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Stiftsbäckerei St. Peter

Stiftsbäckerei St. Peter, Zugang
Stiftsbäckerei St. Peter, Verkaufsraum
Müller oder Bäcker am Hausbrunnen
Gedenktafel an die Renovierung 1924 des St. Peter-Arm, Almkanal
Wappen von Abt Wolfgang Walcher, Rückwand der Stiftsbäckerei St. Peter, Festungsgasse

Die Stiftsbäckerei St. Peter ist der älteste durchgehend betriebene Bäckereibetrieb Salzburgs und befindet sich im St.-Peter-Bezirk in der Salzburger Altstadt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Bäckerei der Benediktiner-Erzabtei St. Peter steht für etwa 700 Jahre Bäckerhandwerk im Zentrum der Salzburger Altstadt. Das erste Schriftzeugnis bezüglich der ältesten Bäckerei Salzburgs am Kapitelplatz stammt aus dem 12. Jahrhundert.[1] Vermutlich haben die Mönche von St. Peter schon seit der Klostergründung Brot gebacken. Der Betrieb des Mühlrades und die Vermahlung von Getreide sind aber erst mit 1160 gesichert. Und ist somit die älteste Bäckerei Salzburgs. [2]

1455 wurde sie durch einen Brand zerstört. Abt Wolfgang Walcher errichtete daraufhin einen Neubau, der noch heute steht.[3]

Bis 1966 erhielt sie das Mehl aus der Pfistermühle St. Peter, die sich neben der Bäckerei befand. Seither wird sie von der Stifts- und Salzachmühle St. Peter beliefert.

Seit 2007 ist Franz Grabmer Pächter der Stiftsbäckerei St. Peter.

Produkte

Charakteristisch für die Produkte der Stiftsbäckerei sind Mehl aus der Stifts- und Salzachmühle St. Peter Holz aus den Wäldern der Erzabtei St. Peter, Energie aus dem Almkanal und ein altes Gewölbe, das kein Museum ist, sondern in dem - sowie früher üblich - sich Verkaufslokal und Backstube in einem einzigen Raum befinden.

Das Hauptprodukt der Stiftsbäckerei ist Schwarzbrot aus Natursauerteig. Dieser wird schon am Vortag angesetzt und entwickelt das typische Aroma, das man beim Betreten der Bäckerei sofort wahrnimmt. Dazu kommt am nächsten Morgen nur Roggenmehl, Wasser und Salz. Sonst nichts. Das Brot wird dann in einem mit Holz befeuerten Ofen gebacken. Im Backofen wird Holz vorher abgebrannt, dann werden die Glut und Asche entfernt. Zuletzt wird das Brot "eingeschossen" und dort gebacken, wo zuerst geheizt worden ist.

Es werden Laibe (rund) in den Größen ½, 1 und 2 kg hergestellt, Wecken (länglich) in der Größe von einem Kilogramm.

Schwarzbrot aus Natursauerteig, hierorts auch St.-Peterer-Brot genannt, entwickelt erst nach 24 Stunden seine typische Konsistenz und den typischen Geschmack; es lässt sich über viele Tage hinweg genießen. Brot vom Vortag, das mitunter übrig bleibt, ist für den Verzehr sogar besser geeignet als das Ofenfrische. Der Sauerteig schützt es auf natürliche Weise vor frühzeitiger Schimmelbildung. Deswegen ist es bei Einheimischen und bei Reisenden gleichermaßen beliebt.

Mühlrad

Seit 2010 vermahlt die Stiftsbäckerei das Roggenmehl vor Ort wieder selbst und nutzt dazu den Strom aus der Wasserkraft. Franz Grabmer hat damals 120 000 Euro investiert, um am Almkanal neben der Bäckerei ein Kleinkraftwerk zu betreiben, das - so wie früher - durch ein hölzernes Mühlenrad angetrieben wird. Mit dem Wasserrad werden jährlich etwa 90 000 Kilowattstunden Strom erzeugt, zwei Drittel davon wird ins Netz eingespeist und versorgt etwa 20 Haushalte. Ein Drittel wird zum Mahlen von Getreide in der Bäckerei verwendet. Nach zwölf Jahren ist das Mühlrad morsch geworden und es funktionierte nicht mehr. 2018 wurde das Wasserrad um EUR 30 000 bis 35 000 erneuert. [4]

Sehenswert

Sehenswert ist der alte Hausbrunnen.

Adresse

Stiftsbäckerei St. Peter
Kapitelplatz 8
5020 Salzburg
Telefon: (06 62) 84 78 98
Telefax: (06 62) 84 13 32 4
E-Mail: stiftsbaeckerei@aon.at

Bilder

 Stiftsbäckerei St. Peter – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblink

Quellen

Fußnoten

  1. Quelle www.salzburg.info, abgefragt am 4. Oktober 2018
  2. Quelle www.salzburg.info/de/magazin, abgefragt am 4. Oktober 2018
  3. * Hahnl, Adolf: St. Peter und die Stadt Salzburg, in: Das älteste Kloster im deutschen Sprachraum - St. Peter in Salzburg. Katalog zur 3. Landesausstellung 15. Mai–26. Oktober 1982, Red.: Heinz Dopsch und Roswitha Juffinger (Salzburg 1982) S. 46.
  4. Quelle Salzburger Nachrichten|18. Dezember 2018