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Richard Tomaselli

Begriffsklärung
Dieser Artikel behandelt den Schauspieler Richard Tomaselli, nicht den Cafetier Richard Tomaselli

Richard Tomaselli (* 2. Juni 1904 in Salzburg; † 2. Juni 1981 ebenda) war ein Salzburger Schauspieler und Wirt.

Biographie

Tomaselli feierte sein Schauspieldebüt 1926 unter der Regie von Gustav Gründgens in Verdis „Don Carlos“ bei den Salzburger Festspielen. Danach war er am Hamburger Thalia Theater und an der Berliner Reinhardt-Bühne engagiert. Seine Karriere war stets mit großen Namen verbunden, z. B. mit Erich Ziegel in Hamburg oder Eugen Klöpfer an der Berliner Volksbühne, wo er neben seinem Engagement bei der Berliner Reinhardt-Bühne spielte.

Zumeist an ausländischen Bühnen engagiert, zeigte er sich in seinen frühen Jahren nur selten in seiner Geburtsstadt tätig. Eine dieser Ausnahmen war die Rolle des Schülers in Goethes „Faust“ unter der Regie von Max Reinhardt bei den Festspielen 1933. (Das war jene Festspielaufführung, in der Clemens Holzmeister in der Felsenreitschule die „Faust-Stadt“ errichtete).

Während des Zweiten Weltkriegs geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Danach ließ er sich in seiner Heimatstadt nieder und verließ Salzburg nur noch für wenige Auslandsauftritte und für ein zweijähriges Intermezzo in Kiel. Insgesamt gehörte Tomaselli 13 Jahre lang dem Ensemble des Salzburger Landestheaters an und wirkte dort in unzähligen Rollen mit. Seine besten Auftritte hatte er mit dem Wirt in Lessings „Minna von Barhelm“, dem Peter in Nestroys „Färbermeister“ und dem alten Daniel in Schillers „Die Räuber“.

So wie erstmals 1936 in „Der Mann, von dem man spricht“ spielte er nach dem Krieg auch in einigen Filmen mit („Der Bauer als Millionär“, „Der erste Kuß´“, „Der Weibsteufl“), wandte sich nach diesen Ausflügen aber doch wieder dem klassischen Metier zu.

1969 ging Tomaselli in Pension. Wenn ein Stück oder ein Regisseur seinen Geschmack traf, ließ er sich aber weiterhin von den Salzburger Festspielen für kleinere Rollen engagieren. So spielte er z. B. unter der Regie von Giorgio Strehler in „Die Entführung aus dem Serail“ und im „Spiel der Mächtigen“. Als Privatmann führte er nach seiner Pensionierung ein Lokal, in dem sich immer wieder alte Schauspielkollegen und sonstige Persönlichkeiten einfanden.

Eine lebenslange Freundschaft verband Tomaselli mit Georg Rendl, den er bereits als Schulkollegen in der Salzburger Realschule kennen lernte. Rendl lud ihn später gerne zu seinen Lese- und Diskussionsabenden, die meist in einem ausgedienten Bahnwaggon, den sich Rendl in den Garten seines Hauses in Itzling stellen ließ, stattfanden.

Richard Tomaselli verstarb an seinem 77. Geburtstag und wurde auf dem Salzburger Kommunalfriedhof beigesetzt.

Quellen

Literatur