Wirtschaft

Die Heizungen laufen wieder

Wer seine Wohnung mit Heizöl wärmt, kann diesen Herbst endlich etwas entspannen. Die Preise sind so tief wie schon lang nicht mehr.

Die Heizungen laufen wieder SN/Es75 - Fotolia
In der kalten Jahreszeit hat es jeder gern schön warm.


Wer mit Heizöl heizte, stand in den vergangenen Jahren auf der Verliererseite. Die Heizölrechnungen, die ins Haus flatterten, rissen ein immer größeres Loch ins Haushaltsbudget. Heuer ist alles anders. Der Höhenflug ist zu Ende, die Preiskurve zeigt seit Wochen nach unten.

Mit Stichtag 20. Oktober 2014 ist der Konsumentenpreis für einen Liter Heizöl extra leicht auf einen Jahrestiefststand von 84,43 Cent gesunken. Das ist dasselbe Niveau wie vor dreieinhalb Jahren. Das Institut für Wärme und Öltechnik (IWO) rechnet vor, dass sich Haushalte derzeit beim Kauf von 3000 Litern Heizöl extra leicht rund 240 Euro im Vergleich zum Oktober des Vorjahres sparen. Verglichen mit dem Höchstwert von 2008, als die Preise auf über einen Euro pro Liter in die Höhe geschossen waren, liegt der Rückgang bei 20 Prozent.

Als Ursache für den Preisrutsch sieht IWO-Chef Martin Reichard das derzeit große Angebot an Öl. Vor allem die hohen Fracking-Aktivitäten in Nordamerika hätten dafür gesorgt. Auch der warme Winter des Vorjahres zeigt Wirkung. Der geringe Verbrauch hat Nachfrage und Preise sinken lassen.

Die Anzahl der Ölheizungen liegt in Österreich laut IWO seit etwa 20 Jahren unverändert gleich bei rund 800.000. Im selben Zeitraum sei der Verbrauch durch neuere Anlagen und verbesserte Brennstoffe um 46 Prozent gesunken, betont Reichard. Seit 2009 werde der Austausch alter Kessel mit bis zu 3000 Euro gefördert. Über 33.000 Anträge seien bisher eingelangt.

Nach Angaben der Statistik Austria zeigt sich zwischen 2003 und 2012 beim Energieträgereinsatz für Raumwärme allerdings eine starke Verschiebung von Öl hin zu Fernwärme und den biogenen Energieträgern. Der Anteil von Öl sank in diesem Zeitraum auf 23 Prozent (-8,7%), die Fernwärme stieg auf 12,5 Prozent (+5,2%). Die biogenen Energieträger wie Pellets und Hackschnitzel legten auf 32,8 Prozent zu (+5,1%). Die Anteile der Erneuerbaren (Wärmepumpen und Solarwärme) nahmen von 1,2 auf 3,4 Prozent zu. Naturgas blieb mit rund 24 Prozent konstant, der Anteil von elektrischem Strom ging auf 3,9 Prozent zurück (-1,9 Prozent).

Auf dem tiefsten Stand seit Dezember 2011 zeigte sich im August 2014 auch der Energiepreisindex (EPI) für private Haushalte der österreichischen Energieagentur. Bei der Raumwärme wurden im Jahresvergleich zu August 2013 allerdings nur Ofenheizöl (-3,9 Prozent) und Gas (-0,5 Prozent) billiger. Brennholz war um 4,1 Prozent teurer, Holzbriketts legten um 1,7 Prozent zu. Der Preis für Holzpellets verbuchte im Jahresvergleich einen Anstieg von 2,8 Prozent. Die Fernwärme zog um 1,4 Prozent an.

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