Sebastian Hinterseer (junior)

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Schulrat Professor Sebastian Hinterseer (* 15. Februar 1912 in Lofer; † 1. Mai 1992 in Schwarzach im Pongau)[1] war ein Gasteiner Lehrer, Heimatforscher und Autor.

Leben

Sebastian Hinterseer war der jüngste Sohn des Loferer Kaufmanns und Bürgermeisters Sebastian Hinterseer (* 1866; † 1947) und der Loferer Geißlerbauerntochter Maria, geborene Poschacher (* 1874; † 1952?).[2] Nach der Volksschule besuchte er die Salzburger Lehrerbildungsanstalt, wo er 1930 maturierte.

Er war Volksschullehrer in Hofgastein, 1931 in Lungötz und in Abtenau-Radochsberg und legte 1932 seine Lehrbefähigungsprüfung für Volksschulen, 1935 für Hauptschulen (in den Fächern Deutsch, Englisch und Geschichte) ab. Er war Fachlehrer an den Hauptschulen in Zell am See (von 1934 bis 1935) und Bad Hofgastein (von 1935 bis 1940 und - nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft in Sibirien - von 1948 bis 1965). 1965 übernahm er die provisorische Schulleitung der Hauptschule Bad Gastein. 1967 wurde er zum Direktor berufen und blieb dies bis zu seiner Pensionierung 1972.

Zudem war er Fachlehrer an der Berufsschule Bad Hofgastein (1948 bis 1952), an der Gasteiner Fachschule für das Gastgewebe (1954 bis 1972) sowie an der Volkshochschule.

Seit 1951 war er verheiratet mit Herta Maria Scholl, verwitwete Preis.[1]

Lokalhistoriker wurde er, nachdem er in den 1950er-Jahren im Zimburg-Buch „Die Geschichte Gasteins“ eine chronologische Reihe der amtierenden Bürgermeister ab 1870 angeführt gefunden hatte. Ihm erschien diese unzulänglich, und so stöberte er selbst in verschiedenen Archiven. Er nahm sogar die mühevolle Arbeit auf sich, das Gemeinde- und Pfarrarchiv (16.000 Akten zurückreichend bis ins Jahr 1300) zu ordnen.

Sebastian Hinterseer beschäftigte sich aber nicht nur mit der Geschichte, er verfasste aktuelle Berichte für Tageszeitungen und für das Landespressebüro, besonders auch zahlreiche Reisereportagen.

Er sammelte alte Sagen, die er in dem Buch „Der Gasteiner Sagenschatz“ nacherzählte. Für die Österreichische Akademie der Wissenschaften schuf er eine Gasteiner Mundartsammlung. 25 Jahre lang sammelte er alte Volkslieder, sodass seine Sammlung schließlich 600 Volkslieder umfasste.

Er war Mitglied zahlreicher Vereine, wie der Liedertafel Bad Hofgastein, sowie Gründungsobmann der kulturellen Vereinigung „Heimatstube Bad Hofgastein“ (1971 bis 1980).

Werke

(Auswahl)

  • Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins (1957; 1978 rev. und ergänzte Auflage Salzburger Nachrichten Verlag)
  • Die Geschichte der Thermen und Heilbäder Gasteins, in: Ferdinand Scheminzky (Hrsg.), Die Gasteiner Therme im Lichte der Wissenschaft. 25 Jahre Forschungsinstitut Gastein. Mitteilungen des Forschungsinstituts Gastein, Nr. 228. Wien 1961.
  • Gasteiner Kirchenführer (1962)
  • Führer von Gastein. Badgastein – HofgasteinDorfgastein. (1964 und zahlreiche spätere Auflagen) deutsch und englisch
  • Gastein und seine Geschichte (1977)
  • Heimatbuch Dorfgastein (1981)
  • Heimat-Chronik Lofer–St. Martin (1982)
  • "Wia's zuageht". Lustige Mundartgeschichten (1986)
  • Gasteiner Sagenschatz (Mitteilungsheft der Salzburger Heimatpflege 3/1988, Salzburger Druckerei, Salzburg 1988)

Ehrungen

Der Sebastian-Hinterseer-Weg in seiner Heimatgemeinde Bad Hofgastein wurde nach ihm benannt.

Weblink

Quellen

  • Rauscher, Konrad, Artikel „Unzulängliche Informationen gaben den Ausschlag - Sebastian Hinterseer grub vieles aus der Geschichte des Gasteiner Tales wieder aus“ in Der Pongauer vom 16. September 1991
  • Hinterseer, Sebastian, und Max Faistauer: Heimat-Chronik Lofer-St. Martin. Lofer 1982.
  • Poschacher-Familienchronik
Zeitfolge
Vorgänger

Hans Prosser

Direktor der Hauptschule Gastein
(1965)19671972
Nachfolger

Theo Kriegl