, „schön“ bedeutet.

Maxglan West

Loig (siehe auch unter Umland)

Hauptartikel: Loig

Loig stammt angeblich von ad. „leug“ = warmes Bad, nach anderen Überlieferungen von einer Distanzbezeichnung, die die Wegstrecke zum Hauptort Juvavum bezeichnet.

Morzg

Hauptartikel: Morzg

Der Name Morzg kommt aus dem lateinischen marciaco und bedeutet „Siedlung des Marcius“. Der Ort wurde erstmals 790 urkundlich erwähnt, als der Baiernherzog Theodebert dem Benediktinenstift Nonnberg "Marciago" schenkt. Am 1. Jänner 1939 nach Salzburg eingemeindet.

Kleingmain

Hauptartikel: Kleingmain

Gmain in Großgmain hat sich in seiner ursprünglichen Form Mona (urkundlich 9. Jahrhundert) bisher allen Deutungsversuchen widersetzt. Die lautliche Weiterentwicklung legt eine volksetymologische Umdeutung nahe, so dass der Name heute wohl in seiner dialektalen Form gmoa als Gemeinde zu interpretieren ist.

In Kleingmain ist allerdings eine Deutung weit weniger schwierig: Unter Gmain sind hier jene Weideflächen zu verstehen, die den privilegierten Gemeindebürgern der Stadt zustanden.

Mülln

Hauptartikel: Mülln

Mülln hat mit den Mühlen zu tun („ad molendina“), die hier mit dem Überwasser des Moores und später durch einen Arm des Almkanals betrieben wurden und der Gegend schon im frühen Mittelalter, sicher aber seit dem 12. Jahrhundert diesen Namen gaben.

Aiglhof

Hauptartikel: Aiglhof

Aiglhof wurde nach dem Adelssitz Lindhof = Aiglhof benannt, den einst das Geschlecht derer von Lind und danach der Aigl besaß und das seit 1604 dem Erzstift St. Peter gehört. „Aigl“ könnte dieselbe Herkunft haben wie „Aigen“ (s.o.)

Neustadt

Hauptartikel Neustadt

Andräviertel

Hauptartikel: Andräviertel

Als Andräviertel wird ein Teil in der Neustadt nach der dort gelegenen Stadtpfarrkirche St. Andrä bezeichnet. Eine dem Apostel Andreas geweihte Kirche stand ursprünglich an jener Ecke des Platzls, wo Linzer Gasse und Dreifaltigkeitsgasse aufeinander treffen. Diese wurde 1861 aus Unverstand abgerissen und 1892/1898 durch die jetzige Kirche am Mirabellplatz ersetzt.

Nonntal

Hauptartikel: Nonntal

Das ist das Tal = die Ebene unterhalb des Benediktinenstifts Nonnberg.

Nonnberg

Hauptartikel: Nonnberg

Das Stift Nonnberg ist das älteste, seit seiner Gründung zwischen 713 und 715 ununterbrochen bestehende Frauenkloster nördlich der Alpen. Als Gründer wird der heilige Rupert bezeichnet, der das Kloster seiner Nichte Erintrudis (auch Erentrudis) als erster Äbtissin überantwortete.

Parsch

Hauptartikel: Parsch

In Urkunden von 1122Porras“ und „Porss“ genannt, ist etymologisch umstritten. Einige leiten es vom lateinischen „pars“ = der Teil her. Die Herkunft vom „parzigen“ = verkrüppelten Buschwerk der einst hier gelegenen Landschaft am Gersbach mit seinem Gehölzsaum ist wenig wahrscheinlich. Eine Herkunft aus vorrömischer, also keltischer Zeit kann nicht ausgeschlossen werden.

Riedenburg

Hauptartikel: Riedenburg

Riedenburg war der ursprüngliche Name des Rainberg-Felsens (a rupe que Ritinburc appellatur, 1139), "der inmitten von moorigen Wiesen" = Riedgraswiesen) aufragte. Die Riedenburger Sümpfe („Die Pferde sanken dort bis zum Bauch ein und verloren im Morast die Hufeisen“) wurden erst ab dem 16. Jahrhundert sehr langsam trocken gelegt. Das Gebiet wurde in der Folge nur sehr dünn mit wenigen Gehöften (bäuerlich) besiedelt, die Verbauung der Riedenburg erfolgte wesentlich nach 1880.

Schallmoos

Hauptartikel: Schallmoos

Vielleicht Bezeichnung für ein „schales“ = dickflüssiges, unreines Moorgebiet. Das Moor wurde aber der Mitte des 17. Jahrhunderts schrittweise trocken gelegt. der letzte erhaltene Rest des Schallmooses (Itzlinger Mooses) ist das Samer Mösl.

Salzburg Süd

Hauptartikel Salzburg Süd

Alpensiedlung

Hauptartikel: Alpensiedlung

Die Alpensiedlung wurde nach der 1936/1937 durch noch unverbautes Auland der Salzach angelegten Alpenstraße benannt. Der eigentliche Stadtteil ist erst im Zug des stürmischen Bevölkerungswachstums Salzburgs nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden.

Herrnau

Hauptartikel: Herrnau

Die Herrenau ist die Au der adeligen Herren. -au ist oberdeutsch ein Hinweis auf Wasser und kommt von althochdeutsch ouwa. Schon 1574 wurde ein Teil der Hellbrunner Au nach den zunehmend aristokratischen Besitzverhältnissen als Herrnau bezeichnet. 1631 erhielt auch das neue dort errichtete Herrenschloss (heute Eschenbachgasse 21) den Namen Herrenau.

Josefiau

Hauptartikel: Josefiau

Das Siedlungsgebiet entstand 1932 durch Rodungen der Salzachau (-au ist oberdeutsch ein Hinweis auf Wasser, kommt von mittelhochdeutsch ouwa) und übernahm den Namen von der hier gelegenen Kapelle St. Josef, die 1677 vom reichen Handelsmann Abraham Zillner bei seinem Ansitz errichtet worden war und in der Folge dem Gut samt Schlösschen den Namen St. Joseph (Gutshof) verschaffte (heute als Castellani Parkhotel, das ehemalige Hotel Kasererhof, genutzt).

Taxham

Hauptartikel: Taxham

Ausgehend vom Grund des Gutes Daxenheim, das dem Stadtteil auch seinen Namen gab, begann die intensive Besiedlung in den 1960er Jahren. Das Bauerngut wieder hatte seinen Namen nachdem kleinen Wäldchen (Taxen = Nadelbaumzweige, Nadelholz) und dem einst nächst stehenden kleinen Herrenhof. Neben den Namen auf –ing (vgl. unter Itzling) ist-heim- bzw. ham eine zweite weit verbreitete althochdeutsche Ortsnamenfamilie. Die Verbreitung dieser beiden ältesten Namentypen ist unterschiedlich: die -heim-Namen konzentrieren sich auf das oberösterreichische Alpenvorland bis gegen die Enns und den Salzburger Flachgau, während die echten -ing-Namen nicht nur etwas weiter nach Süden ins beginnende Bergland hineinreichen, sondern sich vor allem über die Enns hinaus in den niederösterreichischen Donauraum bis ins Wiener Becken nach Osten erstrecken. Grund ist der unterschiedliche Bedeutungsaspekt der beiden Namenstypen hinsichtlich des Wohnortes.

In den -ing-Namen wird der Besitzanspruch auf Grund und Boden deutlich, so dass dieser Namentyp beim Vordringen in die slawisch besiedelten Gebiete östlich der Enns nach den Awarenkriegen Karls des Großen seit dem ausgehenden 8. Jahrhundert und noch im auslaufenden 10. Jahrhundert nach Errichtung der Markgrafschaft Österreich 976 für die Besitzergreifung und Neuansiedlung bestens geeignet war. Dagegen gab man -heim-Namen in jenen Gebieten, in denen man schon länger ansässig war und sich beheimatet fühlte. Daher umgrenzen die -heim-Namen, obwohl jünger, deutlich den ursprünglichen bairischen Siedlungsraum, wobei die heute österreichischen Gebiete Oberösterreichs und Salzburgs selbstverständlich die östlichen Bereiche der auch in Nieder- und Oberbayern massenhaft auftretenden beiden Namentypen sind.

Dass sie im Alpenraum nur eine geringe Rolle spielen, beruht auf der bis ins 12./13. Jahrhundert dort fortbestehenden romanischen Siedlung im Westen und der slawischen im Osten, wobei – vom romanisch-slawischen Überschneidungsgebiet Osttirols und Oberkärntens abgesehen – ein wechselseitiger Ausschluss der romanischen, slawischen und der beiden ältesten deutschen Namentypen besteht. So kommen vor allem die -ing-Namen hauptsächlich nur dort vor, wo sich schon früh bairische Siedlungskerne im romanischen bzw. slawischen Raum bildeten. Das geschah vor allem in jenen Tälern, in denen ein leichtes Vordringen möglich war, wie schon früh in Tirol im Inntal um Innsbruck und im Pustertal um Bruneck (Südtirol), im Saalacher Becken in Salzburg und dann später im obersteirischen Ennstal und von dort über das Palten- und Liesingtal ins Murtal.

Ortsnamen im Umland der Stadt

Adnet

Hauptartikel: Adnet

Der Name 'Adnet' (mit seinem Erstbeleg in den Breves NotitiaeAtanate“) kann zumindest dem Suffix nach hohes Alter bescheinigt werden. So findet sich das keltische -ate-Suffix beispielsweise in „Arelate“ in Caesars Bellum Gallicum. Die Bedeutung des keltischen Namens ist 'Siedlung am Sumpf'.

Anif

Hauptartikel: Anif

Anif (frühe Belege: Anaua, Anua) geht nach einer Deutung von Eberhard Kranzmayer auf ein keltisches anapa = Sumpfwasser zurück, das aus zwei keltischen Gewässerwörtern zusammengesetzt ist: anos 'Sumpf' und apa 'Wasser'; möglicherweise ist der Name aber schon voreinzelsprachlicher Herkunft.

Anthering

Hauptartikel: Anthering

Urkundlich 788 erwähnt: ad Antheringas, ist eine Bildung aus der altdeutschen –ing-Ortsnamenfamilie (vgl. Itzling) und bedeutet Heim, Hof, Siedlung der Sippe Antheri.

Bergheim

Hauptartikel: Aigen

Urkundlich 927 erwähnt: Percheim, ist ein Kompositum aus Berg und Heim. Im älteren Deutsch und in den Ortsnamen hatte Berg eine weitere Bedeutung und bezeichnete generell eine höhere Lage (hier die Hochlage der Kirche). Der zweite Bestandteil -heim bedeutete ursprünglich ‘Heim, Haus’, in Ortsnamen aber auch – über die Semantik ‘Häuserkollektiv’ – ‘Dorf’. Bergheim bedeutet also wörtlich „Siedlung in erhöhter Lage“.

Plain

Hauptartikel Maria Plain

Hier wurde 1652 eine Gnadenkapelle „auf dem Plaindl“, einem Austragshaus des Gutes Kemating, erbaut. Bei Plain, auch Pliden, handelt es sich nach Hörburger um eine Bildung zum Personennamenstamm Blid- (vgl. Plidolf 888/907). 1671 bis 1674 ließ Erzbischof Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg auf dem Gut die große Wallfahrtskirche errichten, die 1810 an das Erzstift St. Peter fiel und 1952 von Papst Pius XII zur Basilica minor erhoben wurde.

Von der Dipl.-Dolmetscherin Mag.a[1] Ulrike Prlic erhalten wir den Hinweis, dass für „Plain“ ein keltischer Ursprung nahe liege, weil zahlreiche Bergnamen den Bestandteil „plan/plain“ enthalten, z. B. Planai oder die serbische Stadt Velika Plana (im Slawischen ist die Bezeichnung für Gebirge „planine“). Das slowenische Appellativ planina für Bergweide, Hochebene; (slowen.) Alm, plan-/plan - 'offene, freie Fläche' ist gerade an der slawisch-romanischen Sprachgrenze und im romanisch-slawischen. Übergangsgebiet besonders produktiv. Romanische Herkunft liegt nahe, doch dagegen spricht, dass das dem südslawischen planina entsprechende ukrainische polonyna ‘Bergweide’ (durch „Volllaut“ < *pa(ln- entstanden) lautet und daher kein romanisches Lehnwort sein kann.

Wahrscheinlich ist nur für die Bedeutung ‘Ebene, Fläche’ romanische Herkunft bzw. romanischer Einfluss anzunehmen. Es gibt im „Alpenslawischen“ und Slowenischen zwei plan-, und zwar plan- I gemeinslawischer Herkunft mit der Bedeutung ‘unfruchtbar, wild’, auch in Zusammenhang mit dem Hoch- und Bergland, und plan- II als Entlehnung aus dem roman. in der Bedeutung ‘eben, flach’, letzteres ist in mittelhochdeutscher Zeit auch ins Deutsche gelangt, z. B. mittelhochdeutsch plânîe im Bergnamen Planai (Steiermark, Niedere Tauern, Schladming).

Eichet

Hauptartikel: Eichet

Flurnamen nach dem hier urspünglich wachsenden Eichenwald, einer typischer Pflanzengesellschaft am Rande von Mooren. Früher hieß dieser Raum am Rand des Leopoldskroner Mooses "Grödiger Eichet" im Gegensatz zur "Kleßheimer Eichet", bzw. "Walser Eichet" wo am Rande die Eichetsiedlung erbaut wurde. Der Grödiger Eichetwald setzt sich in der Stadt Salzburg im Morzger Eichetwald fort.

Elsbethen

Hauptartikel: Elsbethen

Bei Elsbethen (urkundlich 1417 erwähnt: zu St. Elspethen) handelt es sich um einen Patroziniumsnamen, d.h. der Ort ist nach seiner Kirchenpatronin, der hl. Elisabeth, benannt.

Glasenbach

Hauptartikel: Elsbethen

Das ist die Gegend am Bach durch den Ort Glas.

Gois

Hauptartikel: Gois

Die Namen 'Gols' und 'Gois' kommen vom lateinischen collis = Hügel.

Grödig

Hauptartikel: Grödig

Grödig erweist sich als romanisch, der urkundliche Erstbeleg Crethica (8. Jahrhundert) erinnert an ein alpenromanisches Wort (friaulisch: cret) mit der Bedeutung 'Fels, Felsspalte eines Berges', eine Benennung, die den Untersberg im Auge hatte; diese Ansicht stützt sich auf die Bedeutung von vlat. crepitare 'platzen, rissig werden' und seine rückläufige Ableitung *crepita > cretta ‘Riss, Spalte’. Andere, auch keltische Deutungen sind weniger stringent.

Guggenthal

Hauptartikel: Guggenthal

Guggenthal ist als „Gukkental“ schon 1400 urkundlich bezeugt und wahrscheinlich nach einer hier vorkommenden Pflanze benannt: Heugucke = Herbstzeitlose, Arschgucke = Küchenschelle, mundartlich Guggen = Frühlingsenzian.

Hallwang

Hauptartikel: Hallwang

Hallwang ist urkundlich als Haldinwanc (10. Jahrhundert) belegt. Das Bestimmungswort Hall- kommt von ahd. halda, mhd. halde ‘Abhang’, das Grundwort ist ahd., mhd. wang ‘Wiese, Grünland’; die Bedeutung des Kompositums ist somit ‘Wiese am Hang’. Die mundartliche Aussprache hoiming ist durch Assimilationsvorgänge und Abschwächung entstanden: hald(e)nwang > halmwang > halmang > halming (Anklang an -ing-Ortsnamen).

Himmelreich

Hauptartikel: Wals

Himmelreich teilt sich seinen Namen mit hunderten anderen derartigen Ortsbezeichnungen im deutschen Sprachraum, von alters her nannte man nämlich insbesondere hoch gelegene, fruchtbare Fluren "Himmel".

Loig

Hauptartikel: Loig

Loig stammt angeblich von ad. „leug“ = warmes Bad, nach anderen Überlieferungen von einer Distanzbezeichung die die Wegstrecke zum Hauptort Juvavum bezeichnet.

Muntigl

Der Name Muntigl kommt aus dem lateinischen monticulus = kleiner Berg, Hügel.

Oberalm und Niederalm

Hauptartikel: Oberalm
Hauptartikel: Niederalm

Die Namen Ober- und Niederalm gehen wohl auf das vorindogermanische *alb- = Berg zurück, das schon früh an die Wortfamilie von lateinisch albus = weiß angeschlossen wurde.

Siezenheim

Hauptartikel: Siezenheim

Urkundlich 927 erwähnt als Suozinheim, umgelautet Syetzenheim, 1214, ist eine Bildung zum Personennamen *Suozo und bedeutet ‘Heim = Siedlung des Suozo’ (zu den Ortsnamen auf -heim vgl. Taxham).

Thalgau

Hauptartikel: Thalgau

In sehr frühe Zeit weisen die -gau-Namen, deren Grundbestandteil ahd. gouwi 'Gau, Gegend', aber auch 'Ort' bezeichnete; Thalgau bedeutet also 'Ort im Tal'.

Viehhausen

Hauptartikel: Viehhausen

Flurname nach den hier siedelnden, Viehzucht treibenden Bauern.

Vigaun

Hauptartikel: Vigaun

Vigaun rührt von einem romanischen vicóne = Großdorf her (von lateinisch vicus = Dorf). Die für das Germanische untypische Endbetonung Vigáun ist zumeist ein Indiz für romanischen Ursprung. Man darf darüber hinaus annehmen, dass die Erstnennung in der Notitia Arnonis, „ad Fuginas“, eine Verschreibung für Figunas darstellt, was weitere urkundliche Schreibungen (vgl. in den Breves Notitiae: „ad Vigûn“) bzw. das heutige Resultat Vigaun nahe legen.

Wals

Hauptartikel: Wals

In seiner ursprünglichen urkundlichen Gestalt Uualachouuis (8./9. Jahrhundert) ist der Name Wals altbairisch und lässt sich analysieren als ahd. uualachô (uu=w, Genitiv Pl. von uualach ‘Romane’ < Volcae, urspr. gallischer Stamm, später übertragen auf benachbarte Völker) und ahd. uuîs ‘Dorf’ (vgl. got. weihs, weiters Weichbild; lat. vicus). Das romanische Pendant vicus Romaniscus (8./9. Jahrhundert), möglicherweise eine getreue Übersetzung des altbairischen Namens, lässt keinen Zweifel an der Bedeutung von Wals als „romanische Siedlung, Dorf der Welschen“ aufkommen.

Weblinks

Homepage von Manfred Sellner, Linguist an der Universität Salzburg

Quellen

Fußnoten

  1. Bis 2006 war "Magister" (männlich) bzw. (seit 1993) "Magistra" (weiblich) der übliche akademische Grad für die meisten Studien auf Master-Niveau. "Mag." ist die gesetzliche (§55 Universitätsgesetz 2002) Abkürzung sowohl für "Magister" als auch für "Magistra", wohingegen aber auch (aus gleichstellungspolitischen Motiven) die Abkürzung "Mag.a" für "Magistra" propagiert und verwendet wird.