Wilhelm Furtwängler-Garten

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Wilhelm Furtwängler-Garten, Panoramaaufnahme.
Karte
Wilhelm Furtwängler-Garten, Aufführungsort beim Landes-Chorfest 2010.

Der Wilhelm-Furtwängler-Garten (in der Regel aber kurz "Furtwänglergarten" genannt) ist ein kleiner Garten im Festspielbezirk in der Altstadt der Stadt Salzburg.

Frauengarten

Bis ins 16. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle ein großer Garten mit einer weitläufigen Obstbaumwiese und Gemüsebeeten, genannt der Frauengarten der Petersfrauen oder Frohngarten. Er diente im Wesentlichen landwirtschaftlichen Zwecken und reichte von den Häusern der Getreidegasse und der heutigen Sigmund-Haffner-Gasse und bis zum Klausentor. Unter Fürsterzbischof Paris Graf von Lodron wurde (schon 1617 war das Humanistische Gymnasium errichtet worden) 1622 in einem Teil dieses Gartens die Benediktineruniversität unter maßgeblicher Leitung des Erzstiftes St. Peter errichtet.

Von 1632 bis 1820 wurde das Grünareal als Kollegiumsgarten der Benediktineruniversität genutzt. In den Baumgarten hinein wurde 1694 bis 1707 nach Plänen Fischer von Erlachs die Kollegienkirche errichtet, der verkleinerte Baumgarten blieb aber auch danach noch lange bestehen. Nach Auflassung des Kollegiumsgartens im Jahr 1780 pflegte bis 1820 der Salzburger Kaufmann und Pflanzensammler Franz Anton Ranfftl einen privaten botanischen Garten und trieb dabei Handel mit seiner Pflanzensamenbörse.

Botanischer Garten

Im linken Bildteil der Wilhelm-Furtwängler-Garten um 1950.
Hauptartikel Botanischer Garten

1835 wurde der Garten k. k. botanischen Garten der medizinisch-chirurgischen Lehranstalt. Die Anlage bestand bis 1943.

Der Wilhelm-Furtwängler-Garten und die Kunstwerke der Moderne

Skulptur im Furtwänglergarten
"Gurken" im Furtwänglergarten

In den Nachkriegsjahren wurde die Gartenanlage als öffentlicher kleiner Park eingerichtet, der Ende 1954 in posthumer Ehrung der Verdienste des großen Dirigenten Wilhelm Furtwängler (* 1886; † 1954) in Wilhelm Furtwängler-Garten umbenannt wurde. 2008 wurde der Wilhelm-Furtwängler-Garten neu gestaltet. Dabei wurden die bisherigen Gestaltungeselemente weitgehend entfernt und die Gestaltung auf eine einheitliche pflegeleichte Rasenfläche mit zugehörigen Wegen reduziert. Historische Bezüg sind nicht erkennbar.

Das 1866 angefertigte Schiller-Denkmal, das ursprünglich im Baron-Schwarz-Park stand, wurde - nachdem es der Stadt geschenkt worden war - 1941 zum 136. Todestag des Künstlers hierher übersiedelt. Der Garten wurde mehrfach modernisiert und verlor dabei immer mehr seine früheren Strukturelemente. Zurück blieb ein fast banal wirkender Garten ohne Hecken. ohne Brunnen und ohne Blumen, Der Garten wurde zur monotonen Rasenfläche mit Wegen.

Der "Tanzschritt", eine Bronzeplastik von Giacomo Manzù, steht im Norden des Gartens. Die Gurken - eine Kunstobjektgruppe des österreichischen Künstlers Erwin Wurm - stehen seit 2011 im Südwesten des Gartens. (Das A.E.I.O.U. - Kunstwerk von Anselm Kiefer - wurde 2002 von der Mitte des Parks hinter die Kollegienkirche und damit auf den Max-Reinhardt-Platz hin übersiedelt).

Römische Funde

Archäologische Grabungen, die im Winter 2007-2008 anlässlich der Neugestaltung des Parks durchgeführt wurden, brachten weitere Erkenntnisse über das Leben der Römer in Salzburg. Man fand dabei alte Fibeln, Keramikscherben, Handwerksgerät, Metallgegenstände aus Bronze, Gürtelbeschläge und Teile von Verzierungen von Riemenzungen sowie einige Münzen.

Dass auf dem Areal des Furtwänglerparks zur Römerzeit ein Handwerksviertel lag, war bereits bekannt. Neu war hingegen die Erkenntnis, dass die Leute auch unmittelbar an ihrem Arbeitsplatz lebten. So wurden Reste von Grundmauern von Wohnhäusern mit Fußboden- und Wandheizungen freigelegt, dicht daneben Werkstätten und Feuerstellen. Den gefundenen Resten nach dürften Metall, Leder und Ton verarbeitet worden sein.

Bilder

 Wilhelm Furtwängler-Garten – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Wilhelm Furtwängler-Garten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen