Wirtschaft

AK warnt vor Lockangeboten beim Kfz-Leasing

Die Arbeiterkammer (AK) warnt vor Lockangeboten beim Kfz-Leasing für Private. Denn die genauen Konditionen für ein Leasing-Angebot seien häufig nur im Kleingedruckten zu finden, so die AK, die von März bis Mai zehn Werbungen darauf überprüft hat, ob sie sich an die Werbebestimmungen und an das Verbraucherkreditgesetz halten.

Leasing-Konditionen oft "gut versteckt" SN/APA (dpa)/Jörg Sarbach
Leasing-Konditionen oft "gut versteckt"

Kfz-Leasing ist in Österreich beliebt: 2018 wurden laut Angaben der AK 40 Prozent der neu zugelassenen Privatautos über Leasing finanziert. "Laut Gesetz muss die Werbung mit Zahlen (Zinsen, Monatsrate, Kosten) klar, prägnant und auffallend sein - anhand eines repräsentativen Beispiels", hält die AK in ihrer Aussendung fest. Diesem Anspruch werden die Anbieter aber oft nicht gerecht. Angaben zu Zinsen und Kosten seien häufig nicht lückenlos oder nur im Kleingedruckten zu finden. Zudem sei der effektive Jahreszinssatz - also der Zinssatz inklusive der Kostenbelastung - "aufgrund fehlender oder nicht eindeutiger Zahlen" nicht immer nachvollziehbar, da nicht alle Anbieter alle Elemente des Gesamtpreises einzeln aufschlüsselten, so die AK.

Auch die Vergleichbarkeit der Zinssätze sei nicht immer vollständig gegeben, da manche Anbieter fixe und andere variable Zinssätze angeben. In vier von zehn Werbungen wurde die Art der Verzinsung nicht spezifiziert. Die Bandbreite reichte bei den Sollzinssätzen der untersuchten Werbungen von 1,99 bis 4,75 Prozent.

Vorsicht ist laut der AK außerdem bei den monatlichen Leasingraten angebracht, da diese zwar oft prominent in den Fokus der Werbung gerückt werden, aber nicht besonders aussagekräftig für die am Ende anfallenden Gesamtkosten sind. "Tatsächlich sagt eine niedrige Leasingrate aber nichts darüber aus, ob das Angebot günstig ist. Denn durch die Annahme einer Anzahlung, einer langen Laufzeit und vor allem eines hohen Restwertes lassen sich die Raten beliebig nach unten drücken," betont AK-Konsumentenschützer Christian Prantner.

Darüber hinaus entstehen bei einem Leasingvertrag meist auch Bearbeitungs- und Vertragsgebühren. Dabei können die Bearbeitungsgebühren höchst unterschiedlich ausfallen, sie rangieren derzeit laut AK-Test zwischen null und 429 Euro. Die Vertragsgebühren orientieren sich indessen am Leasingentgelt, wie die AK schreibt.

Potenziellen Kunden empfiehlt die Arbeiterkammer, immer mehrere Kredit- und Leasingangebote einzuholen und sich genau über die Konditionen - also Kaufpreis, Restwert, Mindest-Leasingdauer, Höhe der Eigenleistung, Vertragsbedingungen - und die Art des Leasings zu informieren. Unterschieden wird zwischen Restwertleasing und Mietleasing. Der wichtigste Unterschied ist, dass bei Letzterem eine Auflösung des Vertrags laut AK erfahrungsgemäß nicht einfach ist.

Quelle: APA

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