Wirtschaft

Ab sofort tägliche Flüge zwischen Wien und Minsk

Inmitten der Coronakrise hat die weißrussische Fluglinie Belavia am Samstag den Flugbetrieb zwischen Minsk und Wien aufgenommen. Flughafen-Vorstand Julian Jäger wertete dies in einer Aussendung als "Zeichen, dass es für die Luftfahrt langsam wieder aufwärts geht". Er betonte, dass "alle geltenden behördlichen Sicherheits-, Gesundheits- und Einreisebestimmungen streng eingehalten werden".

Laut einer Belavia-Aussendung ist ein täglicher Flugbetrieb zwischen Minsk und Wien geplant, wobei Maschinen mit 76 Sitzplätzen eingesetzt werden. Tickets seien für 69 Euro in eine Richtung zu haben.

Wer Flugpläne für Belarus (Weißrussland) anstellt, muss freilich auch Zeit für die folgende Heimquarantäne einplanen. Flugreisende aus Belarus selbst dürften nur schwer nach Österreich kommen, hat doch die Europäische Union im Zuge der Coronakrise ein Einreiseverbot für Drittstaatsangehörige ohne gültigen Aufenthaltstitel verhängt.

Laut dem Flughafen Wien wird bei allen ankommenden Passagieren unmittelbar nach der Ankunft die Körpertemperatur gemessen. Sie müssten dann entweder ein ärztliches Attest mit negativem Covid-19-Befund, das nicht älter als vier Tage ist, vorweisen, oder sich für 14 Tage in Quarantäne begeben.

Belavia-Generaldirektor Anatoli Gusarow betonte, dass die Aufnahme der Flüge die Handels-, Wirtschafts- und Kulturbeziehungen zwischen Belarus und Österreich stärken und auch Bürgern beider Länder "eine Rückkehr in ihre Heimat erleichtern" solle.

Anders als in fast allen europäischen Ländern ist das öffentliche Leben in Belarus bisher kaum von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Dem autokratischen Präsidenten Alexander Lukaschenko gelingt es bisher, die Krankheit herunterzuspielen. So waren am heutigen Samstag hundertausende Menschen bei einem traditionellen kollektiven Arbeitseinsatz in Parks unterwegs und pflanzten dort Bäume, auch Sportveranstaltungen wie Fußballspiele finden weiter statt. Nach den Daten der US-Universität Johns Hopkins liegt die Zahl der Coronavirus-Fälle in Belarus bei 9.590, die Zahl der Toten bei 67.

Bereits am Freitag hatte der ungarische Billigflieger Wizzair bekanntgegeben, dass er ab Mai von Wien aus 20 Destinationen anfliegen wird, hauptsächlich in Europa. Darunter befinden sich auch Staaten wie Spanien und Italien, für die das österreichische Außenministerium eine Reisewarnung ausgesprochen hat.

Aktuell gibt es kaum Flugbetrieb am Wiener Flughafen. Am Samstag zeigte die Abflugtafel neben Frachtflügen unter anderem einen KLM-Flug nach Amsterdam, Lufthansa-Flüge nach Frankfurt und Düsseldorf, einen AUA-Flug nach Shanghai und einen Emirates-Flug nach Dubai an.

Flugzeuge aus 11 Ländern dürfen zurzeit nicht in Österreich landen: Konkret aus China, Korea, Iran, Italien, Schweiz, Frankreich, Spanien, Großbritannien, den Niederlanden, Russland und der Ukraine. Eine am 30. April auslaufende Verordnung soll verlängert werden, hieß es am Freitag aus dem Gesundheitsministerium gegenüber der APA.

Quelle: APA

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