Wirtschaft

Abschwung setzt sich laut Wifo fort

Der Konjunkturabschwung geht in Österreich nach Einschätzung des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) weiter. Im abgelaufenen Vierteljahr wuchs die Wirtschaft gegenüber dem Vorquartal erneut real nur 0,2 Prozent, so das Wifo am Mittwoch. Gestützt werde das schwache Wachstum durch die Konsumnachfrage und den Außenhandel. Im Jahresabstand wuchs das BIP real 1,5 Prozent, nach 1,8 Prozent davor.

Auch die Baukonjunktur hat sich laut Wifo weiter abgeschwächt SN/APA (Archiv)/ROLAND SCHLAGER
Auch die Baukonjunktur hat sich laut Wifo weiter abgeschwächt

Insbesondere die Industrie- und Baukonjunktur hat sich laut Wifo aktuell weiter abgeschwächt. Bei den Dienstleistungen sei die Dynamik dagegen weiter robust verlaufen. Den Quartalswachstumswert fürs zweite Vierteljahr hat das Wifo übrigens nachträglich von 0,3 auf 0,2 Prozent gesenkt, jenen fürs erste Vierteljahr von 0,5 auf 0,4 Prozent. Gemäß den Eurostat-Vorgaben wuchs das BIP im dritten und zweiten Quartal überhaupt nur um 0,1 Prozent, im ersten Quartal um 0,5 Prozent.

Getragen wurde das Wachstum zuletzt sowohl durch die Inlandsnachfrage als auch den Außenhandel. Binnenwirtschaftlich erwies sich demnach der Konsum weiterhin als Wachstumsstütze. Die Nachfrage der privaten Haushalte (inkl. private Organisationen ohne Erwerbszweck) expandierte mit +0,2 Prozent ebenso stark wie die öffentlichen Konsumausgaben.

Die Investitionsdynamik verlor laut Wifo an Schwung, so dass die Ausrüstungsinvestitionen erstmals seit Mitte 2014 leicht rückläufig waren (-0,1 Prozent). Die Nachfrage nach Bauinvestitionen setzte sich nach der Hochkonjunktur 2017 und 2018 in langsamerem Tempo fort (+0,3 Prozent), insgesamt stiegen die Bruttoanlageinvestitionen im dritten Quartal um 0,2 Prozent (nach im Schnitt +0,6 Prozent im ersten Halbjahr).

Die Außenhandels-Dynamik, die sich seit Mitte 2018 verlangsamt hat, stabilisierte sich zuletzt. Hier wirkte sich laut dem Institut die moderate Preisentwicklung positiv auf das reale Wachstum aus. Die Exporte stiegen im dritten Quartal um 0,7 Prozent (nach +0,6 Prozent im zweiten Vierteljahr). Durch die etwas schwächere Ausweitung der Importe von +0,6 Prozent (nach +0,8 Prozent davor) trug der Außenhandel im dritten Quartal positiv zum Wirtschaftswachstum bei.

"Der Abschwung in der Industriekonjunktur setzte sich hingegen fort", erklärte das Wifo in einer Aussendung. Die Wertschöpfung in der Sachgütererzeugung sank um 0,4 Prozent (nach -0,1 Prozent im zweiten Vierteljahr). Auch in der Bauwirtschaft nahm die Konjunkturdynamik den Experten zufolge ab (+0,1 Prozent nach +0,3 Prozent im zweiten Quartal).

Ein positiver Beitrag zum Wirtschaftswachstum kam erneut von den Marktdienstleistungen (+0,6 Prozent). Die Wertschöpfung im Handel stieg um 0,5 Prozent, in der Beherbergung und Gastronomie um 0,3 Prozent.

Über die BIP-Entwicklung im dritten Quartal will das Wifo am 29. November im Detail berichten. Die nächsten vierteljährlichen Konjunkturprognosen von Wifo und Institut für Höhere Studien (IHS) sind für 19. Dezember geplant. Zuletzt hatten die beiden Institute Anfang Oktober für heuer einen Rückgang des realen BIP-Wachstums von 2,4 auf 1,7 (Wifo) bzw. 1,5 Prozent (IHS) vorhergesagt, für 2020 einen BIP-Anstieg von 1,4 bzw. 1,3 Prozent.

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