Galeazzo Ciano

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Galeazzo Ciano an seinem Arbeitsschreibtisch im Palazzo Chigi in Rom 1937.

Gian Galeazzo Ciano, Graf von Cortellazzo und Buccari (* 18. März 1903 in Livorno, Italien; † 11. Jänner 1944 in Verona, Italien, Tod durch Erschießung) war ein italienischer faschistischer Diplomat, Politiker und Schwiegersohn Benito Mussolinis. Ciano war 1935 bis 1936 Minister für Volkskultur und danach 1936 bis 1943 der Außenminister des faschistischen Italien.

Leben

Auszug zum besseren Verständnis des zweiten Salzburgbezuges:

Als Ciano Anfang 1943 den Alliierten einen Separatfrieden Italiens anbieten wollte, weil er nicht mehr an einen deutschen „Endsieg“ glauben konnte, kam es zum Bruch mit Mussolini. Der entließ Ciano im Februar 1943 als Außenminister und schob ihn auf den Posten des Botschafters beim Heiligen Stuhl ab. Ciano seinerseits stimmte am 24. Juli 1943 im Faschistischen Großrat für die Absetzung Mussolinis. Anschließend floh er mit seiner Familie nach Deutschland, wo er von den Nazis in einer Villa in Allmannshausen am Starnberger See für mehrere Wochen untergebracht wurde. Nach der Entwaffnung der italienischen Truppen, der Besetzung Italiens durch die deutsche Wehrmacht und nach der Wiedereinsetzung Mussolinis ließ dieser Ciano verhaften. Auf Mussolinis Betreiben hin wurde Ciano zum Tode verurteilt. Am 11. Jänner 1944 wurde Galeazzo Ciano nach dem Schauprozess von Verona durch Erschießen hingerichtet, weil er für die Absetzung Mussolinis gestimmt hatte.

Salzburgbezüge

Ab 1938 begann Ciano sich gegen eine zu enge politische Anlehnung an Deutschland auszusprechen. Er verurteilte vor allem die deutsche Politik nach dem Überfall des Deutschen Reichs auf Polen – nicht zuletzt deswegen, weil Hitler angeblich Italien mit keinem Wort darüber informiert hatte. Tatsache ist jedoch, dass es ein geheimes Protokoll vom 12. August 1939 über eine Unterredung auf dem Obersalzberg zwischen Hitler und Ciano in Anwesenheit des Reichsaußenministers von Ribbentrop gibt, mit dem belegt werden kann, dass Ciano über den bevorstehenden Einmarsch deutscher Truppen in Polen detailliert informiert war. Hitler erklärt auf Fragen Cianos wörtlich: „Unter den obwaltenden Umständen ist in jedem Augenblick mit dem Vorgehen Deutschlands gegen Polen zu rechnen.“ Von Ribbentrop fügte hinzu: „Die Russen sind im Übrigen über die Absicht Deutschlands absolut unterrichtet. Ich selbst habe im Auftrag des Führers den russischen Geschäftsträger informiert.“ Die Unterredung wurde am 13. August 1939 fortgeführt. Auf Cianos Fragen nach dem Zeitplan antwortete Hitler, dass bis Ende August 1939 die Entscheidung in der Angelegenheit Polens gefallen sein werde.

Aus dem Tagebuch des Grafen Ciano, das er, auf sein Todesurteil in Verona wartend, abfasste, geht hervor‚ dass sich Ciano im August 1939 in die Stadt Salzburg begeben hatte‚ wo er mit Hitler und anderen hohen Nazifunktionären den Polenfeldzug besprach. Am 11. August 1939 hatte Graf Ciano während eines Spazierganges mit Reichsminister des Auswärtigen Joachim von Ribbentrop folgendes Gespräch‚ das in dem Tagebuch aufgezeichnet ist: Also, Ribbentrop, fragte ich‚ „Sie wo1len Danzig und den Korridor?“ „Nicht nur das,“ antwortete er, „wir wo1len den Krieg.“ Wie die Salzburger Nachrichten in ihrer Ausgabe vom 20. Juni 1945 weiter schreiben, waren also die Würfel gefa1len und kein Argument hätte Hitler umstimmen können. Er wollte den Krieg. Er bekam ihn.

Am 29. April 1942 trafen Hitler und Außenminister Ribbentrop mit dem italienischen Ministerpräsidenten Benito Mussolini und seinem Schwiegersohn und Außenminister Galeazzo Ciano im Schloss Kleßheim zu Besprechungen zusammen.

Quellen

  • Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 20. Juni 1945, Seite 1 in ANNO