Wirtschaft

AK sieht zu viele Leiharbeitsplätze unter offenen Stellen

Die Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich hat darauf verwiesen, dass von 119.000 österreichweit beim AMS gemeldeten offenen Stellen 30.500 der Arbeitskräfteüberlassung zuzurechnende Leiharbeitsplätze seien. Immer seltener würden stabile Beschäftigungsverhältnisse angeboten, so AK-OÖ-Chef Andreas Stangl am Sonntag. Die durchschnittliche Beschäftigungsdauer in der Leiharbeit habe zudem deutlich abgenommen. Dem will die AK entgegenwirken und hat einige Forderungen.

Geht es nach den Arbeitnehmervertretern, sollen Unternehmen im ersten Monat der Arbeitslosigkeit die Kosten für das Arbeitslosengeld übernehmen. Damit könne der Praxis des kurzfristigen Kündigens und Wiedereinstellens ("Zwischenparken beim AMS") entgegengewirkt werden, hieß es in einer Aussendung. Und: "Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP, Anm.) sollte bei der Reform des Arbeitslosengeldes dafür sorgen, dass sich die Arbeitgeberbeiträge zur Arbeitslosenversicherung nach deren Beendigungshäufigkeit bemessen."

Zudem solle das AMS die Bemühungen zur Umsetzung der Ausbildungsgarantie für junge Erwachsene bis 24 Jahre verstärken. Und für minderjährige Personen unter 18 Jahren soll Leiharbeit verboten werden, so die AK. Das würde auch dem Grundgedanken der Ausbildungspflicht in Österreich entsprechen. 

Konkret sei die durchschnittliche Beschäftigungsdauer in der Arbeitskräfteüberlassung österreichweit im Beobachtungszeitraum Juli 2020 bis Juni 2021 bei 190 Tagen statt 232 Tagen gelegen - um 42 Tage kürzer als im Vergleichszeitraum Juli 2019 bis Juni 2020. Für die betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeute dies ständige ökonomische Unsicherheit, Zukunftsängste, Verlust von betrieblicher Anbindung und längerfristig schlechtere Erwerbschancen.

Auch sei zu kritisieren, dass manche Unternehmen ihre Personalsuche primär über Leiharbeitsfirmen machten. Leiharbeit sollte laut Stangl aber ursprünglich dazu dienen, um Bedarfsspitzen abzudecken, aber nicht um Regelarbeitsverhältnisse zu umgehen, forderte er hier ein "Umdenken".

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