Palfinger AG

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Palfinger Firmenzentrale in Bergheim.
Karte
Ausbildungskran in einer Halle der Firma Palfinger AG.
LKW-Knickarmkran
Neue Palfinger-Zentrale in Lengfeden, dahinter ist Maria Plain sichtbar.
Palfinger-Niederlassung in Köstendorf-Weng.
Datei:Palfinger Filiale in Lengau, 2020.
Ehemalige Firmenzentrale von Palfinger in Salzburg-Kasern, Westansicht.

Die Palfinger AG ist ein börsennotiertes Unternehmen auf dem Sektor hydraulischer Hebe-, Lade- und Handling-Systeme im Land Salzburg.

Allgemeines

Als multinationale Unternehmensgruppe mit Sitz im Land Salzburg verfügt der Konzern über Produktions- und Montagestandorte in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien.

Das Stammprodukt der Salzburger Firma ist der Lkw-Knickarmkran. In diesem Segment ist das Unternehmen mit knapp 150 Modellen und einem Marktanteil von über 30 Prozent Weltmarktführer. Auch bei Containerwechselsystemen (PALIFT und GUIMA) und Forstkränen ist Palfinger weltweit größter Hersteller. Produkte wie der Crayler Mitnahmestapler, die Ladebordwände Ratcliff und MBB oder die Lkw-montierte Hubarbeitsbühnen BISON und WUMAG gehören zu den Produkten der Firma. Zudem entwickelt das Unternehmen Lösungen für Eisenbahnanwendungen, Brückeninspektion und den Recyclingbereich. Kräne für den Einsatz in Land- und Forstwirtschaft sowie den Off-Road-Bereich gehören ebenfalls zu der Produktpalette.

Geschichte

20. Jahrhundert

Richard Palfinger gründete 1932 eine Schlosserei und Reparaturwerkstatt für Kipper, landwirtschaftliche Anhänger und Fahrzeugaufbauten. Daraus entstand die Firma Palfinger. 1959 wurde der erste Kran hergestellt. Ab 1964 legte der älteste Sohn des Firmengründers, Hubert Palfinger sen., mit der Spezialisierung auf hydraulische Lkw-Ladekräne den Grundstein für die Neuausrichtung der Firma. Die ersten Exportländer von Palfinger waren die Schweiz und Frankreich. 1971 ließ die Firma mehrere ihrer Ideen patentieren, wie zum Beispiel die Pläne für die hydraulische Hubmomentregelung und Zylinderanordnung am Ausschubsystem. 1973 wurde ein neues Montagewerk in Salzburg-Kaserneröffnet. Ab 1980 stellte die österreichische Firma Unterwasserkräne für Bohrinseln her, die bei der Verlegung von Rohrleitungen zum Einsatz kommen. Im oberösterreichischen Lengau nahe Straßwalchen eröffnete 1974 eine weitere Produktionsstätte in Österreich. Im Köstendorfer Ortsteil Weng steht einen Standort auf Salzburger Boden.

In bereits 70 Länder exportierte Palfinger im Jahr 1989 seine Produkte. 1996 bekam Palfinger für COSSAN, die rechnungsgestützte Methode zur Analyse und Optimierung von geschweißten Produkten, den Innovationspreis des Landes Salzburg.

Ab Juli 1999 ging Palfinger an die Börse. Im selben Jahr übernahm die Firma das französische Unternehmen Guima S.A., den weltweit zweitgrößten Hersteller von Abrollkippern, und in den folgenden Jahren auch Konzerne aus Großbritannien und den deutschen Marktführer BISON.

21. Jahrhundert

Seit 2008 leitet der Oberösterreicher Herbert Ortner den Konzern als Vorstandsvorsitzender. Davor hatte Wolfgang Anzengruber Palfinger geleitet.

Nach Turbulenzen verzeichnete das Unternehmen 2010 einen deutlichen Aufwärtstrend. Zu 2009 gab es einen Umsatzzuwachs von rund 29 Prozent. 2010 setzte der Kranbauer 650 Millionen Euro um. 2009 waren es noch 505,4 Mill. Euro gewesen. Neue Zukäufe von Unternehmen trugen allein sieben Prozent zu diesem Wachstum bei. So erwarb Palfinger die Mehrheit an dem Hubarbeitsbühnenhersteller ETI in Nordamerika. Weitere Akquisitionen gab es im Bereich Marine- und Windkraft. Knapp 30 Prozent des Umsatzes 2010 wurde vom Unternehmen außerhalb Europas erzielt[1].

Am 5. Mai 2011 stellte Palfinger Pläne für den Ausbau am Standort Kasern der Stadtgemeinde Salzburg vor. Der Gestaltungsbeirat der Stadt Salzburg forderte jedoch Änderungen der Pläne. Hier würden Vorschriften wie in der Altstadt gemacht, obwohl sich der Betrieb in einem Gewerbegebiet am Rande der Stadt befände, lauteten dann Vorwürfe. Man überlege sich eine Absiedlung des Betriebes nach Bergheim.

Daraufhin versuchten die Stadtpolitiker abzuschwächen, da ihnen der Verbleib in der Stadt Salzburg sehr wichtig wäre. Doch der Vorstand der Palfinger AG und ihr planender Architekt Karl Hobinger sagten in Folge zwei Termine kurzfristig ab. Stadtrat Johann Padutsch äußerte gegenüber den Salzburger Nachrichten (Ausgabe 1. August 2011) die Vermutung, dass aufgrund ihm vorliegender Informationen Palfinger Verhandlungen zur Errichtung der Firmenzentrale am Standort Bergheim de facto zum Abschluss gebracht habe, diese jedenfalls unmittelbar vor dem Abschluss stünden. Es entstehe bei Padutsch der Eindruck, dass Palfinger die Grundsatzentscheidung für die Absiedlung längst getroffen habe. Diese Ansicht teilte er auch dem Vorstandsvorsitzenden der Palfinger AG, Herbert Ortner, per E-Mail mit. Die Palfinger AG ließ dazu verlauten, es gäbe noch keine Festlegung auf einen Standort. Jedoch soll im September 2011 eine Entscheidung fallen, wo die neue Zentrale errichtet werden soll. Das Unternehmen hätte sich erst nach Alternativen umgesehen, als der Gestaltungsbeirat die Pläne für Salzburg-Kasern negativ beurteilt habe.

Im März 2012 teilte die Firmenleitung dann mit, eine neue Zentrale in Bergheim-Lengfelden zu errichten. 20 bis 25 Mill. Euro sollen in den Neubau investiert werden. Dazu hat das Unternehmen zwei Grundstücke mit insgesamt 21 000 Quadratmetern in der Nähe des derzeitigen Standorts gekauft. Diese befinden sich etwa einen Kilometer vom derzeitigen Standort an der Lamprechtshausener Straße neben dem bestehenden ADEG-Markt. Zusätzlich vereinbarte Palfinger eine Kauf- bzw. Pachtoption für die angrenzende Fläche von rund 19 000 Quadratmetern. Die neue Konzernzentrale wurde 2014 von den rund 240 Mitarbeitern bezogen.

Coronna-Virus März 2020: Palfinger fährt die Produktion herunter

Für die Werke in Salzburg mit 2 200 Mitarbeitern galt ab Montag, den 24. März 2020 für zwei Wochen Kurzarbeit, gearbeitet wurde nur noch zu 50 Prozent. Dann wurde zwei Wochen ganz geschlossen. Nach Ostern hoffte man die Produktion rasch wieder hochfahren zu können. Palfinger-Chef Andreas Klauser sagte im SN-Gespräch, dass die Auftragslage bisher gut war und bisher in vollem Umfang produziert wurde. Eine Produktion wäre aufgrund der Auftragslage bis in den Mai hinein möglich, jedoch kam es zunehmend Verzögerungen in der Belieferung. Die vier Werke im Großraum Salzburg und im benachbarten Oberösterreich - Lengau (Kranmontage), Köstendorf (Großkrane sowie Forschung und Entwicklung), Kasern (Marinekrane) und Elsbethen (Forstkrane) - sind vor allem auf Komponenten aus den Palfinger-Werken sowie von Zulieferern in Osteuropa und Italien angewiesen.[2]

Das Unternehmen teilte am 30. April 2020 mit, dass sich die österreichischen und auch internationale Standorte wie in Italien, Frankreich und Russland in einer teilweisen Betriebspause befänden und ab heute der Betrieb wieder schrittweise hochfahren werde. Im ersten Quartal 2020 schrumpfte der Umsatz von Palfinger um knapp elf Prozent auf 393 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) brach um fast 18 Prozent auf 50 Mio. Euro ein und das Betriebsergebnis (Ebit) um 26,5 Prozent auf 31,4 Mio. Euro. Unterm Strich blieb ein Konzernergebnis von 15,5 Mio. Euro, ein Rückgang von 27 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Bei der ordentlichen Hauptversammlung am 5. August will man trotzdem eine Dividenenauszahlung beschließen.[3]

Adresse

Palfinger AG
Lamprechtshausener Straße 8
5101 Bergheim
Telefon: (06 62) 22 81-0
Telefax: (06 62) 22 81-8 10 77
E-Mail: info@palfinger.com

Siehe auch

Bilder

 Palfinger AG – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Salzburger Woche, Ausgabe Flachgauer Nachrichten, 3. Februar 2011
  2. www.sn.at, 20. März 2020
  3. www.sn.at, 30. April 2020